Hoffnung für Zulieferer: Boeing rechnet mit Auftrags-Boom aus Asien

Deutsche Industriebetriebe und Zulieferer für Boeing könnten langfristig von einem Nachfrage-Boom aus Asien profitieren. Boeing rechnet in den kommenden zwei Jahrzehnten mit einem Bedarf von 13.000 neuen Verkehrsflugzeugen. Auch die deutsche Lufthansa will ihre Flotte modernisieren und hat sechs Boing-Jumbos bestellt.

Boeing rechnet in den kommenden 20 Jahren mit Wachstum aus Asien. Die Zahl der Flugzeuge in der Region Asien-Pazifik werde sich bis 2032 nahezu verdreifachen, sagte der stellvertretende Verkaufschef für Boeing-Verkehrsflugzeuge, Randy Tinseth, am Montag im Vorfeld der Singapore Airshow. Bis zu 13.000 neue Maschinen im Wert von 1,9 Billionen Dollar könnten gebraucht werden. In der Region werden den Erwartungen zufolge dann 14.750 Maschinen nach 5090 im Jahr 2012 im Einsatz sein.

Allerdings werde Boeing den Markt wegen der Gefahr von Überkapazitäten und wegen der Währungsschwankungen genau beobachten, sagte Tinseth zu Reuters TV.

In den vergangenen Jahren sind die Fluggesellschaften der Region rasant gewachsen, da die Einkommen gestiegen und sich somit mehr Leute Flugreisen leisten könnten. Vor allem Billiganbieter schossen aus dem Boden. Sie schoben die Nachfrage sowohl bei Boeing als auch beim europäischen Konkurrenten Airbus mit an.

Deutsche Zuliefererbetriebe können die Aufträge gut gebrauchen. Die Industrie machte bereits das zweite Jahr infolge weniger Umsatz (mehr hier). Die Binnen-Nachfrage in Deutschland sowie die Nachfrage aus dem EU-Umland sind rückläufig (hier). Besonders im Maschinenbau sind die Auswirkungen der Wirtschaftsflaute zu spüren (hier).

Lufthansa modernisiert Langstrecken-Flotte

Im Kampf um zahlungskräftige Langstrecken-Passagiere nimmt die Lufthansa neun neue Interkontinental-Jets in die Flotte. Dieses Jahr werden sechs Boeing -Jumbos 747-8, ein Langstrecken-Jet vom Typ A330 sowie zwei der Riesen-Airbusse vom Typ A380 in Dienst gestellt, wie ein Konzernsprecher am Montag sagte. Letztere sollten auf Strecken nach Nordamerika und Asien an den Start gehen. Zusammen mit bestellten Kurzstrecken- und Frachtfliegern erwartet die Lufthansa dieses Jahr 23 neue Maschinen. Da gleichzeitig alte Flugzeuge ausgemustert werden, bleibt die gut 640 Flugzeuge starke Flotte der Kranich-Linie sowie ihrer Töchter Austrian Airlines und Swiss gleich groß. Das Angebot an Plätzen steigt aber, und zwar um fünf Prozent im laufenden Jahr, da die neuen Jets größer ausfallen und gleichzeitig in einigen Flugzeugen die First Class wegfällt – damit steigt vor allem der Anteil der Economy-Sitze.

Das Langstrecken-Geschäft ist für viele Fluglinien entscheidend, da hier viel Geld verdient wird. Durch das rasante Wachstum von Rivalen vom Persischen Golf wie Emirates steigt aber der Wettbewerbsdruck auf die Europäer. Die Lufthansa reagiert darauf mit einer Rosskur, der Tausende Jobs zum Opfer fallen, und einer Generalüberholung der Flotte. Im Herbst etwa orderte Europas größte Airline 59 neue Langstrecken-Flieger vom Typ 777-9x von Boeing und 25 Airbus A350. Insgesamt hat die Lufthansa bis Mitte des nächsten Jahrzehnts gut 260 neue Maschinen zum Listenpreis von 32 Milliarden Euro geordert.

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