Hollande bietet Investoren Steuer-Erleichterungen an

Frankreich will seine Steuerpolitik von Bürokratie befreien und vereinfachen. Potenziellen Geldgebern soll es einfacher gemacht werden, ein Investment zu tätigen. Hollande kündigte zudem an, die Unternehmenssteuern senken zu wollen. Frankreich ist händeringend auf der Suche nach Investoren.

Im Ringen um internationale Investitionen geht Frankreich mit dem Versprechen einer berechenbareren Steuerpolitik in die Offensive. Vor 30 Top-Managern ausländischer Konzerne wie Siemens, Samsung und GE sagte Präsident Francois Hollande am Montag im Elysee-Palast, das Abgabensystem werde einfacher und verlässlicher gestaltet. Er garantiere Investoren, dass die Steuersätze für ein Engagement in Frankreich nicht im Nachhinein angehoben würden – wie es in der Vergangenheit passiert ist. Bis 2020 sollten zudem die französischen Unternehmenssteuern denen der Nachbarn – allen voran Deutschland – angepasst werden. Einzelheiten nannte der sozialistische Präsident nicht.

In einer Verzweiflungsaktion, das Ruder herumzureißen, warf der französische Präsident im vergangenen Jahr seine gesamte Wirtschafts- und Steuerpolitik über den Haufen und warb seitdem dafür, die Steuern für Unternehmen zu senken. Bis setzte die französische Regierung eine Steuererhöhung nach der anderen um (mehr zu diesem Rückzieher – hier).

„Ich weiß, dass Frankreich – und das haben unsere Gespräche bestätigt – als ein komplizierteres Land gesehen wird als andere“, räumte Hollande nach der Unterredung mit den Frankreich-Chefs von Unternehmen wie auch Volvo und Nestle ein. Hollandes Regierung ist bei den Franzosen unbeliebt. Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone hat mit sinkender Wettbewerbsfähigkeit und hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Mit der Offensive in der Steuer-Politik versucht Hollande nun, die für einen Aufschwung notwendigen Investitionen ins Land zu holen.

Doch am selben Tag wurde ein Gesetz ins Parlament eingebracht, das hohe Strafen für die Schließung von noch als wirtschaftlich erachteten Industrieanlagen vorsieht. Dies geht auf ein Versprechen zurück, das Hollande im Wahlkampf 2012 den Arbeitern eines inzwischen stillgelegten Stahlwerks von ArcelorMittal gegeben hatte. Damals hatten Hollandes zuständige Minister auch mit der Verstaatlichung der Anlage des Branchenriesen gedroht. Insgesamt klagen Unternehmen in Frankreich nicht nur über hohe Steuern, sondern auch über häufige Konflikte mit den Gewerkschaften und der Regierung.

Kommentare

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  1. EU-Bürger sagt:

    Hollande will also den Steuerwettbewerb in der EU anheizen ?
    Der Schuss dürfte nach hinten losgehen.
    Das Produktivitätsniveau ist der entscheidende Faktor für die Ansiedelung von Unternehmen, auch wenn die Besteuerung etwas höher ausfällt,das weiß aber ein Sozi nicht.

    • Hans von Atzigen sagt:

      Wettbewerbsfähigkeit das ist so die allgemeine Floskel der Experten.
      Eine weitere Floskel, Reformen.
      Ein Konkretisiertes Leitbild bei dem Letztlich am Schluss wenigstens die Fundamentalsten Gleichungen aufgehen Präsentieren die Faktisch NIE.
      Ohne Zweifel Wettbewerb und Innovation sind eine der Wichtigsten Treiber des Fortschrittes.
      Die jedoch nicht vollständig durchdachten Empfehlungen führen in die falsche Richtung= Ergebnis.
      Wettbewerb bis aufs Messer in den allgemeinen letztlich Globalen Ruin.
      Letztlich bräuchte es längst Leit- Orientierungsbilder die letztlich auch schlüssig umfassend aufgehen.
      Leider davon ist nicht einmal ansatzweise etwas auf dem Tisch.
      Ausser periodischem Staunen und Ratlosigkeit wenn die Flickschustereien letztlich nicht schlüssig aufgehen und sich aus dem Nichts erfüllen ist da so gut wie Nichts.
      Ausser der Irreale Traum die Vorstellung von einem letztlich NICHT realisierbaren Ökonomie- Perpetuum- Mobile.
      Freundliche Grüsse
      http://www.hans-von-atzigen.ch

  2. spatz sagt:

