Deutsche Industrie profitiert von Nachfrage aus Übersee

Die deutschen Industriebetriebe profitieren von der langsam steigenden Nachfrage aus China und den USA. Der Einkaufsmanager-Index steigt. Auf dem Arbeitsmarkt und die Verkaufspreise ist davon bislang nur wenig zu spüren.

Die steigende Nachfrage aus Übersee hat der deutschen Industrie zu einem guten Jahresauftakt verholfen. Ihre Geschäfte liefen im Januar so gut wie seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr, teilte das Markit-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter 500 Unternehmen mit. Der Einkaufsmanagerindex kletterte um 2,2 auf 56,5 Punkte. Ab 50 Zählern zeigt das Barometer ein Wachstum an.

Produktion und Auftragzuwächse erreichten dabei fast ein Drei-Jahres-Hoch. Grund ist die anziehende Weltkonjunktur. „Die Exportgeschäfte gewannen merklich an Dynamik“, erklärte Markit. „Die deutschen Unternehmen profitierten hierbei vor allem von erhöhten Auftragseingängen aus Asien und den USA.“ Insbesondere Konsumgüter seien vermehrt nachgefragt worden. Die Firmen stellten deshalb den zweiten Monat in Folge mehr Mitarbeiter ein, und zwar gleich so viele wie zuletzt vor zwei Jahren.

„Derzeit sieht es ganz so aus, als würde das Industriewachstum einen merklichen Stellenaufbau nach sich ziehen können“, sagte Kolodseike. „Die Neueinstellungen sind ein ermutigendes Zeichen dafür, dass die Industriemanager wohl auch weiterhin mit steigenden Auftragszahlen rechnen.“

2013 hatte es nur zu einem Wachstum der Wirtschaft von 0,4 Prozent gereicht, weil neben den Exporten auch die Investitionen schwächelten.

Der Einkaufsmanagerindex in den Euro-Ländern stieg um 1,3 auf 54,0 Punkte, teilte das Markit-Institut mit. Seit einem halben Jahr liegt es nun schon über der Marke von 50 Zählern. Selbst in Griechenland wurde die wichtige 50-Punkte-Marke überschritten – zum ersten Mal seit August 2009. In Frankreich steht die Konjunktur nach wie vor still (hier).

Die Konjunktur schlägt allmählich auch auf den Arbeitsmarkt durch. Für die Industrie der gesamten Euro-Zone wurde zum ersten Mal seit fast zwei Jahren ein Stellenplus gemessen. Dieses fiel zwar bescheiden aus, erreichte aber dennoch das höchste Niveau seit September 2011. Bislang steht die hohe Arbeitslosigkeit in Staaten wie Griechenland und Spanien einer nachhaltigen Erholung im Weg, da sie vor allem den Konsum belastet.

Wermutstropfen aus Sicht der Unternehmen: Sie konnten ihre Verkaufspreise nur moderat und geringfügiger als in den beiden Vormonaten anheben. Das spricht für einen anhaltend niedrigen Inflationsdruck. Die Teuerungsrate in der Euro-Zone war zu Jahresbeginn auf 0,7 Prozent gefallen.

 

Kommentare

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  1. Kreuzer1965 sagt:

    Viel Saß in Europa, einer der genauesten Ökonomen und Bankanalysten der USA hat jetzt herausgefunden, wie der Untergang Europas ablaufen wird …und warum bereits besiegelt ist, dass Deutschland ein Waterloo erleben wird. Viele finden diese Vorhersage momentan noch schwer zu glauben – bis sie diese Beweise sehen. http://goo.gl/v25m9f

  2. OPM sagt:

    Und alles auf Kredit…….

  3. Vollbeschäftigung sagt:

    Wir werden alle Millionäre.
    Jeder Deutsche wird in einem Minijob landen.
    Vollbeschäftigung auf die wirtschaftsfreundliche Manier.