EEG-Rabatte sind überlebenswichtig für Alu-Industrie

Ohne die Industrie-Rabatte auf Ökostrom steht die Alu-Industrie vor dem Aus. 74.000 Arbeitsplätze stehen dann auf dem Spiel. Die Verhandlungen sind alles andere als leicht. Wirtschaftsminister Gabriel musste bereits einige Teilniederlagen hinnehmen.

Die deutsche Aluminiumbranche erwartet für ihre Ökostrom-Rabatte grünes Licht aus Brüssel. Nach den jüngsten Äußerungen von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia „sind wir guten Mutes, dass die Sonderreglung bleibt“, sagte Heinz-Peter Schlüter, Präsident des Branchenverbandes GDA und Aufsichtsratschef der Trimet Aluminium, am Dienstag in Düsseldorf. Andernfalls wäre es das Aus für den hiesigen Industriezweig, der mit rund 74.000 Mitarbeitern in mehr als 600 Unternehmen 12,9 Milliarden Euro umsetzt. „Wenn wir die Umlage in vollem Umfang bezahlen müssten, dann würden wir nicht leiden, sondern dann gäbe es uns nicht mehr.“

Schlüter bezifferte als Beispiel die Kosten der Essener Trimet für die EEG-Umlage derzeit mit jährlich zehn Millionen Euro. Müsste der Konzern die Umlage komplett bezahlen, wären etwa 250 Millionen Euro fällig. Die EU-Kommission hat ein Verfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil sie in den Rabatten bei der Ökostrom-Umlage Beihilfen sieht (mehr dazu – hier). Dabei geht es um Vergünstigungen im Wert von rund fünf Milliarden Euro jährlich. Deutschland hat zwar ein Entgegenkommen bei der Höhe der Rabatte signalisiert, will sie jedoch im Kern erhalten. Almunia hatte im Februar erklärt, die Stahl- und Aluminiumbranche könnten für Rabatte infrage kommen (Die Gespräche mit der EU gestalten sich jedoch als äußerst schwierig – hier).

Die Geschäftsaussichten für die Branche schätzten Schlüter und GDA-Geschäftsführer Christian Wellner als „äußerst positiv“ ein. Die Werke seien gut ausgelastet. So gewinne Aluminium als leichter und recycelbarer Werkstoff etwa für die Automobilindustrie an Bedeutung. „Daher erwarten wir im Jahr 2014 ein neues Allzeithoch bei der deutschen Produktion“, sagte Wellner. 2013 produzierten die Aluminiumhütten 492.400 Tonnen und damit 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Kommentare

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  1. andreas sagt:

    Wenn ich ein energieintensives Unternehmen wäre, hätte ich mir schon vor langer Zeit mein eigenes Kraftwerk gebaut um Kosten zu senken und Unabhängig zu werden.

  2. Kurt Ehrke sagt:

    Kurt

    Das EEG mit seiner Kostenwälzung wurde von den Politikern nicht zu Ende gedacht.
    Minister Trittin behauptete, dass die EEG-Umlage 0,3 ct./ kWh nie erreichen werde!!!
    Heute sind wir bei ca. 6,3 ct./ kWh.
    Im Jahre 2020 ( wenn die ersten Anlagen nicht mehr gefördert werden nach 20 Jahren) kann die Kostenspirale bei gut 10 ct / kWh sein.
    Deshalb hat die Politik die Deckelung (nicht Befreiung) für besonders energieintensive
    Betriebe eingeführt.
    Bei Wegfall der Deckelung müssen die Verbraucher nicht weniger, sondern mehr bezahlen.
    Die dann zu hohen Belastungen führen zu Schließungen der energieintensiven Betriebe, so dass dann überhaupt keine Kosten der EEG-Umlage mehr gezahlt werden können.
    Wenn Ihnen selbsternannte „Experten“ etwas anderes einreden wollen, lassen Sie sich nicht täuschen.

  3. ratlos sagt:

    Erstaunlich, Brzezinski hatte bereits 1997 Pläne bezüglich der Ukraine. Der interessante Newsletter, der auch darstellt, wie die USA immer wieder Einfluss auf demokratische Bemühungen anderer Länder nimmt, ist absolut lesenswert: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/187/wurde-bereits-1997-durch-die-usa-eine-verschwoerung-gegen-di.php

  4. Matthes sagt:

    Überlebenswichtig?
    Ja, niedrige Energiekosten sind überlebenswichtig für den normalen Energieverbraucher.
    Wenn die Wirtschaft Unterstützung will soll der Staat ihre Steuerlast kürzen. Aber sowieso keine Steuern zahlen und den kleinen Steuerzahler auch noch blechen lassen ist die falsche Politik!

  5. Alfons sagt:

    Die Überschrift ist falsch.

    Nicht irgendwelche EEG-Rabatte sind wichtig, sondern günstige Energie.
    Und das nicht nur für einzelne Industriezweige, sondern für die gesamte Volkswirtschaft und die Bürger sowieso.

    Deshalb gehört der Ökologismus und seine Auswüchse alternativlos abgeschafft; die Weltenrettung wird eben noch ein bisschen warten müssen.