China und Indien importieren das Gold des Westens

Die Bürger Chinas und Indiens haben 2013 so viel physisches Gold gekauft wie nie zuvor. Und der massive Goldfluss nach Asien hält an. Schweizer Raffinerien fahren zusätzliche Schichten, um das Gold der westlichen Investoren für den asiatischen Markt in Münzen und kleinere Barren umzuschmelzen.

Das vergangene Jahr war ein Boom für die Schweizer Gold-Raffinerien. Denn der Rückgang des Goldpreises ging einher mit einer massiven chinesischen Nachfrage nach Münzen, Barren und Schmuck.

Im Jahr 2013 stießen Investoren 869,1 Tonnen aus gold-gedeckten Fonds in den USA und Europa ab, berichtet Bloomberg. Ein Großteil dieses physischen Goldes floss nach Asien, wo Unternehmen wie Brink’s, UBS und die Deutsche Bank riesige neue Gold-Tresore aufbauen. Im vergangenen Jahr verdrängten die Chinesen erstmals die Inder von der Spitze beim Gold-Konsum.

Der Umsatz der Schweizer Raffinerie PAMP in der Nähe der italienischen Grenze ist im vergangenen Jahr um 20 Prozent angestiegen. Grund dafür sei der „unersättliche Appetit“ der Chinesen, so Raffinerie-Direktor Mehdi Barkhordar. Noch immer sei die Nachfrage in China beträchtlich.

Um die Nachfrage bedienen zu können, fährt die Raffinerie mit ihren circa 200 Angestellten zusätzliche Schichten. Von April bis liefen die Kapazitäten am Limit. Die jährliche Maximalkapazität liegt bei 450 Tonnen. PAMP verarbeitet bei einer Temperatur von 1.000 Grad Celsius Minenmetall, alten Schmuck und große Barren. Daraus werden Münzen und kleinere Barren für den asiatischen Markt hergestellt. Das Gold wird für lange Zeit nicht in den Westen zurückkehren.

„In der westlichen Welt hatten wir einen Bullen-Markt beim Gold, vor allem über die ETFs [börsengehandelte Fonds], und er scheint vorbei zu sein“, sagt Charles Morris, Chef des 1,8 Milliarden schweren Rohstoff-Managements bei HSBC. Die chinesischen Konsumenten kauften im Jahr bis September knapp 1.000 Tonnen Gold. Das sind 30 Prozent mehr als noch ein Jahr vor. Morris sagt:

„In China gibt es eine große Zahl neuer Verkaufsstellen, darunter viele Banken in den Provinzen, die Gold-Barren verkaufen. Viele Leute in China, die in der Vergangenheit nur begrenzten Zugang zu Gold hatten, denken, es ist eine gute Idee, einen oder zwei Goldbarren als Langzeit-Investition zu haben.“

Großbritannien exportierte im Jahr bis November letzten Jahres 1.291 Tonnen Gold in die Schweiz. Das ist so viel wie insgesamt in den sieben Jahren zuvor. So waren noch im Jahr 2012 nur 92 Tonnen geflossen. Der massive Goldfluss aus britischen ETFs über die Schweiz nach Asien im vergangenen Jahr war bereits Mitte letzten Jahres vermutet worden (mehr hier).

Die Gold-Exporte von Hong Kong nach China verdoppelten sich 2013 auf 1.109 Tonnen. Im selben Zeitraum konnte die Federal Reserve nur 5 Tonnen Gold an die Bundesbank liefern, welche die Rückführung eines Teils ihres Goldes nach Deutschland gefordert hatte. Die Bundesbank erklärte die Verzögerung mit Problemen beim Transport und beim Umschmelzen der Barren (mehr hier).

Die asiatische Nachfrage nach physischem Gold wird weiter wachsen. Denn der Wohlstand in den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Erde wächst. Das Pro-Kopf-BIP wird bis 2018 um weitere 50 Prozent steigen, so der IWF. Das ist deutlich schneller als die erwarteten 23 Prozent in den USA.

„Indien wird noch sehr lange Gold konsumieren. Denn für den indischen Bauern ist Gold eine der besten Vermögensanlagen“, sagt Raffinerie-Direktor Barkhordar. „Er wird das Gold als Mitgift für seine Tochter nutzen. Aber er kann es auch verwenden, falls er kurzfristig Geld für die nächste Saat braucht.“

Kommentare

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  1. Jürgen Kremser sagt:

    30.01.2014

    Heute wurde bei Max Keiser und Stacy Herbert in Episode 556 diskutiert über die lächerlich geringe Goldlieferung der Amerikaner an die Bundesbank in Frankfurt

    http://rt.com/shows/keiser-report/

    Auch der Goldexperte John Mauldin war später der Auffassung, dass das deutsche Gold weg ist bzw. nie mal wieder nach Frankfurt zurückkommt.

    http://www.theaureport.com/pub/htdocs/expert.html?id=2226

    Die Tatsache, dass die Deutschen nicht würdig befunden werden, ihr eigenes Gold in ihrem eigenen Land zu besitzen und zu verwalten, beweist, dass sie nicht souverän sind, weil ihnen ihr Gold von der NWO nicht anvertraut, sondern vielmehr vorenthalten wird.

