Österreich krisensicher: OMV-Gasspeicher sind halb gefüllt

Österreichs Versorgung mit Erdgas ist über viele Monate gesichert. Die Gasspeicher sind zur Hälfte gefüllt. Energieversorger OMV will auch in Namibia nach Öl und Gas suchen.

Die Versorgung Österreichs mit Erdgas ist trotz der Krise in der Ukraine laut OMV -Chef Gerhard Roiss für viele Monate gesichert. Die Gasspeicher des österreichischen Erdöl- und Gaskonzerns seien nach einem milden Winter fast zur Hälfte gefüllt, sagte Roiss am Montag im einen Radio-Interview mit dem Österreichischen Rundfunkt (ORF). „Die Speicher sind zwischen 40 und 50 Prozent gefüllt, das heißt, wir sind für viele, viele Monate abgesichert“, sagte Roiss.

Laut Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner kann Österreich seinen Gasbedarf zu 20 Prozent selbst decken. Über die Hälfte des Gases komme aus Russland, sagte der Minister zur „Kronen Zeitung“. Die Leitungen verlaufen von Russland vorwiegend über die Ukraine. Der Rest des österreichischen Gasbedarfs werde über Norwegen und Deutschland gedeckt. Die Zuspitzung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine um die Halbinsel Krim hat Ängste vor einem Lieferengpass ausgelöst.

In Österreich gibt es neun Untergrundspeicher für Erdgas mit einem Volumen von insgesamt 7,5 Milliarden Kubikmetern. Die OMV ist nach eigenen Angaben mit einem Anteil von 33 Prozent Marktführer. Um sich für mögliche Engpässe zu rüsten, wurden die Gasspeicher in Österreich in den vergangenen Jahren ausgebaut. Der Versuch, über die Gaspipeline Nabucco Europa von russischen Gaslieferungen unabhängiger zu machen, war jedoch im Vorjahr gescheitert. Laut OMV-Chef Roiss muss Europa nun versuchen, die heimische Gasproduktion anzukurbeln. Er verwies dabei auf die großen Gasressourcen im Schwarzen Meer und die OMV-Projekte im östlichen Mittelmeer.

Die österreichische OMV will künftig auch in Namibia nach Öl und Gas suchen. Gemeinsam mit dem US-Konzern Murphy Oil plant das österreichische Unternehmen eine Beteiligung an einem Bohrblock vor der Küste des Landes. Eine entsprechende Genehmigung des zuständigen Ministeriums liege bereits vor, sagte der namibische Öl-Beauftragte Immanuel Mulunga.

Unklar war zunächst noch, ob auch alle anderen Beteiligten schon ihre Zustimmung gegeben haben: Derzeit hält die brasilianische Förderfirma Cowan 85 Prozent an dem Öl- und Gasfeld. Künftig soll Murphy Oil 45 Prozent halten und nach Angaben von Regierungsvertretern den Betrieb des Feldes übernehmen. Der geplante Anteil der OMV werde bei 20 Prozent liegen, während Cowan weitere 20 Prozent behalte. Die restlichen 15 Prozent stehen in Besitz der staatlichen Ölfirma Namcor.

Murphy Oil war zunächst nicht erreichbar. Die OMV wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Das österreichische Unternehmen will sein renditeträchtiges Öl- und Gasfördergeschäft ausbauen und ist dabei auf der Suche nach neuen Quellen.

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