    Sowohl Turbokapitalismus wie Enteignungssozialismus wirken zerstörerisch auf die
    Gesellschaft, trotzdem versucht man diese irrationalen Modelle aus verschiedenen Motiven immer wieder durchzusetzen.
    Eine ansteigende Weltbevölkerung auf der einen Seite wie der zukünftig dramatische
    Wegfall von Lohnarbeit durch die technologische Wissensrevolution
    werden alle bekannten Gesellschaftsmodelle obsolet werden lassen.
    Was macht man dann mit Milliarden Menschen die keine Möglichkeit mehr
    haben am globalen Wertschöpfungsprozess teil zu haben und einfach nur noch da sind und ernährt werden müssen/wollen
    Man muss es abwarten ob daraus der grösste gesellschaftliche Sprengstoff
    ensteht oder ob man bei ausreichenden Recourcen durch alternative Lebensmodelle
    und ihre Akzeptanz in der Gesellschaft eine Lösung der
    definitv kommenden Entwicklung findet.

  3. Nigné sagt:

    Holland hat es faustdick hinter den Ohren:

    http://ef-magazin.de/2014/02/18/4980-ueberwachung-das-internetz-rueckt-naeher

    Die Enthüllungen rund um den PRISM-Planeten waren somit womöglich nur die von langer Hand geplanten Stimuli, um dem Internet nun als schwer unter Kontrolle zu bringenden Versammlungsort für Mainstream-Ungläubige ein Ende zu bereiten.

  4. Jürgen Kunz sagt:

    Das wird dann aber moralisch schwierig werden für den Sozi Hollande:
    Einerseits 75 % „Enteignungssteuer“ auf Privatvermögen und andererseits Steuererleichterungen für investierende Unternehmen.
    Aber jeder Unternehmer ist zugleich auch Privatperson und deshalb beisst sich die Sache. Wo soll denn das Geld bleiben, welches der Unternehmer in Frankreich jetzt sparen soll? Sobald es später das Privatvermögen mehrt, schlägt der Staat wieder in voller Enteignungsabsicht wieder zu.
    Ich kann mir deshalb nicht denken, dass allzuviele europäische Unternehmen darauf hereinfallen.

  5. popper sagt:

    Wunderbar!!! Man investiert und alles wird gut. Offensichtlich ist Hollande dem Märchen der Neoliberalen aufgesessen, dass Investitionen Gewinne bringen und Gewinne Arbeitsplätze und alles zusammen mehr Steuereinnahmen und Wohlstand für alle. L

    Leider ist das schlichter Blödsinn. Denn was ist mit dem Konsum? Entsteht der durch Lohnkürzungen und das Herunterfahren von Sozialstandards? Ja eben nicht! Nur einfältige Politiker glauben durch ein einseitiges Verbessern von Investitionsbedingungen wird alles gut. Das ist der typische Fall, wie sich Angebotstheoretiker glücklich rechnen. Für die Investitionsbelebung gibt es solange keine Anzeichen, wie die Nachfrage stagniert. Das sieht man ja besonders in Deutschland. Außer Spesen nichts gewesen. Den Unternehmen wurden Steuergeschenke gemacht und die Investitionsbedingungen erleichtert. Ist was dabei herausgekommen. Ja eine Konsum und Investitions-Maus. Die Unternehmen haben gespart oder ihren Überschuss ins Finanzkasino getragen. Hollande wird diese Erkenntnis noch einholen.

  6. Keine Ahnung sagt:

    Tja, wieder ein Perpetuum Mobile.
    Steigende Steuereinnahmen durch sinkende Steuerlast.
    Mon cher Francois,
    rien ne vas plus en France.

  7. Hans von Atzigen sagt:

    Welt absurd:
    Da fragt man sich schon was denn so gewisse noch im Kopf haben.
    Der Hollande ist lediglich ein Beispiel unter leider zu vielen.
    Der will Investoren ins Land locken? Schön und gut hi hi ha ha wollen doch alle Anderen auch.
    Die Menschheit hat ein Kernproblem alle wollen Dinge die gar nicht real vorhanden sind.
    Kapital das real im erträumten ausmass nicht vorhanden ist.
    Absatzmärkte die real entsprechend solvent gar nicht existieren.
    Nicht nur National auch Global hat die Menschheit ein Riesenproblem.
    Eliten am Rande der totalen Verblödung.
    Schwadronieren von Dingen die real gar nicht existieren.
    Na dann mal prosit Gemeinde.
    Freundliche Grüsse
    http://www.hans-von-atzigen.ch

  8. My10Cent sagt:

    Völlig unglaubwürdig der Mann.

  9. FDominicus sagt:

    Oh wahrscheinlich damit er später umso heftiger zulangen kann. Selber schuld wer Sozialisten traut….