Chinas schwache Export-Daten drücken Öl- und Kupferpreis

Die Exporte Chinas sind im Februar überraschend stark eingebrochen. Das wirkt sich auch auf die Rohstoffpreise aus. Die Preise für Kupfer und Öl sind zum Wochenanfang gesunken.

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben die Preise für Kupfer und Öl am Montag in den Keller geschickt. Das Industriemetall verbilligte sich in der Spitze um 2,6 Prozent auf 6608 Dollar je Tonne – der Preis lag damit so niedrig wie seit Juni vergangenen Jahres nicht mehr. Der in Shanghai gehandelte Terminkontrakt gab um fünf Prozent auf 46.670 Yuan nach. Das US-Öl WTI wurde mit 101,28 Dollar je Barrel 1,3 Prozent niedriger gehandelt. Der Preis für Brent gab ein Prozent auf 107,89 Dollar je Fass nach.

Einbruch der chinesischen Exporte hat Zweifel am Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt geschürt. Gegenüber dem Vorjahr sanken die Ausfuhren im Februar amtlichen Angaben vom Samstag zufolge um 18,1 Prozent. Volkswirte hatten dagegen mit einem Zuwachs von 6,8 Prozent gerechnet. Bereits zuvor hatten Konjunkturdaten auf ein schwächeres Wachstum gedeutet. Experten warnten allerdings davor, zu viel in die Zahlen hinein zu interpretieren. Hauptgrund seien die Feiertage nach dem chinesischen Neujahrsfest, die dieses Mal auf Anfang Februar fielen und an denen viele Fabriken und Büros geschlossen blieben.

Auch im Gesamtvergleich der ersten beiden Monate gab es einen Rückgang von 1,6 Prozent nach einem Zuwachs von 7,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. Allerdings seien die Exporte Anfang 2013 durch spekulative Kapitalflüsse und fingierte Handelsgeschäfte aufgebläht worden, bis strengere Kontrollen der Behörden dem ein Ende gesetzt hätten, sagte Ting Lu, Volkswirt bei der Bank of America in Hongkong.

Die Regierung rechnet für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von rund 7,5 Prozent. Schon für 2013 hatte sich die kommunistische Führung dieses Ziel gesetzt, am Ende betrug das Wachstum 7,7 Prozent. Schwächer war die chinesische Wirtschaft zuletzt 1999 gewachsen. Solche für Europa unerreichbar anmutenden Zahlen gelten in China als Minimum, um eine Krise am Arbeitsmarkt und soziale Unruhen in dem Milliardenvolk zu vermeiden. Die Regierung will die Wirtschaft nachhaltiger gestalten und den Binnenkonsum stärken. Dafür nimmt sie auch ein geringeres Wachstum in Kauf (mehr hier).

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