Deutsche Unternehmen stellen Geschäfts-Pläne in Russland zurück

Geschäftsbeziehungen deutscher Unternehmen in Russland werden zunehmend auf Eis gelegt. Verbindliche Verträge werden hinausgezögert. Die deutsch-russische Handelskammer bezeichnet den Kursverlust des Rubels als „gigantisches Problem“. Beschränkungen im Handelsverkehr kämen vor allem der asiatischen Konkurrenz zugute.

Die drohende Sanktionsspirale wegen des Ukraine-Konflikts macht die gut 6.000 deutschen Firmen in Russland immer nervöser. Inzwischen legen einige Unternehmen bereits Vereinbarungen mit russischen Partnern auf Eis und stellen Geschäftspläne zurück. „Das betrifft Verträge, die erst einmal aufgeschoben werden, Gespräche, die gestoppt worden sind“, erläutert der Geschäftsführer der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer, Michael Harms, in Moskau am Freitag. „Die deutschen Firmen hier sind zutiefst beunruhigt – ich würde sogar sagen die europäische Wirtschaft“, beschreibt er das aktuelle Stimmungsbild. Schwierigkeiten im täglichen Umgang mit russischen Behörden und Institutionen gebe es für die Unternehmen allerdings bislang keine.

Als „gigantisches Problem“ bezeichnet Harms die Kursverluste des russischen Rubel, der seit Beginn der Krise vor drei Wochen mehr als vier Prozent an Wert zum Euro verloren hat. Die meisten Firmen rechneten damit, dass es mit dem Kurssturz in den nächsten Wochen noch weitergehen werde. Der Westen hat mit schärferen Wirtschaftssanktionen gedroht, sollte die Bevölkerung auf der ukrainischen Halbinsel Krim am Sonntag wie geplant über einen Anschluss an Russland abstimmen. Russland hat seinerseits Gegenmaßnahmen angekündigt. Bei Investoren habe Russland wegen der Krise bereits an Vertrauen eingebüßt, betont Harms. „Ich hoffe sehr, dass man sich in letzter Sekunde noch auf einen Kompromiss einigt. Es wäre wichtig, wenn man erst einmal Zeit gewonnen hätte und dann doch direkte Verhandlungen beginnt.“

Er warnt vor den Risiken von Wirtschaftssanktionen (mehr hier). „Das würde die falschen Leute treffen, die russische Industrie, die Bevölkerung.“ Wenn es zu Beschränkungen im Handelsverkehr käme, würde das zudem vor allem den deutschen Konkurrenten auf dem Weltmarkt dienen. „Ich glaube, unsere asiatischen Konkurrenten sitzen jetzt schon da und reiben sich die Hände und hoffen auf neue Aufträge aus Russland“, sagt Harms.

Dass Russland bei schärferen Strafmaßnahmen der Europäer mit Beschränkungen der Gas- oder Öllieferungen in den Westen (mehr hier) reagieren könnte, hält Harms für „völlig unrealistisch“. Enteignungen, über die zuletzt spekuliert worden waren, sieht er ebenfalls nicht. „Ich halte das in der heutigen Zeit für eigentlich fast ausgeschlossen“, betont Harms. „Das wäre nun wirklich das Horrorszenario schlechthin, der Super-Gau“ (mehr zur größten Krise des 21. Jahrhunderts“ – hier).

Deutschland und Russland haben zuletzt Waren im Gesamtwert von rund 76 Milliarden Euro ausgetauscht. Von Exporten in das osteuropäische Land sind in Deutschland nach Angaben des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft rund 300.000 Arbeitsplätze abhängig. Zudem kommen aus Russland rund ein Drittel der deutschen Importe an Öl und Gas.

