Beamte in Frankreich fehlen einen Monat im Jahr

Französische Beamte fehlen im Vergleich zu Angestellten überdurchschnittlich häufig. Die Quote liegt bei 12 Prozent der Arbeitstage. Bei den großen französischen Unternehmen liegt die Quote bei 4 Prozent. Für Arbeitgeber tragen Ärzte die Schuld, weil sie zu großzügig Krankschreibungen verteilen.

Staatsdiener in Frankreich glänzen ungewöhnlich häufig mit Abwesenheit am Arbeitsplatz. Die jährlichen Ausfallzeiten summieren sich durchschnittlich auf fast einen gesamten Monat, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Instituts iFRAP ergab. Dies entspricht zwölf Prozent aller Arbeitstage. Bei den fünf größten französischen Firmen, darunter Renault und BNP Paribas, liegt die Quote hingegen nur bei vier Prozent. Arbeitgeber klagen in Frankreich oft über eine zu laxe Krankschreibungspraxis der Ärzte. Auch Daten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zeigen, dass die Ausfallzeiten höher sind als im europäischen Durchschnitt.

Der üppige Staatsapparat in Frankreich ist zudem auch ein beträchtlicher Kostenfaktor: Die Gehälter machen rund ein Viertel der Ausgaben aus. Präsident Francois Hollande will wegen des ausufernden Staatsdefizits Ausgaben einsparen. Zwischen 2015 und 2017 sollen die Ausgaben um mehr als 50 Milliarden Euro sinken. Die These, dass die Arbeitsmoral der Staatsdiener den Sparbemühungen entgegensteht, will die Gewerkschaft CGT jedoch so nicht stehen lassen. Die iFRAP-Studie sei irreführend, da sie beispielsweise nicht nach Arbeitsumständen und Alter der Beschäftigten differenziere. „Da kann man kaum Daten herausfiltern, die repräsentativ sind“, kritisiert CGT-Funktionär Philippe Vorkaufer.

In der Studie werden die Fehlzeiten von Staatsdienern in 25 Großstädten unter die Lupe genommen, wobei die Hauptstadt Paris allerdings nicht erfasst wurde. Als Hochburg bei den Fehlzeiten erwies sich dabei das südfranzösische Montpellier mit durchschnittlich 39 Tagen, an denen Beamte nicht zur Arbeit erschienen sind. Auch in Grenoble (35 Tage) und Straßburg (32 Tage) fehlten die Staatsdiener länger als im Landesdurchschnitt. Das Institut erfasste in der Studie Fehltage wegen Krankheit, Unfällen, Elternzeit, aber auch unentschuldigte Abwesenheit vom Arbeitsplatz.

Kommentare

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  1. Hartmut sagt:

    So ist die Statistik nichts wert. Wie hoch ist z.B. der Altersdurchschnitt? Vielleicht liegt da schon ein Grund für die Unterschiede. Was ist mit sehr belastenden Berufen (Polizei, Feuerwehr)? Das ist nicht mit normaler Tätigkeit vergleichbar.

  2. joooo sagt:

    genau, und hier in DE fehlen die quasi nur 4 wochen pro jahr. Wenn man dann aber noch sieht, dass die meisten von denen im dienst ihren halben handyakku mit privatgesprächen leer machen, dann kann man nur hoffen, das die durchs telefoniern nicht krank werden.

  3. Werner sagt:

    Da sieht man’s wieder : Nur der Schrott der Bevolkerung geht zum (verkommenen ) Staat !

    mfg. Werner

  4. BernhardundBianca sagt:

    Bei uns ist es doch ähnlich.
    Ich arbeite im Personalbereich eines ehemaligen deutschen Staatsbetriebes in dem Beamte und Angestellte tätig sind.
    Die Dauer der Krankschreibungen der Beamten ist im Vergleich zu den Angestellten oftmals wesentlich länger. Auch fortlaufende Krankschreibungen über Monate / z. T. Jahre sind anzutreffen. Den Beamten/in stört das in der Regel wenig, da diese auch die volle Besoldung/Gehalt über Monate/Jahre der Krankschreibung bekommen – es gilt das Alimentationsprinzip.

    • joooo sagt:

      ähnlich = 4 wochen :-))

    • joooo sagt:

      das die bematen trotz krnak teisl jahre ihr volles gehalt weiter bekommen wird auch gut unter verschluss gehalten.

      Fakt ist auch, dass die amtsärzte extra falsche begutachtungen schreiben um diese krankheitsgeschenke oft noch weiter zu bekommen.

      im prinzip ist das steuerhinterziehung oder steuerbetrug.

  5. wolfgang sagt:

    Wie hoch ist der Anteil der Elternzeit?
    Nur wenn diese Frage beantwortet werden kann, ist der Artikel was wert.

  6. Kanty sagt:

    Kann man in Ruhe das Wochenende geniessen oder wird es richtig heiss auf der Krim?

    http://www.marktorakel.com/index.php?id=5062149749670860343