Energiewende verteuert Wohnen in Deutschland

Jeder vierte Euro wird für die Miete oder Eigentum ausgegeben. Der Anteil der Ausgaben für den Wohnraum in Deutschland stieg von 22,9 auf 24,4 Prozent. Schuld sind die durch die Energiewende steigenden Nebenkosten. Nur in Skandinavien ist Wohnen noch teurer.

Die Deutschen müssen mehr Geld fürs Wohnen ausgeben. Samt Nebenkosten mussten sie dafür 2013 knapp ein Viertel ihrer Konsumausgaben berappen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Dieser Anteil kletterte seit dem Jahr 2000 von 22,9 auf 24,4 Prozent. Grund für die Entwicklung ist vor allem, dass Nebenkosten wie Strom und Gas teurer wurden. Der Anteil der reinen Wohnkosten wie der Miete blieb hingegen weitgehend stabil. Auch andere Posten veränderten sich kaum: In etwa jeden siebten Euro steckten die Deutschen in Ausgaben rund um den Verkehr. Für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke investierten sie jeden achten Euro.

Als Konsum gilt der Teil des verfügbaren Einkommens, den die Verbraucher nicht auf die hohe Kante legen. Die gesamten Ausgaben der privaten Haushalte stiegen 2013 um 2,5 (inflationsbereinigt: 0,9) Prozent auf 1,57 Billionen Euro. Einer der Hauptgründe für das Plus sind die niedrigen Zinsen und die gute Lage am Arbeitsmarkt. Durchschnittlich gab jeder Deutsche im Jahr etwa 19.153 Euro aus – oder gut 52 Euro pro Tag. Dies geht aus Reuters-Berechnungen auf Basis der Statistik-Daten hervor (mehr zur Konsumhaltung in Deutschland – hier).

Für einen EU-weiten Vergleich liegen bisher nur Daten für 2012 vor. Demnach lag der Anteil der Wohn- und Wohnnebenkosten an den gesamten Konsumausgaben für die Deutschen damals bei 24,2 Prozent und damit genau im EU-Durchschnitt. In Dänemark (29,3 Prozent), Finnland (27,1) und Schweden (27,0) mussten die Menschen relativ gesehen mehr fürs Wohnen ausgeben. Für die privaten Haushalte in Malta (11,9 Prozent) und Portugal (16,5) waren diese Ausgaben vergleichsweise niedrig.

Gemessen an der Wirtschaftskraft lagen die privaten Konsumausgaben 2012 in Deutschland bei 57,5 Prozent und damit knapp unter dem EU-Schnitt. Den niedrigsten Anteil hatte Luxemburg, wo die Finanzindustrie eine wichtige Rolle spielt, mit 32,1 Prozent. Den höchsten Griechenland mit 73,7 Prozent. In Griechenland hängt also die Konjunktur sehr stark von Wohl und Wehe der Verbraucher ab, was sich jüngst während des harten Sparkurses zeigte. Das Euro-Land hofft 2014 nach sechs Rezessionsjahren aber wieder auf ein leichtes Wirtschaftswachstum.

 

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  1. Matthes sagt:

    Nach unserer Politik ist Deutschland doch immer und überall Spitzenreiter, So eben auch bei den Mieten und den Energiekosten. Was solls, wenn sich der normale Bürger das nicht mehrleisten kann. Interessiert doch die Politik nicht. Auch nicht diese GROKO!