Kurs-Einbruch beim Nikkei: Asien stürzt in die Krise

Die Börsen in Japan und China brachen am Dienstag deutlich ein. Der Nikkei verlor 4,2 Prozent. Der Hang Seng 2,9 Prozent. Die Einbrüche an den asiatischen Börsen folgten deutlichen Kursverlusten am Vortag in den USA und Europa.

Die asiatischen Börsen sind am Dienstag massiv eingebrochen. Am Tag zuvor waren auch die Aktien-Indices in den USA und in Europa deutlich zurückgegangen. Der japanische Nikkei-Index brach am Dienstag um 4,2 Prozent ein. Das ist der niedrigste Stand seit dem 7. November. Die Aktien der Auto-Hersteller Toyota, Mazda und Honda verbilligten sich um deutliche mehr 5 Prozent, berichtet investing.com. Seit dem 6-Jahres-Hoch Ende Dezember ist der Nikkei um 14 Prozent eingebrochen. Der Hang-Seng-Index in Hong Kong fiel am Dienstag um 2,9 Prozent.

Die Kapitalflucht aus den Schwellenländern hat die Finanzmärkte zuletzt durchgeschüttelt (mehr dazu – hier). Und auch vor den Börsen großer Industrienationen machen die Anleger auf ihrem Exodus keinen Halt.

Vor allem der japanische Aktienmarkt, der aufgrund der chronischen Konjunkturschwäche des Landes unter besonderer Beobachtung steht, musste in den vergangenen Wochen Federn lassen. „Sobald die Risikoscheu der Anleger zunimmt, verkaufen sie auch japanische Wertpapiere,“ sagt Investment-Manager Jonathan Schiessl vom Vermögensverwalter Ashburton.

Der Leitindex Nikkei hat allein seit Anfang Januar rund zehn Prozent verloren – sein drittschlechtester Jahresauftakt in den vergangenen 50 Jahren. Dax und EuroStoxx50 büßten im gleichen Zeitraum nur 3,8 beziehungsweise 4,7 Prozent ein.

Die stark expansive Geld- und Fiskalpolitik Japans hatte die Börse im vergangenen Jahr um rund 56 Prozent in die Höhe getrieben. „Angesichts der unklaren wirtschaftlichen Entwicklung in den Schwellenländern machen Anleger jetzt einfach dort Kasse, wo viel gewonnen wurde – und das war in Japan im letzten Jahr nunmal der Fall“, sagt Wolfgang Duwe, Analyst bei der Bremer Landesbank. „Mit Einführung der ‚Abenomics‚ waren die Leute nach Japan zurückgekehrt, aber nun besteht das Risiko eines Rückzugs ausländischen Kapitals“, erklärt Investment-Manager Schiessl.

Auslöser des Kursverfalls an den Börsen Indiens, der Türkei oder Brasiliens ist die US-Geldpolitik. Da die Notenbank Fed mit der Straffung ihrer ultralockeren Geldpolitik begonnen hat, werden Investitionen in den USA attraktiver. Zudem belasten hausgemachte Probleme wie die galoppierende Inflation in Argentinien oder die politische Krise in der Türkei die aufstrebenden Volkswirtschaften. Dies setzt auch vielen Währungen arg zu – allein die türkische Lira hat seit Jahresanfang bis zu elf Prozent verloren.

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Kein Boden in Sicht.
    Die Irre ÜBERLIQUIDITÄTT wirkt immer verheerender.
    Massive Diskrepanz Nominal zu tatsächlichem Real-Markt-Wert.
    Der Inflationsdruck sucht sich kaum beachtetet neue Wege.
    Zum einen die ständig sinkenden Realeinkommen der Arbeitnehmer,
    zum anderen die Realertragskraft der Unternehmungen.
    Ein weiterer auf dem sich Inflation ausbreitet sind die Börsen.
    Heisst konkret, bei hohen teilweise sinkenden Nominalwerten
    rasant sinkende Realwerte.
    Inflation kann auf diversen Kanälen wirken.
    Die von den breiten Massen direkt wahrgenommene ist
    lediglich Eine, von vielen zumeist übersehenen weiteren Ventilen.

    Freundliche Grüsse