Umfrage: Deutsche glauben nicht an sinkende Energiepreise

Die Energiepreise müssen sinken. Dennoch zweifelt die Mehrheit der Deutschen daran, dass die Politik dieses Versprechen umsetzen kann. Die deutschen Strompreise liegen einer McKinsey-Studie zufolge 48 Prozent über dem EU-Durchschnitt.

Für die große Mehrheit der Deutschen sind sinkende Energiekosten eines der wichtigsten Ziele der Energiewende. Allerdings zweifeln knapp zwei Drittel der Privathaushalte daran, langfristig von deutlich sinkenden Strom- und Wärmekosten zu profitieren. Das Problem: Trotz rapide fallender Erzeugungskosten für Ökostrom macht die staatliche Abgabenlast der grünen Wärmeerzeugung mittels Wind- und Sonnenstrom (EEG-Umlage) einen Strich durch die Rechnung. „Die Stromkunden in Deutschland werden 2014 nach jüngsten Berechnungen 51 Cent von jedem Euro für staatliche Abgaben bezahlen müssen – so viel wie niemals zuvor“, so das Ergebnis des STIEBEL ELTRON Energie-Trendmonitors 2014.

Die energiepolitischen Pläne der neuen Bundesregierung stoßen in der Bevölkerung jedoch auf deutliche Kritik. 94 Prozent fordern von der Politik Maßnahmen, private Haushalte im Zuge der Energiewende stärker finanziell zu unterstützen. Zudem halten 87 Prozent die Kosten der Energiewende für private Verbraucher für zu hoch. Bei der Umfrage wurden 1.000 Bundesbürger befragt.

„Die Energiewende wird zu einseitig auf dem Rücken der Verbraucher ausgetragen“, sagt Rudolf Sonnemann, Geschäftsführer des Haus- und Systemtechnikherstellers Stiebel Eltron. Die Politik sollte seiner Meinung nach viel stärker als bisher auf ungenutzte Potenziale bei der Energieeffizienz der privaten Haushalte setzen. „Wenn beispielsweise moderne Heiztechnik auf Wärmepumpenbasis stärker gefördert wird, lässt sich nach aktuellem Forschungsstand ungleich mehr CO2 einsparen“, so Sonnemann. Danach sieht es bislang nicht aus. Die Pläne von Energieminister Gabriel bringen mit der Kraft-Wärme-Kopplung sogar eine ganze Energiebranche in Existenznot (mehr hier).

Der größte Kostenblock bei den Energiekosten privater Haushalte liegt im Wärmebedarf. Auf die Erzeugung von Wärme (Heizen, Duschen, Kochen) entfallen knapp 90 Prozent der gesamten Energieausgaben. Der inzwischen sehr reichlich und günstig erzeugte grüne Strom könnte also eingesetzt werden, um die teure Wärmeerzeugung ebenfalls billiger und klimafreundlicher zu machen. Dem hat der Gesetzgeber allerdings Steine in den Weg gelegt: So wird beispielsweise der Betrieb einer mit Ökostrom gespeisten Wärmepumpe mit Steuern und Abgaben (inklusive Netzentgelte) von 70 Prozent belastet.

Die Haushalte werden überproportional stark belastet. Der Abstand zu den restlichen Ländern nimmt zu. Einer Studie von McKinsey zufolge bewegen sich die Strompreise „48 Prozent oberhalb des europäischen Durchschnitts und die Zielerreichung verschlechtert sich von 20  Prozent auf 10 Prozent. Für 2014 ist durch die Steigerung der EEG-Umlage mit einem weiteren Anstieg der Haushaltsstrompreise zu rechnen“.

Während die Durchschnittspreise in Deutschland mit 29,71 Cent pro Kilowattstunde leicht über den Werten des letzten Quartals liegen, sind die Preise im EU-Durchschnitt von 20,33 auf 20,01 Cent gefallen.

