Polen: Deutschland muss unabhängiger von russischem Gas werden

Vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der polnische Ministerpräsident die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas als gefährlich bezeichnet. Deutschland soll seine Wirtschaftspolitik „korrigieren“, damit Europa nicht weiterhin gelähmt bleibe.

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat Deutschland aufgefordert, seine Abhängigkeit von russischem Erdgas zu verringern. Sie könnte ansonsten die europäische Souveränität einschränken, sagte Tusk am Montag vor Journalisten. Er werde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel darüber reden. Mehr Unabhängigkeit Deutschlands und Europas von russischem Gas könnte künftig aggressive Schritte Russlands abwenden.

Merkel wird am Mittwoch zu einem Besuch in Polen erwartet. Dabei wird es vor allem um die Lage im polnischen Nachbarland Ukraine gehen. Dort hat Russland faktisch die Kontrolle über die Krim übernommen. Auf der überwiegend von Russen bewohnten ukrainischen Halbinsel ist für Sonntag eine Volksabstimmung über den Beitritt zur Russischen Föderation geplant.

Tusk sieht in der am Umwelt- und Klimaschutz orientierten Energiepolitik Europas die Gefahr, dass die Abhängigkeit von russischen Energiequellen zunimmt. „Ich werde (mit Merkel) vor allem darüber reden, wie Deutschland einige seiner Wirtschaftsmaßnahmen korrigieren kann, damit die Abhängigkeit von russischem Gas Europa nicht dann lähmt, wenn es entschlossen auftreten muss.“

Polen, das sich vor allem auf die heimische Steinkohle als Energiequelle stützt, hat sich in vehement gegen eine Umstellung auf erneuerbare Energien in großem Stil gewandt, wie er gerade von Deutschland betrieben wird. Im Vergleich zur Kohle ist Erdgas, obwohl auch ein fossiler Brennstoff, weniger klimaschädlich.

 

Kommentare

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  1. Der Niedersachse sagt:

    Die Polen haben wohl immer noch nicht überwunden, daß Putin die Pipeline, die u. a. Deutschland mit russischem Gas versorgt, nicht durch ihr Land hat legen lassen.
    Damit hätten die Polen dann uns den Gashahn nach eigenem Gusto zudrehen können – und das hätte uns dann gerade noch gefehlt.

  2. otto f. krammer sagt:

    http://www.transparency.eex.com/de/
    würden wir auf Wind und Solar verzichten, dann wäre der Schaden groß!

    • Thomas Fischer sagt:

      Einspruch, der Schaden wäre wesentlich geringer. Man kommt aber nur dahinter, wenn man das eigene Hirn bemüht, anstatt gedankenlos andere Meinungen nachzuplappern.