Maschinenbau: Aufträge aus Euro-Ländern brechen um 21 Prozent ein

Die Aufträge im Maschinenbau sind im Dezember deutlich zurückgegangen. Aus den Euro-Nachbarländern kamen 21 Prozent weniger Aufträge als noch im Vormonat. Die Unternehmen versuchen, ihre Prozesse zu optimieren, um den Auftragsausfall zu kompensieren.

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Für die deutschen Maschinenbauer ist das Jahr 2013 mit einem Auftragsrückgang zu Ende gegangen. Ein Einbruch der Nachfrage aus den Euro-Nachbarländern hat den deutschen Maschinenbauern zum Jahresende einen Dämpfer versetzt.

Vor allem im europäischen Ausland hielten sich die Kunden zurück, so dass die Aufträge um 21 Prozent einbrachen. VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers hofft, dass das lediglich ein Ausreißer war. „Der Dezember sorgt immer mal wieder für Überraschungen“, sagte Wiechers. Jahresabschluss und Betriebsferien könnten ein Rolle gespielt haben und die Aufträge in den Januar verschoben worden sein.

Hatte der November mit einem Orderplus noch für Hoffnung gesorgt, sanken im Dezember die Bestellungen wieder um sechs Prozent, wie der Branchenverband VDMA am Dienstag mitteilte. Im Inland lag das Minus bei zehn Prozent, im Ausland bei vier Prozent.

„Wir hätten uns einen besseren Abschluss für ein ohnehin schwieriges Jahr gewünscht“, so Wiechers. Insgesamt holten die deutschen Maschinenbauer 2013 zwei Prozent weniger Aufträge in ihre Bücher als noch 2012. Inland wie Ausland lagen mit jeweils minus zwei Prozent unter Vorjahresniveau.

Trotz der insgesamt durchwachsenen Entwicklung erwarten die deutschen Maschinenbauer, zu denen neben mittelständischen Unternehmen auch börsennotierte Konzerne wie ThyssenKrupp, DMG Mori Seiki (ehemals Gildemeister) oder Gea gehören, 2014 wieder bessere Zahlen. Die Unternehmen reagieren auf die schwachen Zahlen mit Prozessoptimierung (hier).

Im vergangenen Jahr dürfte die Produktion um ein Prozent geschrumpft sein. Damit wäre die als Rückgrat der deutschen Wirtschaft geltende Branche mit knapp einer Million Beschäftigten auf einen Produktionswert von etwa 195 Milliarden Euro gekommen.

Bei den Exporten konnten die Maschinenbauer über das ganze Jahr gesehen eine Preiserhöhung von gut einem Prozent durchsetzen. Das gelang aufgrund der anziehenden Nachfrage aus den USA und China (mehr hier). „Auch im Maschinenbau wird der Wettbewerb aber zunehmend härter“, sagte Jens Nagel, Geschäftsführer des Außenhandelsverbands BGA der Nachrichtenagentur Reuters.

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Wenig überraschend zeichnet sich auch in bis dato ,,robust,, scheinenden Volkswirtschaften eine deutliche Konjunkturschwäche ab.
    Seit rund 40 Jahren werden solche ,,Zwischenphasen,, jeweils mit zusätzlicher Liquidität aufgefangen. In den letzten 20 mit zunehmender Beschleunigung.
    Das Ergebnis ist bekannt, eine massive Schuldenkriese.
    Gewiss der Zusammenbruch des Finanzsystems wurde bis dato umschifft.
    Das Rezept: Eine nochmalige massive Ausweitung der Liquidität.
    Jetzt wird die Sache hoch spannend:
    Was jetzt??? Den sog. Konjunkturmotor mit noch mehr Liquidität nach eingebürgertem Rezept wieder in Schwung bringen? Oder was jetzt?
    Die Zinsen sind innzwischen bei faktisch Null. Die Wirkung auf die Realwirtschaft tendiert gegen Null. Kaum zu übersehen jetzt beginnen die Absatzmärkte einzubrechen, mit den entsprechenden direkten Wirkungen auf die Realwirtschaft.
    Da sind bestimmt sehr viele die gespannt darauf warten was uns die Experten als nächstes so alles empfehlen? Die werden, sich doch wohl nicht kleinlaut still und leise aus dem Staub machen? Oder etwa doch?
    Die Sache könnte sich langsam aber sicher in Richtung Offenbarungseid entwickeln.
    Es wird spannend sehr spannend!
    Freundliche Grüsse
    http://www.hans-von-atzigen.ch