Freihandel: Fast alle Zölle auf US-Importe fallen weg

Die EU wird den USA am Montag vorschlagen, 96 Prozent aller bestehenden Einfuhrzölle auf US-Waren aufzuheben. Es wird erwartet, dass die USA im Gegenzug die Zölle auf europäische Güter fallen lassen.

In den Verhandlungen um das transatlantische Freihandels-Abkommen (TTIP) bietet die EU an, die Einfuhrzölle auf fast alle Güter aus den USA aufzuheben.

Die EU will 96 Prozent aller bestehenden Einfuhrzölle auf US-Waren aufheben. Dieses Angebot soll den Amerikanern am Montag unterbreitet werden, zitiert Reuters mit den Vorgängen vertraute Personen. Das ist eine Woche vor dem Spitzentreffen zwischen EU-Handelskommissar Karel de Gucht und dem US- Amtskollege Michael Froman in Washington.

Es wird erwartet, dass die USA im Gegenzug gleichzeitig angeben, bis zu welchem Grad sie ihre Märkte für EU-Produkte öffnen wollen. Dem EU-Vorschlag zufolge sollen lediglich einige sensible Branchen wie die Rinder-, Geflügel- und Schweinezucht einen besonderen Schutz genießen.

Bei 3 Prozent der US-Güter sollen Zölle lediglich für eine Übergangszeit bestehen bleiben, um den Branchen mehr Zeit für eine Anpassung zu gewähren. Dazu könnten Nutzfahrzeuge sowie einige landwirtschaftliche Produkte gehören.

Der Austausch der Angebote für den gegenseitigen Marktzugang markiert den ersten konkreten Schritt der Verhandlungen, die im Juli letzten Jahres gestartet wurden. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet mit Konjunktur-Impulsen beiderseits des Atlantiks von bis zu 200 Milliarden Euro.

Die Zölle zwischen der EU und den USA sind schon heute gering. Doch in Anbetracht der Größe der beiden Wirtschaftsräume mit zusammen 815 Millionen Einwohnern mache die Aufhebung der Zölle einen Unterschied, sagt Dan Hamilton von der John Hopkins Universität in Baltimore.

Die Unternehmen könnten massiv von den Handelserleichterungen profitieren, vor allem die Autohersteller. In der EU produzierte Autos werden in den USA mit einem Zoll von 2 Prozent belegt. Die EU erhebt auf Autos aus den USA einen Zoll von 10 Prozent. Die Zölle auf LKW und Transporter sind noch höher. Die Belastungen der Autohersteller liegen bei jährlich 1 Milliarde Euro.

Die USA verhandeln nicht nur mit der EU über ein Freihandelsabkommen (TPP), sondern auch mit 11 Pazifik-Staaten, darunter Australien, Mexico, Japan und Peru. Sie verfolgen mit TPP und TTIP knallharte geo-strategische Ziele. US-Präsident Obama will beim Freihandel sogar den Kongress umgehen (mehr hier)

Kommentare

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  1. SELL sagt:

    Um der Bespitzelung der USA = NSA zu entgegnen, bzw. diese zu erschweren,
    sollten alle Menschen, weltweit Produkte und Dienste von USA Firmen MEIDEN,
    weil solche USA Firmen freiwillige oder gezwungene Vasallen der Schnüffler NSA & Co sind !
    Das gilt auch für alle Firmen & Produkte die einen Server in USA- Machtbereich nutzen !
    Das gilt auch für deutsche Firmen die in USA investieren, weil die von USA abhängig und erpressbar sind ! (z.B. Deutsche Telekom AG) !
    Und das gilt auch für Produkte und Dienstleitungen aus Staaten die bekannte Vasallen der USA sind, insbesondere England und die UK- Firma Vodafone.
    Das gilt auch für Tochter- Firmen weltweit, die von USA Firmen kontrolliert werden !
    >
    Die meisten Firmen behaupten (lügen) scheinheilig, nicht aktiv mit NSA & Co zu kooperieren, weil sonst den viele Kunden weglaufen würden, und das zu RECHT !
    Aber auch nur die Bereitstellung der Kunden- Daten zu Ausspähung ist bereits grob-fahrlässige und bewusste Kooperation mit NSA & Co. Z.B. in Form von verlegen bzw. spiegeln von Firmen-Server oder nur die Backups auf Server in USA, bzw. in USA- Machtbereich.
    >
    Hier müssten die DE / EU / Welt- Gesetzgeber streng regeln, welche Daten, Produkte nach USA / NSA / Co. senden dürfen, bzw. zu Ausspähung bereit stellen dürfen,
    und wenn dann immer nur nach expliziten, individuellen Bestätigung durch betroffene Anwender.
    Mit drastischen Strafen für jedes schnüffelnde Produkt- Exemplar, das nach DE / EU eingeführt wurde.
    Inklusive Durchgriffshaftung auf die Herstellers, falls die Vertriebs- Zwischenfirma sich durch Konkurs der Haftung entziehen sollte.
    (Aber ob der deutscher Staat es auch wirklich will ???)

    Da ist ein Freihandessabkommen mit USA ein absolutes NoGo !

  2. wolf sagt:

    Und wenn neben den entfallenen Zöllen auch das Zeug verschenkt wird:

    Keine Chlorhähnchen
    Keine Riesenmengen von Antibiotika im Fleisch
    Kein genmanipuliertes US-Dreckszeug
    und keine Reisen in die USA.

    Drohnbama kann sich ja mit den Killer-Eliten von CIA und NSA amüsieren.

    (Huch, jetzt hab ichs aber mit den Amis verscherzt – ein Dossier über mich ist schon in Arbeit – jetzt kann ich nie wieder in das Land der Revolverhelden fliegen.
    Gar nicht schade!)

  3. StefanBode sagt:

    Jippie, endlich unendlich viele genmanipulierte Pflanzen werden uns nun überschwemmen und auch als Tierfutter dienen. Ein Hoch auf unsere
    EUdssR. Ich Frage mich gerade ernsthaft seit wann diese EU einmal etwas
    positives auf längerer Frist geschaffen hat.
    Wenn dann auch noch einmal alle Medien sagen das viele neue Jobs entstehen,
    ist wohl eher das Gegenteil der Fall.
    Wir werden es wieder einmal in der Realität erfahren dürfen, wie die Vorteile in
    wenigen Jahren aussehen werden, aber bisher hat der Freihandel global betrachtet immer zu Jobverlust und zur Verarmung von immer mehr Menschen geführt.

  4. ralph hirnrabe sagt:

    Und wer zahlt der EU und deren Ländern den Ausgleich für die entgangenen Zolleinnahmen?

  5. Gautier Irgendwo sagt:

    In der EU sind die gängigen US Geschäftsmethoden, scheinbar noch völlig unbekannt