Peter Hartz soll Frankreichs Hollande bei Sozial-Reformen beraten

Francois Hollande will mehr als 30 Milliarden Euro durch Kürzung der Sozialausgaben einsparen. Bei den Reformen auf dem Arbeitsmarkt soll ihn Peter Hartz beraten.

Hartz-IV-Erfinder Peter Hartz soll Francois Hollande bei der Reform des Arbeitsmarktes beraten. Der ehemalige VW-Vorstand sei sogar schon im Elysée-Palast gesehen worden.

Ein Artikel im französischen Nachrichtenmagazin „Le Point“ titelte: „Allemagne; non, les lois Hartz n’ont pas fait exploser la pauvreté“. Übersetzt: „Nein! Die Hartz-Reformen haben in Deutschland nicht die Armut explodieren lassen“.

In dem Artikel kommt der Ökonom Alain Fabre zu dem Schluss, dass die Hartz-Reformen in einer Kombination aus Anreizen zur Arbeitsaufnahme, einer gezielteren Betreuung der Betroffenen und einer moderaten Lohnentwicklung der deutschen Wirtschaft wieder zu größerem Wachstum verholfen habe, berichtet die Saarbrücker Zeitung. Davon soll jetzt auch Frankreich profitieren.

2002 beauftragte Gerhard Schröder Hartz mit den Arbeitsmarkt-Reformen für Deutschland. 2005 wurde die Korruptionsaffäre bei VW bekannt und Hartz trat zurück.

Hollande hatte vor kurzem einen historischen Kurswechsel angekündigt: Die Sozialausgaben sollen um 30 Milliarden Euro gekürzt werden, um die Unternehmen zu entlasten. Französischen Unternehmen sollen durch Streichung von Sozialbeiträgen entlastet werden (mehr hier).

Kommentare

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  1. wolf sagt:

    Dank Hartz haben wir heute in D die Arbeitsmarkt-Verhältnisse, mit denen sich sich die Raute brüstet.
    Achtung aber:
    Jeder der Hartz einführt, wird sofort abgewählt.
    Warum?
    Weil das Hartz-Konzept Eigenverantwortung fordert.
    Das ist nichts für uns Deutsche!

  2. Beführworter sagt:

    Das finde ich doch absolut korrekt!

    Man muss ja mal bedenken, wenn Hartz auch in anderen Ländern (in gleicher Höhe wie Deutschland) eingeführt wird, verteilen sich die „Hartz-Touristen“ – ähhh, sorry, die „kulturbereichernden Fachkräfte“ *hüstel* auch auf andere Länder, so dass diese auch wiederum davon „provitieren“.

    Und somit wird natürlich auch unser Land von den vielen „Fachkräften“ entlastet!
    Wir wissen ja vor lauter Fachkräfte-Zustrom schon gar nicht mehr, wer eigentlich die Arbeiten verrichten soll, für die keine Fachkräfte von Nöten sind. 😉

    (Wer etwas Ironie findet, darf sie behalten)

  3. T.Körner sagt:

    Am 7. Oktober 2005 gab die Staatsanwaltschaft Braunschweig an, ein Ermittlungsverfahren gegen Hartz wegen Verdachts der Untreue einzuleiten.

    Am 9. Oktober 2006 soll Peter Hartz gegenüber der Braunschweiger Oberstaatsanwältin Hildegard Wolff zugegeben haben, dass er ein Jahrzehnt lang den einstigen Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert „begünstigt“ hat. Angeblich ohne Wissen des damaligen Vorstandschefs Ferdinand Piëch und anderer Top-Manager des VW-Konzerns zahlte Hartz an Volkert zwischen 1995 und 2005 Jahr für Jahr einen „Sonderbonus“ von 200.000 Euro – insgesamt somit zwei Millionen Euro. Zu dem System der Vergünstigungen soll auch gehört haben, dass Hartz der brasilianischen Geliebten von Volkert, Adriana Barros, ein Zusatzeinkommen verschaffte. Lange Zeit soll sie 7.600 Euro pro Monat erhalten haben – insgesamt 399.000 Euro.

    Am 15. November 2006 wurde bekannt, dass gegen Peter Hartz in Braunschweig ein Strafverfahren wegen Untreue als VW-Vorstand in 44 Fällen eröffnet wurde. Am 17. Januar 2007 gestand Hartz in der auf zwei Verhandlungstage angesetzten Gerichtsverhandlung alle 44 Anklagepunkte ein. Der Gesamtschaden dieser Schmiergeld-Affäre beträgt 2,6 Millionen Euro, wovon Hartz fast zwei Millionen Euro an den damaligen Chef des Betriebsrats Klaus Volkert gezahlt hatte. Das Landgericht Braunschweig folgte den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidiger und verhängte am 25. Januar 2007 wegen Untreue und Begünstigung des VW-Betriebsratschefs eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen a 1600 € (insgesamt also 576.000 €). Im Rahmen der Strafzumessung wurde das volle Geständnis strafmildernd berücksichtigt. Auf die Vernehmung einer Reihe von Zeugen konnte, aufgrund des vollumfänglichen Geständnisses, verzichtet werden.

