Deutsche arbeiten so viel wie zuletzt vor 20 Jahren

Die Arbeitsstunden in Deutschland steigen rasant. Im Jahr 2013 wurde 58,1 Milliarden Stunden gearbeitet, so viel wie zuletzt 1994. Durch die hohe Beschäftigung erhält die Regierung Steuereinnahmen in Rekordhöhe. Finanzminister Schäuble muss für 2014 dennoch neue Schulden aufnehmen.

In Deutschland wurde 2013 so viel gearbeitet wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr. Die Zahl der Arbeitsstunden summierte sich auf 58,1 Milliarden, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Mittwoch mit. Das waren 0,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. „Mehr gearbeitet wurde zuletzt im Jahr 1994 mit 58,2 Milliarden Stunden“, erklärte das Institut.

Grund dafür ist die hohe Beschäftigung. „In Erwartung einer wieder anziehenden Konjunktur haben Betriebe im letzten Jahr trotz nur mäßig gefüllter Auftragsbücher die Beschäftigung weiter erhöht“, sagte IAB-Experte Enzo Weber. Mit 41,8 Millionen lag die Zahl der Erwerbstätigen so hoch wie noch nie (mehr zu den Arbeitslosen-Statistiken – hier).

Die durchschnittliche Jahresarbeitszeit je Beschäftigten sank hingegen um 0,4 Prozent auf 1388 Stunden. Vollzeitbeschäftigte kamen im Schnitt auf 1640 Stunden, Teilzeitbeschäftigte auf 637 Stunden.

Die bezahlten Überstunden gingen leicht auf 47 von 48 Stunden je Beschäftigten zurück. Der Krankenstand erhöhte sich auf 3,72 von 3,59 Prozent – je Arbeitstag fehlten also von 1.000 Beschäftigten rund 37 krankheitsbedingt. Grund für den Anstieg sei die Grippewelle im Februar und März 2013 gewesen, so das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende Institut.

Bundesbank mit mehr Gewinn

Der Bundesbank-Gewinn für das Jahr 2013 wird Schätzungen zufolge wohl höher ausfallen als bislang bekannt. „Wir haben einen etwas höheren Bundesbank-Gewinn im vergangenen Jahr zu erwarten“, sagte Schäuble am Mittwoch bei der Vorstellung seines Haushaltsentwurfs für 2014. Bis zu zweieinhalb Milliarden Euro des Überschusses werde in den Haushalt einfließen.

Insider hatten berichtet, dass Bundesbank-Präsident Jens Weidmann einen etwas höheren Gewinn als die genannte Zahl erwarte. Die Notenbank wird ihre Bilanz am Donnerstag in Frankfurt vorstellen. Sollte der Betrag höher ausfallen, werde er für die Tilgung der Schulden verwendet, fügte Schäuble hinzu.

Mehr Schulden trotz Rekord-Einnahmen

Die hohe Beschäftigung und die geleisteten Arbeitsstunden füllen die Staatskassen mit Steuereinnahmen in Rekordhöhe. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch nach Angaben aus Regierungskreisen den Entwurf für den Bundeshaushalt 2014 und die weitere Finanzplanung bis 2018 verabschiedet. Erstmals seit 1969 will sie im kommenden Jahr wieder ohne neue Kredite auskommen, um ihre Ausgaben von 298,5 Milliarden Euro zu decken. In diesem Jahr plant Schäuble noch einmal eine Neuverschuldung von 6,5 Milliarden Euro (mehr dazu – hier)

In den vergangenen Jahrzehnten hatten sich die verschiedenen Regierungen immer wieder Geld geliehen. Der Schuldenberg des Bundes ist dadurch mittlerweile auf 1,3 Billionen Euro angewachsen. Dafür werden jährlich rund 30 Milliarden Euro Zinsen fällig.

Tilgen will die schwarz-rote Koalition die Altschulden nicht, sondern nur einfrieren. Wenn das Bruttoinlandsprodukt wächst, verlieren sie gemessen an der Wirtschaftskraft langsam an Bedeutung, so der Plan.

Schäuble hat indes versichert, dass die Große Koalition derzeit nicht plant, die Steuern anzuheben.

Kommentare

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  1. bate77 sagt:

    Und noch nie so wenig davon gehabt, weil Bonzen, Bankster und Politmarionetten uns parasitär aussaugen und wir es zu lassen. Fangt der bei Ex-GEZ an, dreht dieser FIRMA den Geldhahn zu!

  2. Schräuble locker! sagt:

    Das deutsche Volk, nicht die Berliner Schuldenmacherclique, muß dafür haften. Trotz des astronomischen Schuldenberges, der in voller Höhe getilgt werden soll, trotz der astronomischen Zinsen, die jährlich zu zahlen sind und trotz Rekordsteuereinnahmen ,,muß“ Schäuble eine Neuverschuldung von € 6 500 Mio aufnehmen? Die Hinterziehung von € 27 Mio ist dagegen wirklich nur ein mikroskopisches Partikel und gar nicht der Rede wert. Aktuell werden die gejagt, die ein paar Mio Steuern nicht bezahlt haben. Es kommt aber der Tag, an dem zur Jagd geblasen wird auf diejenigen, welche die gezahlten Steuern verschwendet, veruntreut, verschoben, gestohlen oder in die eigene Tasche gesteckt haben.

  3. ReiHe44 sagt:

    Müssen sie wohl, um die Rentenkürzungen seit der Rentenlüge wieder aufzufangen. Die wahren Ursachen will Michel sowieso nicht wissen. Sollen sie halt doof sterben.

    Bildlich gesprochen wird den Michels immer im fixen Abstand eine Wurst vor die Nase gehalten und Michel trabt los.

  4. Werner sagt:

    „…erhält die Regierung Steuereinnahmen in Rekordhöhe. Finanzminister Schäuble muss für 2014 dennoch neue Schulden aufnehmen…“

    Deutschland ist halt auch ein „hoffnungsloser Fall“ geworden (einschlieslich der „sozial-gierigen Bevölkerung“ die diese Regierung gewählt hat ) !

    mfg. Werner

    • joooo sagt:

      ich bezweifele stark das die regierung ordentlich gewählt wurde. schaut man sich die zahlen, die möglichen wählerstrukturen(pensionäre, H4, nichtwähler, etc) und so manches regionale wahlergebnis genau an, so muss man zweifel bekommen. z.b. wie kann eine partei innerhalb von wochen auf einmal 100% mehr stimmen bekommen wie z.b. ein gewisser verein dies bei LT wahlen bekam. Und wie soll eine partei der hoffnung ganz genau bei 4,9% hängen bleiben. Sowas ist doch unglaubhaft.