    Dass einige ihrer Bundesbankbeamten zur Täuschung der eigenen Landsleute die Amerikaner aus der Bredouille nehmen, und es auf sich nehmen das Gold nicht zurückzufordern, weil sie angeblich keine Lagerstätten für dieses kostbare Edelmetall hätten, ist erneut ein Zeichen mangelnder Souveränität.

    Aus der mangelnden deutschen Souveränität ergibt sich auch, dass deutsche Soldaten niemals als Söldner der NWO in die Welt hinausgeschickt werden sollten, weil dies den wahren Interessen ihres Heimatlandes, d. h. Souveränität, widerspricht.

  2. Ulli Schaller sagt:

    Im Jahr 2013 stießen Investoren 869,1 Tonnen aus gold-gedeckten Fonds in den USA und Europa ab, berichtet Bloomberg. Ein Großteil dieses physischen Goldes floss nach Asien, wo Unternehmen wie Brink’s, UBS und die Deutsche Bank riesige neue Gold-Tresore aufbauen.
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    Da werden Anleger wohl festgestellt haben, dass Gold nur dann „sicher“ ist, wenn man es physisch besitzt, demzufolge ist in der westlichen Welt beim Gold, vor allem über die ETFs [börsengehandelte Fonds], das Geschäft vorbei.

    Da werden die Shortseller wohl demnächst ein Problem damit haben, die eingegangenen Verpflichtungen auch physisch einzulösen !!

  3. gogo sagt:

    „Großbritannien exportierte im Jahr bis November letzten Jahres 1.291 Tonnen Gold in die Schweiz.“

    Und Deutschland schaffte es nur 37 Tonnen des eigenen Goldes zurückzuführen???!!??

  4. Milchmädchen sagt:

    Aus welchem Grund verkaufen die alle ihr Gold…?

    Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass die Amerikaner und andere westlichen Länder den wahren Wert vom Gold nicht mehr erkennen bzw. vergessen haben.

    Oder gibt es die Meinung das Gold bald gar nichts mehr wert ist, und sich die Amerikaner still ins Fäustchen lachen, dass in Asien überhaupt soviel Gold eingekauft wird. Das kann ich mir ehrlicherweise nicht vorstellen.

    Nur weil es seit kurzem so bequem und einfach ist mit PCs und Kreditkarten das Geld und Börsenpapiere nur noch digital hin- und herzuschieben, bedeutet es doch nicht, dass das was seit tausenden Jahren von Wert war nicht mehr gilt.

    Hat die Hochfinanz ein super Ass im Ärmel womit die Zinseszins Bombe so hochgeht, dass Amerika danach als strahlender Gewinner dasteht?
    Ich kann mir nicht vorstellen das Amerika da tatenlos zusieht, ohne sich entsprechend zu positionieren.

    Es sei denn, dort herrscht die reinste Arroganz die nur den Profit der nächsten paar Jahre sieht, um die eigenen verbleibenden Lebensjahre abzusichern.

    Gruß…!

  5. Hans von Atzigen sagt:

    Letztlich ist Gold ein Handelsgut mit besonderen Eigenschaften.
    Ein Handelsgut mit Geldeigenschaften im Nominalwert zu den Papierwährungen stark schwankend.(Entsprechend Angebot und Nachfrage)
    Eine hochspekulative Ware, darüber hinaus aufgrund seiner Besonderen Eigenschaften ein hochspekulativer letzter Notgroschen.
    Diesen Notgroschen gibt man vernünftigerweise erst aus wenn man tatsächlich final darauf angewiesen ist.
    Die aktuelle Entwicklung ist ein verstecktes Alarmzeichen das Rückschlüsse erahnen lässt.
    Der Hintergrund:
    a.) Der Kapitalmarkt sucht verzweifelt nach ertragreichen Investitionen. Da Gold keinen unmittelbaren Ertrag abwirft trennen sich die Anleger von den Goldbeständen.
    Bilanztechnisch durchaus ein vernünftiges Vorgehen.
    b.) In diesem Faktor b. kann aber auch ein alarmierender Kern stecken.
    Die Anleger MÜSSEN mehr oder weniger Notgedrungen ihre Bestände abstossen.
    Sind die Anleger gezwungen Gold abzustossen kann das sehr wohl
    bedeuten das die Bilanzbuchhaltungen am Limit laufen. Heisst im Klartext,
    damit in der Abschluss- Bilanz schwarze Zahlen bleiben MÜSSEN die verkaufen.
    Ob den da Faktor a. oder b. wirkt. können nur Insider wissen. Einen gültigen gesamtüberblick hat mit grösster Wahrscheinlichkeit niemand. Wie auch immer die letztlichen Fakten werden es im Nachhinein offenbaren.