Umsatz im Großhandel geht erstmals seit 2009 zurück

Nach den Preisen fallen nun auch die Umsätze im Großhandel zum ersten Mal seit vier Jahren. 2013 mussten Großhändler bei Rohstoffen und Maschinen Preisrabatte gewähren. Bei den Konsumgütern steigen die Preise leicht an.

Die maue Konjunktur hat den deutschen Großhändlern 2013 das erste Umsatzminus seit vier Jahren eingebrockt. Die Unternehmen verkauften zwar die gleiche Menge wie im vorangegangenen Jahr, hatten wegen sinkender Preise aber ein Minus von nominal 0,9 Prozent in der Kasse, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Vor allem im Großhandel mit Rohstoffen und Maschinen, der als Gradmesser für die Industrieproduktion und den Export gilt, mussten die Firmen die Nachfrage mit Preisnachlässen ankurbeln. In dieser Sparte klaffte zum Jahresende ein Loch von 2,2 Prozent in der Kasse, obwohl die verkaufte Menge zulegte.

Anders entwickelte sich der Großhandel mit Konsumgütern: Hier stiegen die Preise. Obwohl die verkaufte Menge um 0,7 Prozent sank, kletterte der Umsatz um 0,6 Prozent. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass sich Nahrungsmittel im vergangenen Jahr spürbar verteuerten.

Für 2013 hatte der Branchenverband BGA ursprünglich ein Umsatzplus von nominal fast einem Prozent in Aussicht gestellt. Für das laufende Jahr traut er den Großhändlern wieder ein Wachstum von knapp zwei Prozent zu.

Der Großhandel in Deutschland senkt erstmals seit vier Jahren wieder die Preise. Die Waren werden um 0,5 Prozent billiger. Die schwache Konjunktur hatte dem Großhändler Metro zuvor Verluste im Weihnachtsgeschäft beschert (mehr hier).

Das Vertrauen in stabile Preise muss dem IWF zufolge aufrechterhalten werden. Um einer Deflation vorzubeugen, soll die EZB Vorkehrungen durchführen, fordert IWF-Chefin Christine Lagarde (hier).

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