Zu niedrige Preise: Grafitspezialist SGL erwartet Verlust für 2014

Der Preisverfall in der deutschen Industrie setzt sich fort. Grafitspezialist SGL kann Grafitelektroden, die für die Stahlschmelze benötigt werden, nicht gewinnbringend absetzen. Das Unternehmen rechnet 2014 mit neuen Verlusten.

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Der Wiesbadener Spezialgrafit-Hersteller SGL Group rechnet wegen anhaltend schwacher Geschäfte mit Grafitelektroden auch im laufenden Jahr mit roten Zahlen. Der Verlust nach Steuern werde aber deutlich geringer ausfallen als 2013, als das Minus sich auf 396,4 Millionen Euro auftürmte, wie das Unternehmen am Montag ankündigte. Die schwache Preisentwicklung bei Grafitelektroden, die in Hochöfen für die Stahlschmelze genutzt werden, werde anhalten (mehr zu den sinkenden Preisen in der Industrie – hier).

Bessere Geschäfte in anderen Sparten würden dadurch aufgezehrt. Der Betriebsgewinn werde 2014 deutlich sinken. SGL rechnet ferner mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Die Dividende hatte der erst seit Jahresbeginn amtierende Konzernchef Jürgen Köhler den Aktionären bereits gestrichen.

SGL konzentriert sich aktuell auf die Umsetzung seines Sparprogramms. 2013 seien bereits 69 Millionen Euro eingespart worden. Dieses Jahr werde mit einem mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag gerechnet. Zu dem Sanierungsprogramm gehört auch die Streichung von weltweit 300 Arbeitsplätzen, die Hälfte davon in Deutschland, sowie die Schließung von Werken. Der Sparkurs soll SGL nach früheren Angaben bis Ende 2015 rund 150 Millionen Euro einbringen.

Das Wachstum der deutschen Industrie verlangsamt sich (hier). In zahlreichen INdustriebranchen führen sinkende Preise zu schmelzenden Renditen (hier).

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  1. Werner sagt:

    Stahl-Produktion ist doch „Low-Tech“ von gestern (vom 19ten Jahrhundert genauer gesagt ) . Natürlich sind damit heutzutage keine Gewinne zu machen . Ausserdem kommt Stahl doch heutzutage von Indien , China , u.s.w. .

    mfg. Werner