Ford-Betriebsrat beschuldigt Management: Fiesta Produktion in Köln zu teuer

Die Produktion des Ford Fiesta in Köln ist in Gefahr. Der Betriebsrat schiebt die Schuld auf das Management. Über 4.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Im Ringen um den Erhalt der Produktion des Kleinwagens Ford Fiesta in Köln haben die Arbeitnehmer das Management zur Zusammenarbeit aufgerufen. „Wenn wir die Kostenkalkulation verstehen, können wir auch versuchen, mögliche Nachteile am Standort Köln abzustellen“, sagte Betriebsratschef Martin Henning. Einen Lohnverzicht schloss er dabei aber aus. „Das Management hat auch Fehler gemacht. Wir haben zum Beispiel teilweise einen zu teuren Einkauf“.

Bei einer Verlagerung der Fiesta-Fertigung in das schwach ausgelastete rumänischen Werk in Craiova würden diese Kosten noch steigen, sagte Henning. „In Rumänien muss man einen kompletten Industriepark neu aufbauen.“ Außerdem fehlten viele Lieferanten, was die Lieferkette kostspielig mache. „Deshalb sagen wir, Craiova ist gar nicht in der Lage, jährlich 300.000 Fahrzeuge zu produzieren.“ Eine Entscheidung, ob die neue Version des Kleinwagens nach dem Modellwechsel im Jahr 2016 weiterhin in Köln gebaut wird, solle noch im ersten Halbjahr fallen. Das Fiesta-Werk in Köln-Niehl beschäftigt 4.100 Menschen.

Wie bei der GM -Tochter Opel ist Europa für Ford weltweit die Region mit den größten Problemen, da der Markt hier als gesättigt gilt. Autos können nur mit hohen Preisabschlägen verkauft werden. Die Werke sind wegen der Flaute kaum ausgelastet. Ford hatte ein Sparprogramm aufgelegt, um bis zur Mitte des Jahrzehnts in Europa wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Tausende Arbeitsplätze fallen weg, drei Werke in Belgien und Großbritannien werden geschlossen.

Kommentare

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  1. Rene ausgewandert sagt:

    Es wiederholt sich und die Einschlaege der Globalisation kommen langsam immer naeher bald auch in „ihr“ Haus. Es gab Zeiten in der Geschichte wo die Wahrheit eine Andere war. Zoelle und Grenzen kopierte das Deutsche Reich zu Bismarks Zeiten von den USA als es noch keine Zentralbank gab. Beide hatten wachsenden Wohlstand und unglaubliche Fortschritte.

  2. Rene ausgewandert sagt:

    Es wiederholt sich und die Einschlaege der Globalisation kommen langsam immer naeher bald auch in „ihr“ Haus. Es gab Zeiten in der Geschichte wo die Wahrheit eine Andere war. Zoelle und Grenzen kopierte das D

  3. Rene ausgewandert sagt:

    Es wiederholt sich und die Einschlaege der Globalisation kommen langsam immer naeher bald auch in „ihr“ Haus. Es gab Zeiten in der Geschichte wo die Wahrheit andr

  4. cocooning sagt:

    Ich fahre noch einen Ford Scorpio der ersten Generation (Made in West-Germany / Bj. 09/1990) mit 87.000 km auf dem Tacho und rostfrei. Ich bin sehr zufrieden.

  5. ichsschja sagt:

    Ford und Opel sind US-Konzerne, sie zahlen hier keine Steuern und machen was Sie wollen fragt eure Kollegen in Rüsselsheim.Kauft keine US-Fahrzeuge. Nur Deutsche oder Europäische.

  6. Benedikt sagt:

    Der Einkauf für den Fiesta ist auch nur so teuer, weil noch viele Zulieferteile in Deutschland produziert werden. Der Ford Fiesta ist der Deutscheste aller Kleinwagen. Wenn der Einkauf „optimiert“ wird, verlieren wohl woanders in Deutschland ihre Arbeitsplätze. Das ist dann aber sicherlich das Problem eines anderen Betriebsrates.