  4. Falke sagt:

    Der Hartz Peter hat eben das Hartz auf dem rechten Fleck.
    Das war der SPD-Verrat des Arbeitnehmers. Der muss weiterhin auf dem Arbeits- sprich Sklaven-Markt seine Arbeitskraft zum Niedriglohn verkaufen, wenn er Glück hat.

    “Immer mehr Menschen müssen sich mit einem „Preis“, also einem Arbeitsentgelt begnügen, das nahe an oder unterhalb der Armutsgrenze liegt und vielen trotz einer Vollzeitarbeit zum Lebensunterhalt nicht ausreicht. … Dieser sogenannte Niedrig- oder Billiglohnsektor, zu dem besonders noch die Perversität der „Leiharbeitsfirmen“ beiträgt, betrifft in Deutschland bereits 20 – 25 % der abhängig Beschäftigten. Weiter verschärft wird ihre Lebensunsicherheit durch die immer mehr zunehmenden befristeten Arbeitsverträge. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsbildung (IAB) aus dem vergangenen Jahr ergab (laut „Spiegel-online“ vom 8.9.13), „dass der Anteil befristeter Neueinstellungen zwischen 2001 und 2011 von 32 auf 45 Prozent stieg.“ Über viele Jahre müssen sich die Berufseinsteiger dann von einem Zeitvertrag zum nächsten hangeln. …

    Der moderne „Arbeitsmarkt“ ist der Nachfolger des früheren Sklavenmarktes, auf dem entrechtete Menschen wie Tiere verkauft und gekauft wurden. Der Arbeitssklave der Gegenwart wird zwar nicht in seiner ganzen Persönlichkeit als rechtlose Ware betrachtet, aber insoweit er sich mit seiner Arbeitskraft zu weitgehend diktierten Bedingungen verkaufen muss, befindet er sich in einer sklavengleichen Lage.”

    Vgl.: http://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/09/27/arbeitsmarkt-der-mensch-als-ware/

  5. Herbstzauber sagt:

    Ich staune nur noch: Ein wegen Untreue und Begünstigung Vorbestrafter darf jetzt auch in Frankreich sein Unwesen treiben. Das in Deutschland geltende Sozialgesetzbuch Zweites Buch, sog. Hartz 4, war von Anfang an eine handwerkliche Katastrophe und zwar für alle, die unmittelbar mit diesem Gesetz zu tun haben. Die Franzosen können einem leid tun. Man kann nur hoffen, dass sie sich rechtzeitig dagegen wehren.

  6. Loewe sagt:

    Ist Peter Hartz nicht wegen Betrugs verurteilt worden?
    In Frankreich berennen des öfteres wegen geringeren Problemen Reifen, wird das Land von Generalstreiks lahm gelegt..
    Na, den Gaudi möcht ich aus der Ferne beobachten, wenn dort die Hartz Einschränkungen kommen…. da braucht Hollande keinen Dreirädigen Roller mehr zum poppen fahren, da wird er einen T34 zum flüchten nehmen müssen…..

  7. fan sagt:

    In Frankreich ticken die Bürgerinnen und Bürger etwas anders, als wie sich diese Herren das so vorstellen..!

    Französische Auflagen und französische Maßnahmen sind nach Art der Franzosen, deutsche Auflagen und deutsche Maßnahmen, als nicht französisch von den Franzosen empfunden, werden kläglich scheitern – das wird die Realität sein, so wie ich die Franzosen schon seit Jahrzehnten kenne..!

  8. Rasmus sagt:

    Hartz soll lieber die Finger davon lassen.
    Nach den sozialen Einschnitten, die Hartz vorschlug, werden die betroffenen
    Franzosen die Deutschen erneut als Feindbild erkennen!

    • ralph hirnrabe sagt:

      @rasmus
      Das wir Peter Hartz egal sein. Ihm haben auch die Pornoflüge „seiner“ (bestochenen?) Gewerkschaften wohl nicht gestört. Und wer ist nicht eitel?
      Hartz 1-IV in Deutschland, nun Hartz V-X in Frankreich. Das ist doch was, was man seinen Urenkeln erzählen kann und außerdem für die Geschichtsbücher.