Pumpenhersteller SHW zieht Millionenauftrag in China an Land

China braucht Motoröl-Pumpen. Ab 2015 soll der deutsche Hersteller SHW steht kurz vor dem Abschluss eines Multi-Millionen-Euro Auftrages

Der Autozulieferer SHW steht kurz vor dem Abschluss eines mehrjähriges Auftrags zum Bau von Motorölpumpen in China. Ab Mitte 2015 sollten die Pumpen für einen europäischen Motorenhersteller für Lkw und Geländewagen vor Ort produziert und ausgeliefert werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Auch der Bedarf dieses Kunden für den europäischen Markt solle in China gefertigt werden. Ab 2017 sei mit dem Auftrag pro Jahr ein Umsatz von sieben Millionen Euro zu erzielen, ergänzte das mittelständische Unternehmen aus Aalen, das seit Ende letzten Jahres im Kleinwerte-Index SDax notiert ist.

Die Produktion in China ist Teil der Firmenstrategie zur Internationalisierung. Der Hersteller von Pumpen, Motorkomponenten und Bremsscheiben will sein Geschäft auch in Brasilien und Nordamerika aufbauen. Die SHW sei mit einem Umsatzsprung im Januar um 20 Prozent auf 32 Millionen Euro gut ins neue Geschäftsjahr gestartet, erklärte Vorstandschef Thomas Buchholz. Der Umsatz soll in diesem Jahr auf 380 bis 400 Millionen Euro zulegen nach 365 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wollen die Aalener auf 38 bis 40 Millionen Euro steigern. Mit 35,7 Millionen Euro erreichten sie im vergangenen Jahr gerade so die in Aussicht gestellte Spanne.

Deutsche Industrie-Unternehmen sind auf den Markt in Asien angewiesen. Die Nachfrage auf dem Heimkontinent ist drastisch eingebrochen (hier).

Das seit fast 650 Jahren existierende Unternehmen, das einst als Schwäbische Hüttenwerke im Bergbau arbeitete, gehört zu den ältesten deutschen Industriebetrieben. Es beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter und produziert an vier Standorten in Deutschland.

Der Auftrag ist erfreulich, denn der chinesische Automarkt verzeichnet derzeit weniger Gewinn. Im Januar wurden lediglich sechs Prozent mehr Fahrzeuge in China verkauft als ein Jahr zuvor, wie der chinesische Branchenverband am Donnerstag mitteilte. Im Dezember hatte das Plus noch fast 18 Prozent betragen. Als Grund für die eher verhaltene Nachfrage nannte der Verband eine Zurückhaltung beim Kauf von Nutzfahrzeugen, die im Januar stagnierte (mehr zur Konjunktur in China – hier). Nutzfahrzeuge machen rund 15 Prozent des Gesamtmarktes aus. Pkws verzeichneten dagegen ein Plus von sieben Prozent.

Analysten zufolge hatte auch das chinesische Neujahrsfest Auswirkungen. 2014 fiel der Beginn der Feierlichkeiten auf Ende Januar. Die meisten Autohändler haben während der Festwoche geschlossen. 2013 begingen die Chinesen ihr Neujahr im Februar. „Firmen investieren im Januar ohnehin nicht viel in neue Nutzfahrzeuge“, sagte Analyst Wan Dong von Capital Securities. In diesem Jahr sei dieser Trend durch Neujahr verstärkt worden.

Ausländische Autobauer wie GM, Ford oder Toyota erfreuten sich zu Jahresbeginn zweistelliger Wachstumsraten (warum Toyota sich nicht darüber freuen kann – hier). Die heimischen Hersteller wie Geely waren dagegen nicht gefragt. Auch für deutsche Marken ist China eine sichere Bank für Zuwächse. Vor allem Oberklasse-Wagen wie Audi, BMW oder Daimler sind beliebt. Damit zeigen Chinesen gerne ihren Wohlstand.

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