Kommentare

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  1. Hans Würtz sagt:

    Mit dem Verkauf von Energie lebt es sich doch wunderbar und das soll auch so bleiben!
    Das Böse ist nur; daß die Masse der Bevölkerung und die Umwelt die Zeche hierfür zahlen muß.
    Da wird von ALTERNATIVEN ENERGIEN geredet. Das ist die Zukunft und unsere Lösung aller Energieprobleme. Was bei der Herstellung dieser Techniken der Umwelt angetan wird, das wird bewußt heruntergespielt. Man sehe sich doch z. B. mal in den Ländern um, wo das Neodym für die starken Dauermagnete unser kompakten Windgeneratorkanzeln abgebaut wird. Das Land wird vergiftet und die Menschen erkranken an Krebs. Wenn die Dinger dann stehen, werden mehrere Hunderttausend Fledermäuse seltener Arten und Vögel jedes Jahr vernichtet.
    Über das Übel der Atomkraft, Fossilen Energien und der Geothermie wollen wir erst gar nicht reden.
    Alle die zuvor genannten Energie – Wandlungstechniken haben keine Zukunft; denn sie bringen uns ein Problem nach dem anderen!
    Ja, was gibt es denn da sonst noch? Nach Einstein befinden sich in jedem Kubikmeter Raum ungeheure Energien.
    Der deutsche Prof. Dr. Turtur, zeigt in seinen privat finanzierten wissenschaftlichen Arbeiten und auch Filmen, daß die Energie des Raumes existent ist. Hierzu hat er als erster Wissenschaftler weltweit eine umfassende Theorie entwickelt. Gewiß, das Prinzip zur Wandlung des Raumes selbst in Reale Energie ist einfach, doch die Umsetzung kompliziert. Es fehlt an universitärer Forschung! Raumenergie – Enthusiasten und Bastler können das nicht leisten.
    Das meiste, was im Internet zu dieser Thematik zu finden ist, ist bewußte Irreführung und Unsinn. Ich glaube nicht, daß Deutschland es sich leisten kann, auf diesem Forschungssektor weiterhin gar nichts zu tun!
    Die Energie des Raumes ist eine unerschöpfliche und absolut umweltfreundliche Energiequelle. Sie hinterläßt keine schädliche Strahlung und keine Stoffwechselprodukte. Sie ist gleichzeitig beim Entstehen der Materie vor 13,7 Milliarden Jahre entstanden.
    Im Interesse der Bevölkerung müssen auf diesem Forschungssektor die Universitäten ran; denn schließlich werden sie auch von unseren Steuergeldern bezahlt! Wer soll denn sonst die universitäre Grundlagenforschung machen?

  2. ojeoje sagt:

    energiepreise in D fallen. Naaaatüüüürlich. Und wo ist die versteckte kamera

  3. Matthes sagt:

    48 Prozent über EU-Durchschnitt?
    Liegen die Einkommen auch 48 Prozent über EU-Durchschnitt? Meins jedenfalls nicht! Und deshalb verzichte ich auf Merkels Energiewende! Das ist eine Zumutung was da auf den Schultern der Verbraucher ausgetragen wird. Und die immer so schlaue EU schaut zu, anstatt den Deutschen Zugang zum europäischen Energiemarkt zu verschaffen!

  4. Friedel Stumpf sagt:

    Bei freier Anbieterwahl muesste ich doch auch einen Anbieter aus einem anderen EU-Land waehlen koennen!

  5. Aufgewachter sagt:

    Auch nicht an sinkende Fahrkartenpreise, immer auf die Ärmsten!

    Das Gesindel erhöht sich die Diäten und die Erwerbslosen wissen nicht wovon sie zum Vorstellungsgespräch fahren sollen.

    ” … Am nächsten Tag suchte der Erwerbslose seine Fallmanagerin im Jobcenter auf, um einen Vorschuss auf Fahrtkosten zum Vorstellungsgespräch zu erhalten, welcher ihm mit der Begründung versagt wurde, daß die Fahrtkosten bereits im Regelsatz enthalten wären. Auf die Frage, ob er das schriftlich bekommen könnte wurde ihm die Tür gewiesen …”

    Erwerbsloser schockt Jobcenter mit Vorschuss auf Fahrtkosten zum Vorstellungsgespräch per Einstweilige Anordnung
    http://aufgewachter.wordpress.com/2014/02/22/erwerbsloser-schockt-jobcenter-mit-vorschuss-auf-fahrtkosten-zum-vorstellungsgesprach-per-einstweilige-anordnung/