Martin Schulz: Die EZB befeuert eine Spekulations-Blase

Der Europa-Kandidat der SPD Schulz wirft der EZB vor, mit billigem Geld die „nächste Spekulationsblase“ zu befeuern. Sobald ihn die Europäer zum Präsidenten der EU-Kommission gewählt haben, will er die Zentralbank darum bitten, ihre Politik zu ändern.

Der Präsident der EU-Parlaments, Martin Schulz, hat die Geldpolitik der EZB kritisiert.

„Es kann nicht angehen, dass Banken für 0,25 Prozent Zinsen Geld von der EZB bekommen und dieses Geld dann nicht in die Realwirtschaft investieren“, sagte der SPD-Politiker am Sonntag auf einem Sonderparteitag in Berlin. Teilweise seien dies Banken, die durch Steuergelder gerettet worden seien und nun in die nächsten Blasen spekulierten.

„Wenn ich EU-Kommissionspräsident werde, werde ich den Chef der EZB bitten: Macht damit Schluss!“, sagte Schulz. Billiges Geld sei in Ordnung für Entwicklung und Investitionen, aber „nicht für das Befeuern der nächsten Spekulationsblase“.

Schulz war zuvor mit 97,3 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidaten der SPD für die Europawahl am 25. Mai gewählt worden. Die sozialdemokratischen Parteien in Europa wollen Schulz am 1. März zu ihrem gemeinsamen Spitzenmann bestimmen.

Die SPD hofft darauf, dass die Fraktion der Sozialisten und Demokraten stärkste Kraft im Parlament wird und Schulz Präsident der EU-Kommission werden könnte. Bei der Europawahl vor fünf Jahren hatte die SPD mit 20,8 Prozent und 23 Abgeordneten ihr schlechtestes Ergebnis überhaupt erzielt. Einer Umfrage zufolge würden derzeit 26 Prozent für die SPD stimmen (mehr hier).

SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte: „Nach mehr als 50 Jahren haben wir jetzt die Chance, wieder den Kommissionspräsidenten zu stellen, der vor allen Dingen dazu beiträgt, dass Europa wieder näher an die Menschen rückt.“ Gabriel warf der AfD und der Linkspartei vor, sie seien Feinde Europas.

„Ob es nun neunmalkluge Professoren, ehemalige Verbandslobbyisten oder Linksradikale sind: Wir verteidigen Europa gegen sie.“

Der SPD-Chef berief sich auf ein Zitat der Links-Politikerin Sahra Wagenknecht, wonach die EU ein Hebel zur Zerstörung der Demokratie sei. Der AfD habe Wagenknecht zudem attestiert, dass sie nur das Programm der Linkspartei kopiert habe. „Da verbünden sich die rechten und die linken Feinde Europas. Beiden treten wir entgegen“, rief Gabriel. „Deshalb lasst uns diesen dummen Parolen vom Zahlmeister Deutschland entgegentreten.“

Kommentare

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  1. Morgo sagt:

    Der Mann schmeist das Heisluftgebläse an,um angeblich den Brüssel-Gegnern nach dem Munde zu reden.Alles nur Wahltaktik.Der Mann segelt unter falscher Flagge.Man muß Herrn Schulz fragen,wieso er nicht schon vor einigen Jahren die Blasenbildung und die Kreditklemme thematisiert hat.Immer mehr Bürger haben die Nase voll von Brüssel-und denen soll ganz raffiniert der Wind aus den Segel genommen werden,damit sie nicht die AfD wählen.

  2. „Alle Macht zu mir“ sagt:

    M.Schulz: „Wenn Du so lange in Europa dabei bist wie ich, kennst du jedes Schwein.“
    Ja, man kennt auch dieses Schwein.
    Der Mann ist einfach krank.

    http://www.focus.de/finanzen/doenchkolumne/sein-lieblingsspruch-ihr-seid-alle-entlassen-eu-parlamentspraesident-schulz-unser-groesster-wichtigtuer-in-bruessel_aid_937381.html

  3. EUHC sagt:

    Ich habe Mario Draghi heute um 16:18 Uhr schonmal gebeten, die Spekulationsblase nicht mehr zu befeuern. Das wäre erledigt Herr Schulz.

  4. Eine Meinung sagt:

    Die eidgen. Techn. Hochschule Zürich hat eine Studie gemacht bei der rauskam, dass wir von 147 großen Firmen abhängen die wiederum in 10 Monopolen zusammengefasst sind. Unter ihnen natürlich die üblichen Verdächtigen wie Goldman u. Sachs, J.P. Morgan etc.
    Sie bestimmen wo es lang geht. Sie machen mit ihren 15000 Lobbyisten in Brüssel die Politik. Was hat da denn ein Herr Schulz zu bestellen und wenn er 10 Mal Kommissionspräsident ist. Das ist ja lustig. Vielleicht sollte er sein Kuckucksheim mal verlassen und sich die reale Welt einmal anschauen. Alles großmannssüchtige kleinkarierte Menschen auf einer Insel der Seligen dort in Brüssel.

  5. Falke sagt:

    Durchsichtige Wahllügen. Der aufgeblasene Mann ist doch eine willige Marionette solcher Leute wie Goldman-Sachs-Bankster Draghi, von denen der europäische Einheitsstaat, dem die Krise dienen soll, mit aller Macht vorangetrieben wird.
    http://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/11/22/hintergrunde-der-europaischen-integrationsbewegung/