Anlagenbauer SMS kündigt Stellenabbau an

Der deutsche Anlagenbauer SMS plant weltweite Entlassungen aufgrund rückläufiger Aufträge. Grund für die Einsparungen sind eine schwache Weltkonjunktur und die Krisen in der Ukraine, Russland und Venezuela. Potenziell betroffen vom Stellenabbau seien alle Bereiche des Unternehmens, so ein Sprecher

Der Anlagenbauer SMS sieht kein Ende der Stahlkrise und will wegen des anhaltenden Auftragsschwundes erstmals in der über hundertjährigen Firmengeschichte Personal abbauen. Wieviele der insgesamt weltweit rund 14.000 Stellen gestrichen werden, ließ der Düsseldorfer Konzern offen. Betriebsbedingte Kündigungen schloss das Management aber nicht aus. Neben der schwachen Konjunktur bekommt SMS auch die politischen Unruhen in Russland, der Ukraine sowie in Venezuela zu spüren. Es stünden insgesamt Aufträge von rund 950 Millionen Euro auf dem Spiel.

Für Unruhe bei dem familiengeführten Konzern sorgt auch ein überraschender Wechsel im Management, das Jahrzehnte lang unter der Führung von Heinrich Weiss stand. Weiss, inzwischen Aufsichtsratschef, sagte am Montag in Düsseldorf, sein erst vor einem Dreivierteljahr inthronisierter Nachfolger in der Geschäftsführung, Joachim Schönbeck, sei zurückgetreten. Zu den Gründen für den Abgang des Managers wollte sich Weiss nicht äußern. Burkhard Dahmen, Vorstandschef der Tochter SMS Siemag, folge ihm als Sprecher im Amt.

SMS lebt von der Nachfrage aus der Schwerindustrie, vor allem der Stahlfirmen. Diese Branche mit den deutschen Marktführern ThyssenKrupp und Salzgitter kämpft mit einer schwachen Nachfrage und Überkapazitäten.

2008 hatte SMS noch einen Auftragseingang von rund 5,3 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr waren es – einschließlich des zugekauften Hochofenbauers Paul Wurth – zwei Milliarden Euro weniger. „Wir müssen uns auf dieses geringere Auftragsvolumen einstellen und die Strukturen anpassen“, erklärte Dahmen. Es gebe kein „Licht am Ende des Tunnels“, daher sei Kurzarbeit keine Option.

Bis Ende 2015 will Dahmen die Kosten senken und nimmt dafür alle Bereiche unter die Lupe – Verwaltung, Einkauf und auch Materialeinsatz. Nicht nur der Auftragseingang blieb 2013 nach Angaben des Managements hinter den Erwartungen. Auch das Vorsteuerergebnis liege deutlich unter den 258 Millionen Euro des Vorjahres. Unverändert stark ist nach Angaben von Weiss aber die Liquidität mit 1,7 Milliarden Euro. Damit gebe es Luft für Übernahmen, etwa eines kleineren Werkzeugmaschinenbauers in Asien, sagte Weiss.

Kommentare

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  1. Klaus Kuehne sagt:

    Ich kann Herrn Freitag – als SMS-Projekteur im Ruhestand – nur voll zustimmen!!!

  2. Jürgen Freitag sagt:

    Ich war bis 2012 für SMS als Prokektleiter tätig, und die dinge isnd eingetreten wie sie vorhersehbar waren. In 2007/ 2008 wurden die falschen Entscheidungen getroffen. Nicht von den normalen Mitarbeitern! Die Qualität hat im Boom gelitten, Auslastungen lagen teilweise bei 400% und als PM war es meine Aufgabe, Schdadensbegrenzung z betreiben. SMS hat in china und Indien expandiert, sogar zu den Zeiten als sich die Krise schon abzeichnete. Es gab kein Worst Case Szenario, nur das ewige Weiterso. Es werden mindestens 30% der Stellen abgebaut werden.
    Wenn SMS es schafft neue Konzepte zu entwickeln und zurück zur Qualität zu finden, wird es auch wieder aufwärts gehen.

    Jürgen Freitag

  3. Bernhard sagt:

    Herrje, was schreiben Sie denn dort?

    „Schwache Weltkonjunktur“.

    IWF, die EU- Diktatoren, Wirtschaftsfachleute … unsere Vereinigte Großvolkspartei CDUSPD reden doch immer vom Aufschwung und davon, dass das Tal durchschritten wäre. Und unser aller Großgeist Sorros hat doch gerade erst gesagt, die Finanzkrise sei vorbei, nun gäbe es aber eine politische Krise. Wir sind doch auch nach der Pastorentochter auf dem besten aller Wege.

    Was ist denn nun richtig?