Reiche Familien investieren in den Mittelstand

Wegen der anhaltend niedrigen Zinsen suchen reiche Familien alternative Anlagen und stecken ihr Geld zunehmend in mittelständische Unternehmen. Zudem warten Firmenchefs mit dem Verkauf ihrer Unternehmen, da es für das beim Verkauf eingenommene Bargeld keine einfachen Anlagemöglichkeiten gibt.

Die Finanzinvestoren in Deutschland bekommen wegen der Niedrigzinsphase Konkurrenz von reichen Familienvermögen. Diese Investoren suchten alternative Anlagemöglichkeiten zu Anleihen und stecken ihr Geld zunehmend in mittelständische Unternehmen, teilte der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) am Montag mit.

„Das wird uns begleiten mindestens so lange die Niedrigzinsphase anhält“, sagte der BVK-Vorstandsvorsitzende Matthias Kues in Berlin. Wegen dieser Wettbewerber und weniger großer Deals investierte die Beteiligungsbranche 2013 rund 4,7 Milliarden Euro Eigenkapital in Firmen. Das seien 29 Prozent weniger als im Jahr davor.

Gegen den Trend zogen Gründungsfinanzierungen an. Dieser sogenannte Venture-Capital-Markt kletterte um 19 Prozent auf 673 Millionen Euro. Der Löwenanteil der gesamten Investitionen entfiel mit 3,6 Milliarden Euro auf Mehrheitsbeteiligungen und die Gesellschafternachfolgen („Buy-Out“). Dies war allerdings ein Rückgang um etwa ein Drittel.

Als Grund dafür nannte Kues einerseits das wachsende Engagement der sogenannten „Family Offices“. Andererseits hielten sich Firmenchefs mangels Nachfolger zurück, ihr Unternehmen zu verkaufen. Denn mancher frage sich, wo er im Falle eines Verkaufs sein Bargeld wieder ertragreich anlegen solle. Unterm Strich blieb die Zahl der finanzierten Unternehmen stabil bei knapp 1.300.

Für das laufende Jahr peilt die Branche an, wieder an das Geschäft von 2012 anzuknüpfen. Für Rückenwind dürfte die anziehende Konjunktur sorgen, sagte Kues. Zudem seien wegen der wohl anhaltend niedrigen Zinsen die Finanzierungsbedingungen im Markt für Übernahmen vorteilhaft.

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  1. Aufgewachter sagt:

    Mittelstand ok, aber bitte keine Übungsfirmen, wo mit Waren aus Plastik so getan wird, als ob man arbeitet, gespielt wird, wie hier:

    Soeben erreicht mich die E-Mail eines Erwerbslosen, der nach der gestrigen Sonntagsmorgenandacht folgende Beichte bei seinem Beichtvater abgegeben haben will.

    Vor der Beichte, soll die unheimliche Kirchenmusik bekannt aus dem Film “Das Schreckenskabinett des Dr. Phibes” in voller Länge gespielt worden sein.

    Hier geht es zur Beichte …

    Erwerbsloser schockt Pfarrer im Beichtstuhl in Altona
    http://aufgewachter.wordpress.com/2014/02/24/erwerbsloser-schockt-pfarrer-im-beichtstuhl-in-altona/