Mittelstand muss Innovations-Potenzial besser nutzen

Deutsche Unternehmen bleiben in Sachen Innovation hinter ihren Möglichkeiten zurück. Nur vier Prozent der Manager halten ihr Unternehmen für innovativ. Wichtige innovationsfördernde Maßnahmen werden oft nicht richtig bis gar nicht umgesetzt.

Deutsche Industrieunternehmen gelten als überdurchschnittlich innovativ, jedoch zeigt eine aktuelle Studie des  Spezialchemiekonzerns ALTANA, dass die Führungsriege der ansässigen Industrie noch Handlungsbedarf vorsieht. Ein Grund dafür ist die fehlende Innovationskultur in den Unternehmen. Auch junge Industrie-Talente leiden darunter, denn diese arbeiten oft in einem Umfeld, indem sie ihr Innovationspotenzial nicht voll entfalten können, heißt es im „Industrie-Innovationsindex“.

Für Matthias L. Wolfgruber, Vorsitzender der ALTANA Gruppe, sind die Ergebnisse überraschend, denn „beim Thema Innovationsfähigkeit hat die deutsche Industrie ganz klar noch Luft nach oben. Gerade in Deutschland müssen wir uns die Frage stellen, wie die Möglichkeiten hier besser ausgeschöpft werden können“.

Es ist für Unternehmen sehr wichtig, dass eine Kultur herrscht, in der Innovationen reifen können. Die Innovationsfähigkeit des Unternehmens hänge nicht allein vom Budget für Forschung und Entwicklung ab. Vielmehr sei die Summe vieler wichtiger innovationsfördernder Strukturen, Werte und Verhaltensweisen, die es fest im Unternehmen zu verankern gilt.

Wichtig für ein innovationsförderndes Arbeitsumfeld ist zum Beispiel, dass Vorgesetzte wertschätzend auf ungewöhnliche Vorschläge reagieren. Denn gerade neue Pfade und Blicke über den Tellerrand  tragen zur Entwicklung von Innovationen bei. Doch zeigt die Studie, dass in zwei Dritteln der Unternehmen Ideen abseits der Norm nicht immer positiv aufgenommen werden. Eine aktive Förderung von  unkonventionellen Denk- und Vorgehensweisen findet nach Angaben der  Berufseinsteiger sogar nur in 15 Prozent der Unternehmen statt. Das  bestätigen auch die Manager: Hier sehen nur zwölf Prozent im eigenen  Unternehmen eine breite Akzeptanz für Mitarbeiter, die Neuland wagen  wollen. Selbst vermeintliche Standards zur Innovationsförderung wie  ein betriebliches Vorschlagswesen sind in weniger als einem Viertel  der Unternehmen voll etabliert.

Die Studie zeigt, dass sich die Manager darüber durchaus im Klaren sind, dass sie nicht mit bestem Beispiel vorangehen, denn nur 17 Prozent leisten nach eigenen Angaben persönlich einen optimalen Beitrag, um Innovation zu fördern. Dabei wissen die Entscheider, dass eine starke Innovationsfähigkeit, positive Auswirkungen auf das Unternehmen hat. 41 Prozent halten einen hohen Investitionsgrad für notwendig.

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