SEPA-Frist verlängert: Unternehmen sollen QR-Code auf Rechnung drucken

Kommission und EU-Parlament haben die Verlängerung der SEPA-Frist bis August durchgewunken. Unternehmen haben jetzt mehr Zeit für die Umstellung. Ein einheitlicher QR-Code soll zudem Fehler bei der Übermittlung der 22-stelligen IBAN abstellen. Der Nachteil: Unternehmen müssen dafür den QR-Code generieren und auf jede Rechnung drucken.

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Die EU-Regierungen und das Plenum des Europäischen Parlaments haben die Frist zur Umstellung auf das EU-weite SEPA-Zahlungsverfahren verlängert. Damit haben Unternehmen noch bis zum 1. August 2014 Zeit, ihre Kundendaten und ihre EDV den neuen Rahmenbedingungen anzupassen.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier zufolge sei „die Migration bei Überweisungen und Lastschriften vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen zuletzt noch nicht weit genug fortgeschritten, um einen reibungslosen Übergang zu SEPA pünktlich zur Frist am 1. Februar 2014“ gewährleisten zu können. Deshalb hatte die Kommission im Januar einen zusätzlichen Übergangszeitraum von sechs Monaten vorgeschlagen (mehr hier).

Wenn die Kommission und die EU-Gesetzgeber untätig geblieben wären, hätten Banken und Zahlungsdienstleister ab dem 1. Februar keine Zahlungen mehr bearbeiten dürften, die nicht im SEPA-Format getätigt wurden. Marktteilnehmer, die noch nicht so weit sind, wären damit in erhebliche Schwierigkeiten geraten. Dies gilt insbesondere für KMU, deren eingehende und ausgehende Zahlungen gesperrt worden wären.

SEPA soll den Zahlungsverkehr im Euro-Raum vereinfachen, doch in der Praxis werden Unternehmen mit einem enormen Verwaltungsaufwand konfrontiert.  Aus der Bankleitzahl und der Kontonummer ist nun eine einzige unlesbare Nummer geworden, die 22-stellige IBAN. Bei der Übertragung der IBAN können sich leicht Fehler einschleichen (hier).

Der European Payments Council (EPC), eine Einrichtung der Kreditinstitute in der Europäischen Union, will daher einen QR-Code einführen, mit dessen Hilfe die IBAN eingescannt werden kann. Der QR-Code soll von den Unternehmen auf jede Rechnung gedruckt werden. Mit dem Smartphone und einer entsprechenden App wird der Code eingelesen und die IBAN wird direkt in die Überweisungsmaske der Bank-App eingefügt.

Die Erzeugung der QR-Codes und dessen Implementierung auf jeder Rechnung erhöht den Umstellungsaufwand für Unternehmen. Zwar ist die Angabe eines solchen Codes für die Unternehmen eine freiwillige Dienstleistung, erhöht aber die Sicherheit des Zahlungsverkehrs.

Eine App für das iPhone kann Abhilfe schaffen. Sie kann Rechnungen auch ganz ohne QR-Code lesen und in die EDV-Oberfläche der Hausbank einfügen. Die App mit dem Namen gini PAY ist also nicht darauf angewiesen, dass die Unternehmen den QR-Code auch tatsächlich auf ihre Rechnungen drucken.

 

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Kommentare

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  1. schmeissmiwech sagt:

    ist schon faszinierend zuzuschauen wie man aus einer solch einfachen sache mit monatelangen tagesmeldungen und tausenden von erklärungswebseiten ein chaos verursacht und kein mensch davon was hören will.

    Ein superbeisiel für die völlig aus dem ruder gelaufene moderne informations-zeitgeschichtsgesellschaft.

  2. Bernhard sagt:

    Hier zeigt sich wieder einmal die bürger-/unternehmerfeindliche Planung der Herren ganz oben …

    • FDominicus sagt:

      Sie wollen doch nicht behaupten > 20 Stellen Iban + 10 Stellen BiC wären bürgerunfreundlicher als maximal 10 Stellen Bankkonto + 8 Stellen Bankleitzahl – oder 😉

      • schmeissmiwech sagt:

        @fdominicus: also ich kennen studierte die diskutieren schon darüber wie denn das nun mit der iban wird.

        Einfach mal – ohne schulung – 2 zahlen auf einmal in eine reihe zusammenschreiben und noch Paar buchstaben und 2 zahlen dazu, das ist nicht jederfraumanns sache :-))