Bundesbank-Vorstand Thiele sieht Vertrauen in Bitcoin geschwächt

Die Pleite der größten Bitcoin-Börse Mt.Gox führe zu einer Vertrauenskrise der Internet-Währung, so Bundesbank-Vorstand Thiele. Er rechne mit einem Totalverlust für die Anleger. Der Bitcoin-Börse wurde bei Hackerangriffen Bitcoin im Wert von einer halben Milliarde Dollar gestohlen.

Die Pleite der japanischen Bitcoin-Börse Mt.Gox ist nach Einschätzung von Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele eine Vertrauenskrise für die Internet-Währung. „Die aktuellen Ereignisse im Zusammenhang mit Mt.Gox haben das Vertrauen in Bitcoin geschwächt“, sagte Thiele der Neuen Osnabrücker Zeitung.

„Vertrauen ist aber, neben den rechtlichen Rahmenbedingungen, zusammen mit Stabilität und Sicherheit einer der wichtigsten Bausteine einer Währung.“ Die Bundesbank habe immer wieder betont, dass mit der Internetwährung extreme Anlegerrisiken verbunden seien. „Dass Bitcoin ein hochspekulatives Finanzinstrument sind, wird durch die Insolvenz von Mt.Gox leider eindrücklich unter Beweis gestellt“, sagte Thiele. Er schloss nicht aus, dass es für viele Anleger, die Bitcoin beim Mt.Gox eingelagert hätten, zum Totalverlust kommen könnte.

Beim einst größten Bitcoin-Handelsplatz Mt.Gox hatten nach Aussage von Firmenchef Mark Karpeles Hackerangriffe dazu geführt, dass Bitcoin im Wert von fast einer halbe Milliarde Dollar verschwunden sind. Nach einer Reihe technischer Schwierigkeiten hatte Mt.Gox am Dienstag seine Internetseite geschlossen und am Freitag Gläubigerschutz beantragt. Während Karpeles versuchte, den Schaden für die Währung zu begrenzen und die Bitcoin-Branche als „gesund“ bezeichnete, sagte Thiele, Bitcoin seien ein „Nischenphänomen“ und hätten sich lediglich als „Recheneinheit“ qualifiziert.

Bitcoin sind seit 2008 im Umlauf. Dahinter unterliegen sie im Gegensatz zu herkömmlichen Währungen weder Zentralbanken noch Regierungen. Bitcoin sind daher nicht durch physische Vermögenswerte gedeckt. Der Wert der wohl bekanntesten Online-Währung ist lediglich vom Vertrauen ihrer Nutzer abhängig.

Kommentare

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  1. madeyes sagt:

    „Der Wert der wohl bekanntesten Online-Währung ist lediglich vom Vertrauen ihrer Nutzer abhängig.“

    Also so bei beim Fiatgeld…z.B. Euro + Dollar.

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Absolut keine Überraschung.
    Geld in welcher Vorm auch immer ist kein eigentlicher Wert an sich.
    Werte haben nur Real produktive oder Real nutzbare Dinge.
    Einschliesslich eines Relativen Nachfragewertes Zb.. Gold in Relation zur begrenzten Verfügbarkeit.
    Der ,,Wert,, jeglichen Geldes ergibt sich aus der Relation.
    Brutto Produktion- Geldmenge- Bruttokonsum.
    Freundliche Grüsse

  3. Werner sagt:

    Natürlich ist Bitcoin riskant. Wer aber meint, mit einer „richtigen“ Währung und einer „richtigen“ Bank auf der sicheren Seite zu sein, kann ja mal die ehemaligen Kunden von Lehman Brothers oder MF Global fragen…