Chemie-Unternehmen Evonik muss 1.000 Stellen streichen

Evonik will in den kommenden Jahren über 1.000 Stellen streichen. Aufgrund von niedrigen Verkaufspreisen hat sich der Chemiekonzern eine Sparkur verordnet. Der Preisverfall in der Industrie geht weiter.

Der Chemiekonzern Evonik will angesichts sinkender Gewinne in den kommenden Jahren rund 1.000 seiner insgesamt über 33.000 Stellen abbauen. Konzernchef Klaus Engel nannte diese Zahl am Freitag in Essen und bestätigte damit frühere Informationen aus Branchenkreisen. Der Konzern wolle den Abbau „sozialverträglich und menschlich anständig“ gestalten, sagte er laut Redetext. Betriebsbedingte Kündigungen seien bei Evonik bis Jahresende 2018 ausgeschlossen, unterstrich er.

Evonik hatte bereits im vergangenen September das Sparprogramm angekündigt, mit dem die Verwaltungskosten ab Ende 2016 um bis zu 250 Millionen Euro pro Jahr sinken sollen. Evonik steht mit solchen Plänen in der Branche nicht allein da – auch Konkurrent Lanxess will Stellen streichen.

Sinkende Verkaufspreise verringern Gewinn

Der Chemieriese Evonik hat im vierten Quartal bei stagnierenden Umsätzen weniger verdient. Das Essener Unternehmen führte dies auf geringere Verkaufspreise zentraler Produkte zurück (mehr zum Preisverfall und Deflationsängsten in der europäischen Industrie – hier). Der Rückgang fiel aber geringer aus als vom Markt erwartet. Für das Jahr 2013 schüttet Evonik zudem eine Dividende von einem Euro je Aktie aus – mehr als Analysten prognostiziert hatten.

Das bereinigte Ebitda sei im vierten Quartal bei einem Umsatz von 3,1 Milliarden Euro deutlich auf 386 (Vorjahr: 452) Millionen Euro gesunken, teilte der Hersteller von Produkten für die Kunststoffindustrie und Wirkstoffen für Tiernahrung am Freitag in Essen mit. Das Konzernergebnis lag bei 163 (290) Millionen Euro, nach Minderheiten blieben 103 (277) Millionen Euro übrig. Analysten hatten für das vierte Quartal mit einem Umsatz von 3,12 Milliarden Euro, einem bereinigten Ebitda von 380 Millionen Euro und einem Überschuss von 165 Millionen Euro gerechnet. Die Dividende für das Jahr 2013 hatten sie bei 0,93 Euro erwartet.

2014 rechnet Evonik mit Umsätzen leicht über Vorjahreshöhe und einem bereinigten Ebidta in einer Spanne zwischen 1,8 und 2,1 Milliarden Euro – 2013 kam der Konzern hier auf zwei Milliarden Euro.

 

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