Onlinehandel setzt auf Smartphones und Tablets

Traditionelle Versandunternehmen versuchen, an der schnell wachsenden Konkurrenz dran zu bleiben. Das Unternehmen Otto will 300 Millionen in neue Technik investieren.

Der Versandhändler Otto treibt den Ausbau des Onlinegeschäfts voran, um mit den Konkurrenten Amazon und Zalando Schritt zu halten. Bis 2015 sollten rund 300 Millionen Euro in Technologie und neue Angebote investiert werden, kündigte Otto am Donnerstag an. Dabei setzt das Hamburger Familienunternehmen darauf, dass die Kundschaft verstärkt über Smartphones und Tablet-Computer bestellt. Bis 2016 soll die Hälfte aller Kundenkontakte über mobile Endgeräte abgewickelt werden. Bereits heute verbuchten einige Online-Shops bis zu 40 Prozent der Besuche über solche Geräte.

Otto hat den Onlinehandel in den vergangenen Jahren schrittweise ausgebaut, während das klassische Kataloggeschäft immer weiter an Bedeutung verlor. Im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/2014 stieg der Online-Umsatz weltweit um 400 Millionen Euro auf mehr als sechs Milliarden. Das entspricht einem Wachstum von 7,6 Prozent. Allein in Deutschland sei der Umsatz um knapp 290 Millionen Euro auf rund vier Milliarden geklettert. „Wir haben eine gute Balance zwischen ordentlichem Wachstum und zufriedenstellender Ertragsentwicklung gefunden“, sagte der stellvertretende Vorstandschef Rainer Hildebrand. Otto gehe einen anderen Weg als manche Wettbewerber, indem man nach den üblichen Anlaufverlusten im Internet auf nachhaltiges und wertorientiertes Wachstum achte. Das Unternehmen will sich in dieser Hinsicht von Konkurrenten wie Zalando abgrenzen

Der Online-Modehändler Zalando, der durch den Werbeslogan „Schrei vor Glück“ populär geworden ist, wächst rasant, schreibt aber rote Zahlen (mehr hier). Im vergangenen Jahr steigerte Zalando den Umsatz europaweit um 52 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro. Konkurrent Amazon wuchs in Deutschland um ein Fünftel auf fast acht Milliarden Euro (hier).

Online-Händler setzen vor allem auf Elektroartikel als Absatzschlager. Der Absatz von Tablet-Computern ist Marktforschern zufolge 2013 um zwei Drittel gestiegen. Demnach verkauften die Hersteller weltweit annähernd 200 Millionen Geräte, wie die Experten vom Institut Gartner am Montag mitteilten. Dabei dominieren den Markt inzwischen Flachrechner mit dem Android-Betriebssystem von Google (mehr hier). Branchenpionier Apple verkaufte zwar mit gut 70 Millionen iPads nach wie vor die meisten Tablets, die Konkurrenz setzt dem US-Konzern in diesem Geschäft aber immer stärker zu. So vervierfachte allein der südkoreanische Rivale Samsung seine Verkaufszahlen.

„Im Jahr 2013 wurden Tablet-Computer zu einem Massenphänomen“, erklärte Gartner-Analystin Roberta Cozza. Dazu habe auch beigetragen, dass die Geräte erschwinglicher geworden seien. Im laufenden Jahr werde das Geschäft für die Anbieter allerdings härter, sagt sie voraus. In Massenmärkten komme es für die Hersteller auf gefällige Technologien und Zusatzangebote an, um die Margen zu behaupten.

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