SPD will Arbeitgeber bei Krankenversicherung stärker belasten

Gesundheitsminister Gröhe will die Finanzlücken im Gesundheitssystem auf den Arbeitnehmer-Anteil umlegen. Geht es nach der SPD, sollen auch die Arbeitgeber an den Kosten beteiligt werden

Zwei Monate nach Amtsantritt hat Gesundheitsminister Hermann Gröhe hat die Finanzreform für die gesetzliche Krankenversicherung auf den Weg gebracht. Einem der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorliegenden Gesetzentwurf zufolge soll der Beitragssatz wie angekündigt auf 14,6 Prozent von 15,5 Prozent gesenkt werden. Während die Arbeitgeber auch bei steigenden Kosten nicht mehr als die Hälfte davon zahlen sollen, kommen für Arbeitnehmer über die 7,3 Prozent hinaus weitere Kosten zu.

Die SPD will Arbeitgeber langfristig wieder mehr an den Beiträgen zur Krankenversicherung beteiligen. Es dürfe nicht sein, „dass die Arbeitnehmer alle künftigen Kostensteigerungen allein tragen müssen“, sagte die

, der Frankfurter Rundschau vom Mittwoch.

Schon bislang müssen die Beschäftigten einen Sonderbetrag von 0,9 Prozentpunkten allein tragen. Dieser Extrabetrag soll wegfallen. Dadurch entsteht bei den Kassen laut Gesetzentwurf eine Lücke von rund elf Milliarden Euro. Die einzelnen Krankenkassen sollen daher je nach Finanzlage einen prozentualen Zusatzbeitrag erheben können. Die bisher möglichen pauschalen Zusatzbeiträge, die Kassen in Finanznöten erheben können, gehen darin auf. Zwischen Kassen mit vielen gut verdienenden Mitgliedern und denen mit eher einkommensschwachen Versicherten soll „ein unbürokratischer und vollständiger Einkommensausgleich“ eingeführt werden.

Die Neuerungen, zu denen auch die Gründung eines unabhängigen Qualitätsinstituts gehört, sollen zum 1. Januar 2015 in Kraft treten. Das Kabinett soll am 26. März über den Entwurf beraten.

 

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  1. Friedel Stumpf sagt:

    Der Arbeitnehmer zahlt immer die ganzen Kosten. Der Arbeitgeberanteil wird doch vorher vom Bruttogehalt abgezogen. Ehrlicher waere es, dass der Arbeitnehmer immer den ganzen Betrag zahlt. Er ist já schliesslich der Versicherte und somit Nutznieser. Dann sieht er wenigsten was seine Versicherung wirklich kostet.