Investor Icahn: Kampf um PayPal steht noch bevor

Der Investor der Online-Auktionsplattform eBay schreibt erneut Brief an Aktionäre, in denen er sich für eine Abspaltung des Zahlungssystems PayPal ausspricht. Der Kampf um PayPal habe gerade erst begonnen. Die Geschäftsführung von eBay sei durch Interessenskonflikte beeinflusst.

Der für sein aggressives Auftreten bekannte Investor Carl Icahn droht in seinem Streit mit eBay mit einer härteren Gangart. Er habe seinen Kampf für eine Abspaltung des Bezahldienstes PayPal noch gar nicht richtig begonnen, schrieb er den übrigen Aktionären des US-Onlinehändlers in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief. Zudem führte der mit gut zwei Prozent an eBay beteiligte Milliardär neue Argumente für die von ihm geforderte Loslösung an: Zwei getrennte Führungsteams könnten sich stärker auf ihre jeweiligen Kerngeschäfte konzentrieren. Zudem könne PayPal so auch strategische Partnerschaften mit eBay-Konkurrenten eingehen.

Icahn verwies zudem auf eine Umfrage unter Investoren, wonach 43 Prozent für die Abspaltung sind. Das eBay-Management zeigt sich unbeeindruckt und erklärte, ein direkter Austausch mit Aktionären sei glaubwürdiger als die Erhebung. Das Management hat wiederholt betont, dass es PayPal unter dem eigenen Dach halten wolle.

Icahn kauft in der Regel vergleichsweise kleine Anteile von Unternehmen, stellt dann lautstark Forderungen und löst so in den betroffenen Konzernen Aufregung aus. Zuletzt hatte er sich mit Apple und dem PC-Hersteller Dell angelegt.

Icahn warf Verwaltungsratsmitgliedern Interessenkonflikte vor. In einem am Montag veröffentlichten Brief an andere Anteilseigner schrieb er, Konzernchef John Donahoe bemerke entweder die Probleme nicht oder ignoriere sie. Der 78-Jährige griff vor allem die langjährigen Verwaltungsratsmitglieder Marc Andreessen und Scott Cook an. So habe Andreessen Geld in fünf direkte eBay-Konkurrenten investiert und berate diese Unternehmen auch. Vier von ihnen seien zugleich Rivalen von PayPal. Zudem kritisierte Icahn, dass Cook im Verwaltungsrat der Softwarefirma Intuit sitze, die mit ihrem Bezahlservice GoPayment ebenfalls mit PayPal konkurriere.

eBay wies die Kritik umgehend zurück. Investoren gehen offenbar dennoch davon aus, dass Icahn mit seiner Kritik Entscheidungen beeinflussen könnte: Die eBay-Aktie stieg um 3,4 Prozent.

 

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  1. spatz sagt:

    Der Bezahldienst Paypal ist wie viele andere heute ein Produkt das niemand braucht.
    Gerade in ebay wird Paypal mit erpresserischen Methoden
    in Form von ständigen Schikanen und Behinderungen agressiv
    an die Mitglieder verkauft.
    Das zeigt auch einmal mehr die Mentalität der Investorengemeinde.
    Es geht in vielen Fällen schon lange nicht mehr darum einfach ein
    Produkt das der Markt braucht margenfähig darzustellen und
    geregelt am Markt zu verkaufen.
    Vielmehr geht es darum mit der Finanzmacht der Investoren
    entweder ein Produkt mit eigentlich erpresserisch, kriminellen Methoden
    wie Paypal einfach den Konsumrnten aufzuzwingen.
    Eine der anderen schmutzigen Spielarten der Branche gesunde Unternehmen aufzukaufen, auszusaugen
    und am Ende den Kadaver wegzuwerfen ist ja auch bekannt.
    Am widerlichsten sind die Charity Aktionen dieser Leute die nachdem sie
    den Leuten den Teller leergeräumt haben verachtungsvoll wieder einen kleinen Brocken draufwerfen und sich dafür noch als Altruisten feiern lassen.
    Auch äusserlich kommen sie mit uhren überdrehten oft geschmacklos teuren
    Outfits als ganau das rüber was sie eigentlich sind.
    Billige parfümierte Finanzzuhälter.