Bundesamt warnt vor Cyber-Attacken in Deutschland

Hacker greifen besonders gern Firmen und Einrichtungen in Deutschland an. Das BSI warnt vor massive Cyber-Spionage. Im vergangen Jahr gab es tausende gezielte DDOS-Attacken. Millionen von Computern sind ohne Kenntnis ihrer Besitzer durch Schad-Software so manipuliert, dass Server-Attacken mit ihnen gestartet werden können.

Deutschland ist nach Angaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Ziel für massive Angriffe aus dem Internet. „Deutschland wird durch Cyber-Attacken breit ausspioniert“, sagte der BSI-Sicherheitsexperte Dirk Häger am Montag auf der CeBIT-Computermesse in Hannover. Als besondere Gefahr bezeichnete er das Lahmlegen von Webseiten durch sogenannte organisierte DDOS-Angriffe. Davon habe es alleine im vergangenen Jahr 2.200 in Deutschland gegeben.

Angriffe auf Infrastruktur-Unternehmen wie etwa Kraft- oder Wasserwerke in Deutschland habe das BSI bisher nicht registriert. BSI-Chef Michael Hange sagte, es gebe auch keinen Hinweis darauf, dass der Stromausfall in Wolfsburg, der am Samstag weite Teile der Stadt und das VW-Werk für Stunden lahmgelegt hatte, auf einen Cyber-Angriff zurückgeht. Allerdings gebe es wegen der fehlenden Meldepflicht der Firmen keine Übersicht.

Das BSI verfolge aber Vorfälle in anderen Ländern. Häger verwies etwa auf systematische Cyber-Angriffe auf US-Banken zwischen September 2012 und Juli 2013 sowie im April 2013 auf Finanzinstitute in Belgien und den Niederlanden. In Israel habe es etwa eine Wechselkursmanipulation gegeben, für die eine Cyber-Attacke verantwortlich gemacht werde. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere will eine Meldepflicht für schwerwiegende Hackerangriffe einführen.

In Deutschland seien schätzungsweise eine Million Computer ohne Wissen ihrer Besitzer so manipuliert, dass sie etwa für Spam-Angriffe zur Verfügung stünden, teilte das BSI mit. Im zweiten Quartal 2013 sei die Zahl der als gefährlich eingestuften Webseiten in Deutschland auf 2,6 Prozent gestiegen. Ein Besuch auf diesen Seiten könne den eigenen Rechner mit Schadsoftware infizieren. Nach Angaben des BSI kann man bei Cyber-Kriminellen Computernetzwerke für Angriffe etwa auf Webseiten von Firmen auch stundenweise mieten. Dies werde offenbar in einzelnen Fällen auch von Konkurrenzunternehmen genutzt.

 Merkel und Cameron wollen digitalen Binnen-Markt

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron dringen darauf, möglichst schnell einheitliche Regeln für die Digitalwirtschaft in der EU zu schaffen. Nur so könne sich Europa angesichts der weltweiten Konkurrenz in der IT-Wirtschaft noch behaupten, sagte Merkel am Sonntagabend zur Eröffnung der CeBIT-Computermesse in Hannover. Fortschritte müssten unbedingt noch vor dem Ende dieser EU-Kommission im Herbst erzielt werden.

Cameron, dessen Land diesjähriger Partner der CeBIT ist, betonte wie Merkel, dass beide Länder in der IT-Branche eng zusammenarbeiten sollten (mehr hier). Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in der EU müssten aber in allen 28 Ländern der Union Jugendliche stärker für den wachsenden IT-Sektor ausgebildet werden.

Zudem forderte die Kanzlerin sowohl in der EU als auch international rasche Vereinbarungen über den Datenschutz, der angesichts der künftig anfallenden riesigen Datenmengen immer wichtiger werde. Dies gelte ebenfalls für die Gespräche mit den USA. Die Spionagevorwürfe, die sich auch gegen das CeBIT-Partnerland Großbritannien richten, erwähnte Merkel nicht.

Kommentare

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  1. fan sagt:

    Das BSI warnt, wie schön – und wo sind deren für jedermann verfügbaren, zugänglichen oder käuflichen Gegenmaßnahmen..? Haben die denn nicht die entsprechende Super-Elite-Leute..? Wo bleiben denn die Schutzmaßnahmen gegnüber NSA und dergleichen..? Oder sind die von den Polit-Amerikanern und Berlin nicht erwünscht..!?

  2. Alex Quint sagt:

    HEUCHELEI IN HÖCHSTFORM.

    Nur kurz:
    Wir sind eine US-Marionettenkolonie, nicht souverän und nach wie vor besatzt.
    Wir werden mit wissen und unterstützung unserer sogenannten Regierung abgehört.
    Der BND liefert sogar fleißig Daten an die 3 Westmächte und deren Dienste.
    Das hat sogar Gauck aktiv als Stasiunterlagenbeauftrager getan.
    Auch die Internetkonten befinden sich mehrheitlich in US oder Britischem Besitz.
    Ebenso verhält es sich mit Software. Betriebssysteme usw.
    Kurz Glaubt diesen Mist einfach nicht, wir werden umfangreich abgehört. Immer und überall. Und was die Datenschützer hier proleten sind nur NEBELBOMBEN, um das doofe abgehörte Wahlvolk wohlgesinnt zu machen.