Metall-Industrie: Arbeitgeber wollen Werkverträge mit IG Metall aushandeln

In der Metall-Industrie zeichnet sich eine Einigung bei der Überarbeitung der Tarifverträge ab. Arbeitgeber und IG Metall wollen zusammenarbeiten und die Themen Mitbestimmung, Löhne und Leiharbeit neu aushandeln.

Nach jahrelangem Streit über die Werkverträge haben die Metallarbeitgeber einen Kurswechsel angekündigt. Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger bot der IG Metall Verhandlungen an, um das Thema zu regeln. „Da müssen wir uns auf der tariflichen Ebene einigen“, sagte er der Stuttgarter Zeitung (Donnerstagausgabe) laut Vorabmeldung. Dies würde am Ende zu einer Einschränkung von Werkverträgen führen. Öffnungsklauseln müssten den Unternehmen jedoch Spielräume lassen. „Das muss ein ganz modernes Vertragswerk werden, das viele betriebliche Regelungen zulässt – das ist dann Mitsprache pur„, sagte Dulger. Das Thema solle aus der Anfang 2015 beginnenden Lohnrunde in der Metall- und Elektrobranche herausgehalten werden.

Die IG Metall reagierte auf das Gesprächsangebot positiv. „Wir begrüßen das, wenn nach der Ankündigung auch die Tat folgt“, sagte eine Sprecherin. Bisher hatten die Arbeitgeber Einschränkungen in dem Bereich strikt abgelehnt. Die IG Metall strebt ein Mitbestimmungsrecht an, das sich im Koalitionsvertrag von Union und SPD aber nicht wiederfindet.

Die Unternehmen müssen sich allerdings auf schärfere Kontrollen und Sanktionen bei Missbrauch einstellen. Die Firmen müssen zudem genauer als bisher erfassen, wie viele Beschäftigte mit Werkverträgen arbeiten, um den Betriebsrat genauer zu informieren.

Seitdem Leiharbeiter durch einen Tarifvertrag und Branchenzuschläge bessergestellt sind, beobachtet die Industriegewerkschaft, dass Unternehmen neue Wege gehen, um Löhne zu drücken. Die Firmen kaufen demnach vermehrt Leistungen bei Dienstleistern ein, die nicht an Tarifverträge gebunden sind. Die von der IG Metall genannte Zahl von einer Million Werkvertragsverhältnissen bezeichnete Verbandschef Dulger als zu hoch. Eine Umfrage, auf die sich die Gewerkschaft beziehe, sei nicht repräsentativ.

 

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