Hebammen fürchten um ihre berufliche Zukunft

Durch steigende Haftpflicht-Tarife sind Hebammen in ihrer beruflichen Existenz bedroht.

Am Samstag demonstrierten in Köln 500 Hebammen für ihre berufliche Zukunft. Sie fürchten um ihre Existenz, denn die Haftpflicht-Tarife für freiberufliche Geburtshelferinnen in Deutschland sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Zahlreiche Hebammen mussten deshalb ihren Job schon aufgeben.

Nitya Runte vom Verein Hebammen für Deutschland. „Den Hebammen droht, dass sie ihren Beruf inzwischen nicht mehr komplett ausüben können. Vor ein paar Jahren hat es noch so ausgesehen, das es nur um die Geburtshilfe geht, aber das ganze steigert sich mehr und mehr. Wir haben nur noch zwei Versicherer, die eben aus einem Konsortium zu dritt bisher Versicherungen getragen haben für die Hebammen. Und da ist jetzt noch einer ausgestiegen. Es ist überhaupt nicht klar, ob nächstes Jahr diese beiden dann die Hebammen noch weiter versichern werden und dann auch zu welchen Konditionen.“

Viele junge Paare, die am Samstag an der Seite der Hebammen protestierten, wollen auch in Zukunft nicht auf deren Dienste verzichten.

„Meine Freundin und ich wollen, dass das jetzige Kind und auch die späteren Kinder da zur Welt kommen, wo meine Freundin sich am sichersten fühlt. Das ist zu Hause mit einer kompetenten Hebamme und nicht mit Ärzten in Krankenhäusern.“

„Also ich habe mein Kind ohne Ärzte, nur mit Hebammen bekommen, und finde, das ist die beste Art, und ich denke das so auch viele Geburten viel natürlicher verlaufen würden, wenn Hebammen mehr arbeiten könnten, und mehr Raum hätten.“

Die Hebammen und ihre Unterstützer fordern jetzt das Eingreifen der Politik. Namentlich von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bis Juli brauche man eine Lösung, die jede einzelne Hebamme unterstütze, weiter ihren Beruf zu machen, hieß es.

Kommentare

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  1. Harry sagt:

    Hat sich vielleicht mal jemand gefragt, warum sich nahezu alle Versicherer vom Markt zurückgezogen haben? Nein? Dachte ich mir.

    Auf einem freien Markt, wo sich Frauen ihre Hebammen aussuchen, Hebammen frei ihre Tarife kalkulieren und ebenso frei Verträge mit den zu betreuenden Frauen abschließen, gäbe es auch keine Probleme.

    Aber hier gibt es nichts zu sehen. Gehen sie einfach weiter…