ThyssenKrupp reduziert Verluste von Steel Americas

Der deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp reduziert seine Verluste in den USA. Die Gesamtschulden des Stahlriesen belaufen sich noch auf 4,5 Milliarden Euro. Der Preisverfall in Europa macht den Konzernen zu schaffen.

Die US-Sparte Steel Americas macht ThyssenKrupp noch immer zu schaffen. Dennoch konnte die Auslastung im US-Werk erhöht werden. In Europa herrscht hingegen Preisdruck wegen Überproduktion.

Nach den Milliardenverlusten mit den neuen Stahlwerken in Übersee bekommt ThyssenKrupp die Anlagen besser in den Griff. Im vergangenen Quartal konnte der Industriekonzern die Verluste in der Problemsparte Steel Americas unter anderem dank einer höheren Auslastung deutlich reduzieren. Auch deswegen habe sich im Gesamtkonzern der operative Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 247 Millionen Euro mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Das europäische Stahlgeschäft schwächelte hingegen. Im Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2013/14 fuhr der Mischkonzern allerdings unter dem Strich einen Verlust von 69 Millionen Euro ein. Dazu trugen vor allem Wertberichtigungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf der Anteile von 29,9 Prozent an dem finnischen Outokumpu -Konzern zu Buche.

Mit dem US-Werk hat ThyssenKrupp eines der beiden Überseestahlwerke an ArcelorMittal und Nippon Steel verkauft. Die Transaktion, die ThyssenKrupp gut eine Milliarde Euro in die Kasse spülen soll, soll in den kommenden Monaten abgeschlossen sein.

Der operative Verlust von Steel Americas lag im Zeitraum von Oktober bis Ende Dezember bei 17 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Fehlbetrag von 122 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. Der Konzern profitiere von einer höheren Auslastung, Kostensenkungen und positiven Währungseffekten.

Im europäischen Stahlgeschäft musste ThyssenKrupp hingegen wegen des Preisdrucks Federn lassen (mehr zum Preisverfall in Europa – hier). Hier schmolz das Betriebsergebnis auf 19 Millionen von 30 Millionen Euro.

ThyssenKrupp hatte sich mit seinen Stahlwerken in Übersee verhoben und dadurch Milliardenverluste eingefahren. Durch den Verkauf des US-Werks für gut eine Milliarde Euro und den Einnahmen von 880 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung hatte sich der Konzern zuletzt etwas Luft verschafft. Ende Dezember standen aber noch Schulden von 4,5 Milliarden Euro in den Büchern nach 5,0 Milliarden Euro ein Vierteljahr zuvor.

„Das bereinigte Ebit lag etwas über den Erwartungen“, sagte Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank. Strukturelle Verbesserungen und vorteilhafte Treibstoffkosten hätten den Gewinn dort gesteigert. Zudem seien die Auftragsbücher in den Segmenten Aufzüge und Industrial Solutions gut gefüllt. Das Geschäft in Europa bereitet den Stahlproduzenten hingegen Sorgen (hier).

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.