 

Die drohende Sanktionsspirale wegen des Ukraine-Konflikts macht die gut 6.000 deutschen Firmen in Russland immer nervöser. Inzwischen legen einige Unternehmen bereits Vereinbarungen mit russischen Partnern auf Eis und stellen Geschäftspläne zurück. „Das betrifft Verträge, die erst einmal aufgeschoben werden, Gespräche, die gestoppt worden sind“, erläutert der Geschäftsführer der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer, Michael Harms, in Moskau am Freitag. „Die deutschen Firmen hier sind zutiefst beunruhigt – ich würde sogar sagen die europäische Wirtschaft“, beschreibt er das aktuelle Stimmungsbild. Schwierigkeiten im täglichen Umgang mit russischen Behörden und Institutionen gebe es für die Unternehmen allerdings bislang keine.

Als „gigantisches Problem“ bezeichnet Harms die Kursverluste des russischen Rubel, der seit Beginn der Krise vor drei Wochen mehr als vier Prozent an Wert zum Euro verloren hat. Die meisten Firmen rechneten damit, dass es mit dem Kurssturz in den nächsten Wochen noch weitergehen werde. Der Westen hat mit schärferen Wirtschaftssanktionen gedroht, sollte die Bevölkerung auf der ukrainischen Halbinsel Krim am Sonntag wie geplant über einen Anschluss an Russland abstimmen. Russland hat seinerseits Gegenmaßnahmen angekündigt. Bei Investoren habe Russland wegen der Krise bereits an Vertrauen eingebüßt, betont Harms. „Ich hoffe sehr, dass man sich in letzter Sekunde noch auf einen Kompromiss einigt. Es wäre wichtig, wenn man erst einmal Zeit gewonnen hätte und dann doch direkte Verhandlungen beginnt.“

Er warnt vor den Risiken von Wirtschaftssanktionen. „Das würde die falschen Leute treffen, die russische Industrie, die Bevölkerung.“ Wenn es zu Beschränkungen im Handelsverkehr käme, würde das zudem vor allem den deutschen Konkurrenten auf dem Weltmarkt dienen. „Ich glaube, unsere asiatischen Konkurrenten sitzen jetzt schon da und reiben sich die Hände und hoffen auf neue Aufträge aus Russland“, sagt Harms.

Dass Russland bei schärferen Strafmaßnahmen der Europäer mit Beschränkungen der Gas- oder Öllieferungen in den Westen (mehr hier) reagieren könnte, hält Harms für „völlig unrealistisch“. Enteignungen, über die zuletzt spekuliert worden waren, sieht er ebenfalls nicht. „Ich halte das in der heutigen Zeit für eigentlich fast ausgeschlossen“, betont Harms. „Das wäre nun wirklich das Horrorszenario schlechthin, der Super-Gau.“

Deutschland und Russland haben zuletzt Waren im Gesamtwert von rund 76 Milliarden Euro ausgetauscht. Von Exporten in das osteuropäische Land sind in Deutschland nach Angaben des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft rund 300.000 Arbeitsplätze abhängig. Zudem kommen aus Russland rund ein Drittel der deutschen Importe an Öl und Gas.

Kommentare

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  1. Peter G. sagt:

    Wie zu lesen war, stehen russische Firmen und Banken in Deutschland mit über 600 Milliarden im Soll. Wenn A.M. weiterhin von Sanktionen tönen sollte, könnte Putin mal so nebenbei die Einstellung aller Zahlungen veranlassen. Die 600 Mrd könnte Weidmann dann neben den ebenfalls uneinbringlichen 600 Mrd Target2-Forderungen gegen die EZB einbuchen.

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Die ohnehin desolate Weltwirtschaftslage gerät mit dieser Kriese zusätzlich massiv unter druck Klartext zunehmend ausser Kontrolle und Steuerbarkeit.
    Bezüglich Russischer Energielieferungen ?
    Die werden bis auf weiteres wohl kaum ausgesetzt. Solange der Westen die Rechnungen begleicht wird weitergeliefert. Zu erwarten ist das Russland zunehmend auf ,,solide,, Bezahlkonditionen beharren wird. Zum Beispiel, zumindest Teilweise in Gold oder im direkten Tausch gegen Realgüter. Mit zunehmend im Realwert sinkenden Devisen wie EURO oder US Dollar dürfte da zunehmend weniger laufen. Nicht nur der Rubel auch die Westwährungen werden zunehmend untauglicher für den Realleistungstausch.