Vorsicht vor der Click-Farm: Gekaufte Facebook-Likes schaden Unternehmen

Der Erfolg eines Unternehmens im Internet bemisst sich immer mehr durch Likes und Follower auf den sozialen Netzwerken. Firmen können die Anzahl der Fans für wenig Geld signifikant erhöhen. Sogenannte Click-Farmen erzeugen die nächste Internetblase. Bald sind Likes und Follower nichts mehr wert.

Für die Online-Präsenzen von Unternehmen sind Likes auf Facebook und Fans auf Twitter enorm wichtig geworden. Je mehr Likes oder „Follower“ ein Unternehmen hat, desto höher wird sein Marktwert eingeschätzt. Betreiber von Click-Farmen schlagen daraus Kapital. Unternehmen kaufen bei Ihnen Facebook-Likes für einen geringen Betrag.

Von den 1,18 Milliarden aktiven Facebook-Nutzern sind Schätzungen zufolge 14,1 Millionen gefälscht. Auf Twitter ist es noch schlimmer. Fast jedes zehnte der 232 Millionen Profile ist gefälscht, berichtet Zero Hedge.

Click-Farmen gibt es überwiegend in Bangladesch und Indonesien. Die Firma Unique IT World bezahlt Arbeiter dafür, manuell auf die Facebook-Seiten der Kunden zu klicken und die Zahl der Likes zu steigern. Für Facebook und Google ist es schwer, das zu unterbinden, da es sich in diesem Fall nicht um automatisch generierte, sondern um echte Profile handelt.

Die Kosten dieser Click-Farmen sind so niedrig, dass der Handel mit Likes für dessen Betreiber ein lukratives Geschäft ist. Die Firma BuyPlusFollowers verkauft 1.250 Google+ shares (geteilte Inhalte über Google+) für 12,95 US-Dollar. 1.000 Instagram-Fans kosten nur 12 Dollar. Für Bands besonders interessant: 1.000 Klicks auf einen Song bei Soundcloud kosten nur 9 Dollar.

Dabei ist es egal, wer die neuen Fans sind. Nur die Masse zählt, um Besucher mit den vielen Likes zu beeindrucken. Die Unternehmen kaufen die Facebook-Likes, weil sie davor Angst haben, dass sie potenzielle Kunden verlieren, wenn sie nur 12 bis 15 Likes bei Facebook haben. Unternehmer wie Ali Hanafiah, der seinen eigenen Server besitzt, können 1.000 Twitter-Follower für 10 Dollar anbieten. Für eine Millionen Fans verlangt er 600 Dollar.

Auch Facebook selbst bietet seinen Mitgliedern an, die Präsenz auf der Seite zu steigern. Das Schalten von Facebook-Werbung führt aber nicht immer dazu, dass man auch tatsächlich mehr Leute mit seiner Seite erreicht. Erfahrungsberichte zeigen, dass das die von Facebook gelieferten Likes tatsächlich von falschen Profilen vom anderen Ende der Welt stammen.

Wer eine Facebook-Seite betreut, kann Likes von Facebook kaufen, um die Reichweite seiner Seite zu erhöhen. Facebook empfiehlt diese Seite dann anderen Nutzern, die sich für das Thema der Seite interessieren könnten. Dabei nutzt Facebook verschiedene Informationen, welche die Nutzer über sich selbst machen.

Doch genau dieses Ziel, mehr Leute zu erreichen, wird durch das Zukaufen nicht immer erreicht, zeigen Erfahrungsberichte. Ab einer bestimmten Zahl kamen plötzlich sehr viele der neuen Likes aus Ländern wie Indien, Thailand, Pakistan und Ägypten, zitiert thenextweb.com einen Betroffenen in den USA.

Facebook selbst räumte bereits 2012 ein, dass 83 Millionen seiner Profile Fake sind. Die US-Investorin Janet Tavakoli sagte vor mehr als einem Jahr, dass sogar mehr als 50 Prozent aller Facebook-Profile gefälscht sein könnten (mehr hier).

Durch die wachsende Anzahl von gefälschten Profilen und die übermäßig stark steigende Anzahl der Likes und Fans, die benötigt werden, um den Marktwert eines Unternehmens zu steigern, bildet sich die nächste Blase. Wenn die echten Facebook-Nutzer erst einmal merken, dass es sich bei dem Modell der Likes nur noch um einen Schwindel handelt, werden sie das Netzwerk in Scharen verlassen.

Dann bricht das Kartenhaus in sich zusammen.

Kommentare

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  1. RA Roman Pusep sagt:

    Gekaufte Likes verstoßen gegen das Wettbewerbsrecht UWG, wie ein aktuelles Gerichtsurteil zeigt.
    .
    http://www.werner-ri.de/rechtsnews/news/news/wettbewerbsverstoss-durch-gekaufte-facebook-likes/

  2. Johnny sagt:

    Schön dann hast du echte Deutsche Fans, die aber zu 0% mit deiner Seite interagiere, sie geben ja nur den Like her.
    Das ist wie ein Kunde der kurz in den Laden kommt damit er registriert ist, sonst aber garnichts macht und eigentlich auch kein Interesse an deinem Produkt hat

  3. Lauerter sagt:

    Die Masse zählt nicht, da muss ich widersprechen. Lieber kaufe ich mir echte deutsche Fans (wenn meine Webseite dazu passt) als irgendwie Likes aus aller Welt zu kaufen.
    Letztendlich muss man nur Abwägen was man braucht, dann braucht man auch vor dieser Form des Marketing keine Angst zu haben. Auf facebook-likes-kaufen.eu gibts Fans gratis, da kann man sehen dass nicht alle Anbieter „Fake-Profile“ verkaufen 🙂
    Der Deutsche Markt ist im Vergleich seriös, so wie ich bisher Erfahrungen gemacht habe. Bei einer Suche nach „Facebook Likes kaufen“ oder „Facebook Fans“ in Google kann man sich selbst davon überzeugen.