Regierung will Bio-Sprit nicht weiter vorantreiben

Die Mineralölkonzerne sollten nur zu einer Bio-Sprit-Quote von 5 Prozent gezwungen werden, sagt Bundesumweltministerin Hendricks (SPD). Grund sei die „schlechtere Ökobilanz“ der Biokraftstoffe. Der gesetzlich erzwungene Anbau von Soja, Palmöl und Raps hat zu einem Anstieg der Nahrungsmittel-Preise beigetragen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will dem umstrittenen Biosprit in Deutschland und der EU keine größere Rolle mehr zubilligen.

Der Mindest-Anteil am Treibstoffmix in Europa solle nur 5 Prozent betragen, sagte Hendricks der Tageszeitung. „Es gibt ernste Hinweise darauf, dass Biokraftstoffe am Ende zu einer schlechteren Ökobilanz führen.“ Zudem gebe es weltweit auch nicht genug Flächen für den Anbau. Sie könnten nur eine Übergangslösung sein.

Deutschland hat den Anteil des Bio-Sprits auf 6,25 Prozent festgesetzt. Umgesetzt wird die Quote durch ein Gesetz, das die Mineralölkonzerne zwingt, eine bestimmte Menge Biosprit mitzuverkaufen.

Sogenannter Bio-Sprit aus Soja, Palmöl oder Raps ist seit längerem umstritten: Zum einen wird kritisiert, der Anbau könne den von Nahrungsmitteln verdrängen und diese so verteuern, was besonders für Ärmere kritisch sei. Zum anderen gilt auch deren Bilanz für den Klimaschutz als fragwürdig.

Ende vergangenen Jahres hatte die litauische Ratspräsidentschaft ein Ziel von 7 Prozent bis 2020 verankern wollen. Damals hätte es Deutschland mitgetragen, eine Einigung kam jedoch nicht zustande. Osteuropäische Länder plädieren eher für eine höhere Quote, Westeuropa bremst dagegen.

Hoffnungen liegen für die Zukunft auf der zweiten Generation von Biotreibstoff: Mit „Biomass to Liquid“ (BTL) sollen Reststoffe wie Stroh in Treibstoff umgewandelt werden. Hier soll die Ökobilanz dann deutlich besser ausfallen.

Kommentare

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  1. Frank sagt:

    Diesen ganzen Biosprit-Schwachsinn hätte man sich gänzlich sparen können, diese Erkenntnisse sind nicht plötzlich vom Himmel gefallen.
    Aber wie so oft … es wurden andere Interessen bedient, als die des Volkes.

  2. E. Sauerlist sagt:

    … und zur Rodung der Regenwälder! Palmölfirmen roden für den EU-Biodiesel immer mehr Regenwald ab. Was für Intelligenzbestien in den Regierungssitzen Brüssel und grün Deutschland. Die Orang Utan und andere Artenvielfalten verlieren ihren Lebensraum. Auf der anderen Seite wird auch Gen-Mais von Merkel (Enthaltung der Stimme) befürwortet. Die Lobbyisten (Pharma) sind so groß und mächtig, da haben unsere Marionetten keine Chance. Immer schön gegen die Natur und das Volk regieren. Die Zustände in anderen Ländern sehen wir bereits schon heute.
    Die Wahlumfrage ergibt immer noch die gleichen Werte, wie vor der Wahl. Was haben wir doch für ein tolles Volk mit IQ weit über 130, oder liegt es nicht an der Dummheit?

  3. Jo Steiner sagt:

    Es ist kaum zu glauben, dass unsere Vordenker zu solchen Erkenntnissen gelangen können. Bei uns hat doch hirnloser Öko-Fundamentalismus immer noch Vorrang