Energiereform führt zum Anstieg der Bahnpreise

Der Verkehrsverband erwartet wegen der Energiereform von Minister Gabriel Mehrkosten von über 150 Millionen Euro. Davon fallen 100 Millionen Euro pro Jahr auf die Deutsche Bahn. Höhere Ticketpreise sind die Folge.

Verbraucherschützer, Gewerkschaften und Bahn-Unternehmen rechnen wegen der geplanten Energie-Reform mit höheren Ticket-Preisen. Wer umweltfreundlich mit Bahnen unterwegs sei, werde finanziell bestraft, kritisierte Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen am Donnerstag in Berlin. Nach einer Schätzung des Verbandes der Verkehrsunternehmen (VDV) beträgt die Mehrbelastung bis zu 150 Millionen Euro jährlich. Die Regierung will laut einem Gesetzentwurf die Bahnen stärker für die Kosten der Energiewende heranziehen, um so den Strompreis-Anstieg zu bremsen (mehr dazu – hier). Für den Bürger zahle sich das aber nicht aus, sagte Verbraucherschützer Krawinkel voraus. „Als Stromkunden sparen Privathaushalte wenig, als Fahrgäste im öffentlichen Verkehr werden sie doppelt und dreifach zur Kasse gebeten.“

Nach Angaben aus Branchenkreisen kosten die Pläne allein den Marktführer Deutsche Bahn mehr als 100 Millionen Euro jährlich. Er hatte bereits angekündigt, dass sich zusätzliche Lasten auf die Ticket-Preise auswirken würden. VDV-Präsident Jürgen Fenske nannte es völlig absurd, dass sich umweltfreundlicher Verkehr und Ticketpreise so möglicherweise verteuerten.

Die Bahn-Gewerkschaft EVG verwies auch auf den Güterverkehr, der zugunsten der Straße geschwächt werde. „Das Ziel der neuen Bundesregierung kann doch nicht sein, für noch mehr Lastwagen auf der Straße zu sorgen“, sagte EVG-Chef Alexander Kirchner. Der Lobbyverband „Allianz pro Schiene“ kritisierte, die Energiewende im Verkehr werde so torpediert. „Wir sind über die Pläne zur Neuregelung entsetzt“, sagte Geschäftsführer Dirk Flege.

Bislang mussten die Deutsche Bahn sowie Straßen- und U-Bahnen bis zu einem Verbrauch von 10Gigawattstunden den vollen Satz der Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) zahlen. Der Verbrauch darüber hinaus wurde nahezu vollständig von der Umlage befreit. Das soll nun geändert werden: Der Gesetzentwurf sieht vor, dass 2015 dann 15 Prozent, 2016 20 Prozent, 2017 25 Prozent und 2018 30 Prozent der Umlage gezahlt werden muss (hier). Allerdings ist der volle Satz der Umlage nur noch bis 3 statt wie bisher 10 Gigawattstunden fällig, was sehr kleine Bahnen begünstigt. Nach VDV-Angaben beträgt die Entlastung bei ihnen 2018 drei Millionen Euro, die Mehrbelastung insgesamt dann aber über 150 Millionen Euro.

Besonders trifft dies die Deutsche Bahn. Sie ist mit über 10.000 Gigawattstunden der größte Stromverbraucher in Deutschland. Nach Angaben aus der Verkehrsbranche müsste sie 2018 über 200 Millionen Euro für die Umlage aufbringen, wenn diese auf dem heutigen Stand verharrt. Das ist das doppelte der Summe, die sie derzeit zahlt. Das Unternehmen wollte sich am Donnerstag nicht zu den Plänen der Regierung äußern.

 

Kommentare

Dieser Artikel hat 3 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Miesmacher sagt:

    Wir zerstören uns selbst durch die „neuen Eliten“ der Nullen!

  2. inflatio sagt:

    geschickt gemacht.

    bei den bahnpreisen bemerken michels nicht so schnell, dass die steuern, sorry abgaben, ähhh bahnpreise, mal eben um 5-15% steigen.
    Dzu kommt noch die presse und verbreitet eine inflation von 1,8% oder sogar deflationsängste.
    Und rolliwolfi sagt noch vor der kamera das es mit dem euro alles günstiger geworden ist.

    Aus erfahrung weis ich, dass viele michels es glauben.

    dann erhöhen sich die bonzen ihre diäten und alles ist wieder gut.

  3. ojojo sagt:

    na, wer hätte das gedacht, das in deutsch mal die preise steigen.