Städte: Mieten und Immobilien-Preise steigen weiter

Der Preisanstieg bei Mieten und Immobilien hat sich in Deutschland etwas verlangsamt. Dennoch steigen die Preise im Schnitt um 3 Prozent. Seit 2007 sind die Mieten in den Städten um 23 Prozent gestiegen. Zeichen für eine Überhitzung geben es „kaum“. Marktbeobachter halten die von der Regierung geplante Mietpreisbremse für „kontraproduktiv“.

Mieten und Preise für Wohneigentum in Deutschland werden einem Expertengremium zufolge in diesem Jahr weiter steigen – aber etwas langsamer als 2013. Der Rat der Immobilienweisen rechnet in seinem am Dienstag veröffentlichten Frühjahrsgutachten mit einem durchschnittlichen Plus von etwa 3 Prozent. Im vergangenen Jahr waren die Preise für Wohnungen um 3,5 Prozent und die für Einfamilienhäuser um 4,3 Prozent.

Hinweise für eine Blase am Immobilienmarkt sehen die Experten um den Freiburger Ökonomen und Regierungsberater Lars Feld nicht – obwohl seit 2007 die Mieten in den Städten im Schnitt um ein Fünftel und die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in kreisfreien Städten Westdeutschlands sogar um 23 Prozent anzogen (mehr hier). „Der Anstieg war und ist fundamental begründet und nicht Ausdruck eines Überschießens der Preise“, erklärten die Gutachter, die ihre Studie im Auftrag des Branchenverbandes Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA) anfertigten.

Auch aus der gestiegenen Bautätigkeit ließen sich „kaum Überhitzungstendenzen“ ablesen, ebenso wenig aus der Ausweitung des Kreditvolumens für den Wohnungsbau, so Feld. Die Entwicklungen der Preise in der Schweiz sorgen auch in Deutschland für Unruhe (mehr zur Immobilienblase in der Schweiz – hier).

Kritik übte das Expertengremium an der von der großen Koalition vereinbarten Mietpreisbremse. „Die politischen Rahmenbedingungen schüren Unsicherheit“, schrieben die Experten. „Das Angebot an Wohnraum dürfte dann merklich ausgeweitet werden, wenn Vermietungen für Investoren genügend Rendite erbringen. Dementsprechend ist eine Obergrenze für Mieten kontraproduktiv“ (mehr zur Verknappung des Wohnraumes durch die Mietpreisbremse – hier).

Kommentare

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  1. Gustav sagt:

    Der Staat hat sich aus dem sozialen Wohnungsbau seit vielen Jahren immer weiter zurückgezogen. Zusätzlich wurden viele Mieterschutzgesetze verabschiedet, die sich heute als kontraproduktiv für Mieter mit geringen Einkommen erweisen. Für Investoren lohnen sich auch deshalb nur noch Mietprojekte im oberen Preissegment. Das sind die Hauptgründe für die Wohnungsknappheit in den Ballungsgebieten, neben den Zuzügen von Ausländern.

  2. Falke sagt:

    „Das Angebot an Wohnraum dürfte dann merklich ausgeweitet werden, wenn Vermietungen für Investoren genügend Rendite erbringen. Dementsprechend ist eine Obergrenze für Mieten kontraproduktiv“

    Das ist der entscheidende Satz der „Experten“ des bestehenden ausbeuterischen Systems. Vermietungen müssen für Investoren genügend Rendite erbringen!
    Was sind Investoren? Besitzer hohen Geldvermögens, die ihr Geld ohne eigene Arbeit vermehren wollen und es deshalb in Eigentum an Grundstücken mit Mietshaüsern drauf „anlegen“, damit es in Form von Mieten derjenigen, die kein Bodeneigentum haben, aber irgendwo leben müssen, „Rendite“, also Renten = arbeitslose Einkommen erbringt.

    Also das Eigentum an Grund und Boden, das wegen seiner Knappheit und hohen Preise monopolartig wirkt, wird benutzt, den anderen, die davon abhängig sind, weil sie ja irgendwo ihren Kopf hinlegen müssen, mit so hohen Mieten wie nur möglich auszubeuten. Das ist der eigentliche reale Sachverhalt hinter der Fassade der marktwirtschaftlichen „Experten“.

    Man muss doch einmal daran gehen, die sozial zerstörerischen Verhältnisse an der Wurzel zu verändern. Also das Privateigentum an Grund und Boden muss in eine dem Wohl aller dienende Form verändert werden. Gedanken dazu auf:
    http://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/11/08/soziale-auswirkungen-des-eigentums-an-grund-und-boden/

    • Gustav sagt:

      Was Sie wollen wäre Sozialismus pur. Das der zusammengebrochen ist scheint Ihnen entgangen zu sein.

      • Alexander Klar sagt:

        Bitte aufhören, in den alten Phrasen & Klischees zu denken. Die haben keine Zukunft.

    • Maxx sagt:

      Der Gedanke an sich ist schön, jedoch sollten Sie auch die Kehrseite betrachten!

      Es entstehen Tag für Tag wirtschaftliche Schäden durch Mieter die sich nicht korrekt verhalten.
      Wohnungen müssen oftmals nach Räumungsklagen (die auch extrem ins Geld gehen können), saniert bzw. renoviert werden, um eine neue Vermietung überhaupt erst möglich zu machen.

      Würden Sie dies aus Ihrer eigenen Tasche bezahlen wollen? Oder anders ausgedrückt, möchten Sie für Schäden eines anderen bezahlen?

      Natürlich könnte man hier auch wieder klagen, aber was tun Sie wenn die andere Partei kein Geld hat? Dann bleiben Sie auf dem Schaden sitzen.

      Immobilien müssen zudem auch immer wieder Instandhaltungsmaßnahmen unterzogen werden…

      Ich persönlich glaube kaum, dass (egal wer) so sozial ist und sein sauer verdientes Geld anderen einfach so hinterher schmeißt.

      Viel wichtiger wäre es die Rechte des Vermieters zu stärken, um z.B. Immobilien schneller räumen zu können, dies würde vielen privaten Vermietern einiges an Geld sparen, teilweise sogar eine private Insolvenz verhindern!

      Wer immer nur mietet und kein Geld für eine eigene Immobilie hat, hat immer leicht reden. Man sollte auch mal die andere Seite beleuchten, Vermieter sind nicht immer nur Personen mit einem 7-, 8-stelligen (oder gar mehr) Bankkonto. Es sind oftmals Personen die sich etwas für das Alter aufbauen möchten.

      Und immer daran denken, die Personen die sich Immobilien leisten können, haben in der Regel auch genügend an Steuern bezahlt.