Big Data verschafft Unternehmern Wettbewerbs-Vorteile

Big Data ist ein Zusammenspiel moderner Internet-Technologien und Analyse-Methoden. Akteure aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft versuchen, durch neue Kombination von riesigen Datensätzen Erkenntnisse zu gewinnen. Für Unternehmer ist Big Data eine Ressource, die neue Geschäftsmodelle und Trends offen legen kann.

Jeder Mensch, jedes Unternehmen, die Wirtschaft und alle gesellschaftlichen Bereiche produzieren ununterbrochen Daten, die in irgendeiner Form gespeichert, gesammelt und verarbeitet werden. Big Data ist die Verarbeitung dieser Daten. Der Megatrend hat das Potenzial, die Nutzung des Internets und zahlreiche gesellschaftliche Bereiche zu verändern.

Im Zentrum von Big Data stehen Wachstums- und Effizienzsteigerungen. Die Analyse gewaltiger Datenmengen öffnet Raum für Experimente, Innovation und Kreativität, „bietet einen reichen Fundus an neuen möglichen Datenkombinationen und steht somit auch für die Entdeckung ungeahnter Zusammenhänge. Dadurch birgt Big Data das Potenzial, neue Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen zu schaffen.

Das Auswerten von riesigen Datenmengen ist nicht mehr nur ein reines IT-Thema. „Allem voran versprechen sich viele Anbieter neuer und effektiver Datenanalyse-Tools langfristige Effizienzsteigerungen und insbesondere lukrative Umsatzchancen, u.a. durch die Gewinnung und Analyse detaillierter kundenspezifischer Informationen, d.h. Big Data verspricht am Ende vor allem auch Big Business“, heißt es in einer Studie der Deutschen Bank zum Thema. Das ruft zunehmend Unternehmer auf den Plan, die sich dem Thema Big Data annähern.

Einer Umfrage von DB Research zufolge sind die Geschäftsbereiche, die den größten Nutzen von Big Data haben, das Controlling (35%), die Optimierung der IT-Infrastruktur (30%), die Finanzplanung (28%), Preisoptimierung und die Kundenrentabilität (je 23%). Das unternehmerische Potenzial ist in den Bereichen der Kostenoptimierung (45%), der schnellen Informationsgewinnung (42%), dem Infomanagement (36%) und der Unternehmenssteuerung (33%) am größten.

Komplexe Daten: Volume, Velocity, Variety, Veracity

In der Big Data-Diskussion werden die komplexen Daten in unterschiedliche Kategorien eingeordnet. Volume entspricht dabei der Datenmenge aus allen gesellschaftlichen Bereichen von Privatpersonen über Unternehmen bis hin zu wissenschaftlichen Instituten, Geheimdiensten und öffentlichen Verwaltungen. Das Volume ist mittlerweile unvorstellbar groß. Im vergangenen Jahr wurden weltweit 1,8 Zettabyte an Daten produziert. Ein Zettabyte entspricht einer Trilliarde Bytes. Das ist eine Zahl mit 21 Nullen: 1.000.000.000.000.000.000.000. Das gesamte Datenvolumen verdoppelt sich ungefähr alle zwei Jahre.

Velocity bezeichnet die Geschwindigkeit, mit der Daten sich um die Erde bewegen. Das Bedürfnis, Daten in Echtzeit zu analysieren, wird für Geschäfts- und Entscheidungsprozesse immer wichtiger, weil es Wettbewerbsvorteile verspricht.

Variety bezeichnet die unterschiedliche Beschaffenheit der Daten. Grundsätzlich kann zwischen strukturierten, halbstrukturierten und unstrukturierten Daten unterschieden werden. Daten müssen harmonisiert verarbeitet werden, um sie miteinander kombinieren zu können:

„Zu den strukturierten Daten zählen beispielsweise Kundenstammdaten, wie Geschlecht, Geburtsdatum, Adresse etc. Unstrukturierte Daten sind z.B. Bilder, Videos und Audiodateien. E-Mails wieder-um zählen zu den halbstrukturierten Daten, weil sie in der Kopfzeile einen Ab-sender, einen Empfänger und einen Betreff, also strukturierte Daten, haben. Der Rumpf der E-Mail ist hingegen unstrukturiert, weil für den Text einer E-Mail keine vorgegebene Struktur existiert. Experten schätzen, dass heute nur 15% der Daten strukturiert und ca. 85% der Daten unstrukturiert sind.“

IT-Experten müssen Bild- Ton-, Text- und Videodaten aufwendig transkribieren, um sie maschinenlesbar, vergleichbar und für Analytiktools nutzbar zu machen. In der aktuellen Diskussion um das Internet der Dinge wird gefordert, dass die von Maschinen zusammengetragenen Informationen auch von anderen Maschinen gelesen und richtig eingeordnet werden können. Der Begriff „Golf kann zum Beispiel die Sportart, das Fahrzeug oder die Meeresbucht im Atlantik bezeichnet.

Veracity bezeichnet die Richtigkeit oder Zuverlässigkeit von Daten. Wetterdaten, seismologischen Messdaten, makroökonomischen Indikatoren oder Prognosedaten sind oft nicht verlässlich oder schnell veraltet.

Quellen des digitalen Strukturwandels

Datenquellen werden in drei verschiedene Gruppen eingeteilt. Maschinengenerierte Daten sind Sensor- oder Logdaten sowie Sprache, Audio, Video, Klickstatistiken und Datendienste. Menschengenerierte Daten entstehen durch Social, Networking, Email, Webseiten und ähnliches. Dann gibt es noch Geschäftsdaten wie Stammdaten, oder Transaktionsdaten.

Als Treiber von Big Data bezeichnet man die digitale Durchdringung von Infrastrukturen in den Bereichen Energie, Gesundheit, Verkehr, Bildung und der öffentlichen Verwaltung sowie die zunehmende private und berufliche Nutzung von Smartphones und Tablets (mehr hier).

Die umfangreichsten Daten stammen jedoch nicht aus den sozialen Netzwerken, sondern aus er Industrie und der Wissenschaft. Ein Teil der großen Datensätze stammt aus dem global vernetzten Finanzsektor. Alleine die digitalen Handelssysteme generieren sekündlich Millionen von Transaktionen, die gespeichert und in Echtzeit ausgewertet werden können.

Kommentare

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  1. Hans Kolpak sagt:

    Was für ein QUATSCH !!!

    Weder Prognosen noch Statistiken sind entscheidend, ob ein einzelnes Geschäft gelingt oder misslingt.

    Die Phantasie von Menschen ist unbegrenzt, mit Gedanken allein Realitäten zu erschaffen. Aus Wetterdaten entstand das Klimageschäft. Aus Betriebswirtschaft entstand die Consulting-Industrie. Die Dummen sterben niemals aus.

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten