Christian Schmidt wird neuer Agrarminister

Der Verteidigungsexperte der CSU, Christian Schmidt, wird neuer Landwirtschaftsminister. Er tritt damit die Nachfolge des zurückgetretenen Hans-Peter Friedrich an. Schmidt war lange Staatssekretär im Verteidigungsministerium und ist im Bereich Landwirtschaft noch unerfahren.

Als neuer Landwirtschaftsminister ist Christian Schmidt eine Überraschung: Die meisten Insider hätten wohl eher darauf getippt, dass der CSU-Politiker bei der Kabinetts-Umbildung den Posten des Entwicklungshilfeministers erhält. Mit seiner Erfahrung in Afghanistan und vielen anderen Krisengebieten der Welt wäre der langjährige Verteidigungsstaatssekretär dafür prädestiniert gewesen. Als er bei der Verteilung der Ministerämter nach der Wahl leer ausging, soll er enttäuscht gewesen sein. Dass dies jedoch nicht das Ende seiner Karriere bedeuten würde, war schon damals klar: Denn als Franke und Protestant vertritt der 56-Jährige gleich zwei wichtige Minderheiten in seiner Partei, die der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer bedienen muss.

Eine besondere Beziehung zur Landwirtschaft wird Schmidt zwar nicht nachgesagt, doch er stammt aus einer ländlich geprägten Region und dürfte daher mit den Sorgen und Nöten der Bauern vertraut sein. Übung in Auftritten auf internationalem Parkett hat er aus seiner Zeit als am längsten dienender Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, als er seine Minister immer wieder bei Konferenzen im Ausland vertreten musste. In der Sicherheitspolitik, einem eher ungeliebten Thema in Berlin, kennt sich Schmidt so gut aus wie wenige andere Politiker.

Dass Schmidt mit seinem großen Erfahrungsschatz unter der neuen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nicht Staatssekretär blieb, wunderte viele. Doch der Franke, der eng mit den Ministern Franz Josef Jung, Karl-Theodor zu Guttenberg und Thomas de Maiziere zusammengearbeitet hatte, wollte Ende 2013 etwas Neues wagen. Als Staatsekretär im Entwicklungsministerium freute er sich darauf, sich aus einer ganz neuen Perspektive um Krisengebiete wie Afghanistan zu kümmern. Daraus wird nichts: Als neuer Landwirtschaftsminister wird er nun ein Auge auf die Verteilung der EU-Fördergelder an die Bauern und die von seinem Vorgänger Hans-Peter Friedrich bereits angekündigte Abwehr des Genmaises haben müssen.

Zwei Monate nach ihrem Amtsantritt musste die schwarz-rote Bundesregierung das Kabinett erstmals umbilden. Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich (CSU) erklärte am Freitag nach nur 60 Tagen im Amt seinen Rücktritt im Zusammenhang mit der Affäre um den SPD-Politiker Sebastian Edathy. Aus der CSU kamen Vorwürfe an den Koalitionspartner: „Die SPD hat den Friedrich ans Messer geliefert“, sagte ein CSU-Parlamentarier der Nachrichtenagentur Reuters. Dies zielte darauf ab, dass SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann am Donnerstag eine Information von Friedrich an SPD-Chef Sigmar Gabriel publik gemacht hatte. Friedrich hatte im Oktober 2013 als Innenminister Gabriel informiert, dass Edathys Name im Rahmen internationaler Ermittlungen aufgetaucht sei.

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