Wachstum der deutschen Industrie verlangsamt sich

Der Einkaufsmanager-Index der deutschen Industrie sinkt im Vergleich zum Vormonat leicht. Angesichts einer drohenden Erhöhung der Energiekosten halten sich Industriebetriebe mit Einstellungen zurück. Die Nachfrage ist weiterhin schwach und die hohe Produktion drückt auf die Preise.

Die Geschäfte der deutschen Industriebetriebe liefen im Februar besser als im Vormonat, das Wachstum verlor allerdings etwas an Schwung, wie am Montag aus der monatlichen Markit-Umfrage unter 500 Firmen hervorgeht. Der Einkaufsmanagerindex sank um 1,7 auf 54,8 Punkte, blieb aber deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Knackpunkt sei, ob die Industrie diesen Kurs in den nächsten Monaten fortsetzen könne, sagte Markit-Ökonom Oliver Kolodseike.

Dabei sind die Rahmenbedingungen, was die Energiekosten für die Industrie angeht, alles andere als klar. Energieminister Sigmar Gabriel kämpft derzeit auf EU-Ebene dafür, dass energieintensive Industriebetriebe weiterhin von der Ökostromumlage befreit sind. Die Verhandlungen erweisen sich als äußerst „schwierig“ (hier). Die EU sieht darin eine Verzerrung des Wettbewerbs. Für die deutsche Industrie könnte es also bald wieder teurer werden.

Der Einkaufsmanagerindex der Industrie in den Euro-Ländern sank um 0,8 auf 54,0 Punkte. Das Barometer hielt sich aber deutlich über der Marke von 50 Zählern.

Sorge bereitet Arbeitsmarktexperten die Rekordarbeitslosigkeit in der Euro-Zone (hier gibt es mehr  Informationen zur Arbeitslosigkeit in Frankreich und Italien). „Allerdings liegt die Einstellungsrate nach wie vor sehr niedrig“, sagte Williamson. „Die Industrie wird wohl in der näheren Zukunft keinen großen Beitrag dazu leisten, die fast rekordverdächtige Arbeitslosenquote beträchtlich zu senken.“

Im Februar erhöhte sich die Produktion erstmals seit fast drei Jahren in allen großen Euro-Ländern gleichzeitig – in Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien. Allerdings drückt die Überproduktion die Preise in den Keller (hier). Wegen der nicht gebannten Gefahr einer Deflation – einem Preisverfall auf breiter Front – könnte die Europäische Zentralbank am Donnerstag ihren Leitzins nochmals senken (hier).

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