Digitaler Test soll Demenz-Diagnosen verbessern

Wissenschaftler arbeiten an einer digitalen Form zur Erfassung der geistigen Leistungsfähigkeit. Der elektronische Test soll im Bereich Alzheimer- und Demenzdiagnostik zum Einsatz kommen. Durch den Einsatz von Tablets in Krankenhäusern erhoffen sich die Forscher Vorteile für ältere Patienten.

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) entwickeln in einem interdisziplinären Forschungsprojekt eine digitale Version des SKT-Tests. Der Test dient der Diagnose von Demenz und Alzheimer-Erkrankungen. Durch die Entwicklung eines digitalen Verfahrens können Probanden den test auf dem Tablet-Computer durchführen und der Arzt kann die Fortschritte in Echtzeit überprüfen.

Der Syndrom-Kurztest (SKT) ist ein international anerkannter Test zur Erfassung der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistung. Der SKT wurde an der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen von Hellmut Erzigkeit entwickelt und hat sich als einer der weltweit am häufigsten eingesetzten Tests für Demenz-Diagnosen etabliert.

Er besteht aus neun Untertests, die alle einem Zeitlimit unterliegen. Die Probanden müssen unter anderem Gegenstände benennen und wiedererkennen oder Zahlen lesen und anordnen. Für die Auswertung werden die in den Untertests ermittelten Punktwerte unter Berücksichtigung von Alter und Intelligenzniveau in Normwerte umgerechnet.

Prof. Dr. Joachim Hornegger und Prof. Dr. Mark Stemmler vom Lehrstuhl für Psychologische Diagnostik arbeiten derzeit gemeinsam an einer digitalen Version, basierend auf zwei Tablet – PCs. Ein Tablet erhält der Patient, das andere Tablet bekommt der Arzt. Jede Interaktion des Patienten mit dem Tablet wird automatisch auf dem Tablet des Arztes angezeigt – und liefert damit Informationen darüber, welche Inhalte der Proband zum jeweiligen Zeitpunkt bearbeitet. Zukünftig sollen auch neue Technologien wie beispielsweise Spracherkennung und Eye-Tracking in die Tablet-Software integriert werden.

Aufgrund seiner spielerischen Attribute und der kurzen Durchführungsdauer von gerade 15 Minuten erfreut sich der SKT, trotz seiner Komplexität, hoher Akzeptanz.  Eine elektronische Version (eSKT) hätte im klinischen Alltag entscheidende Vorteile: Die erhobenen Daten können leicht in einer digitalen Patientenakte gespeichert werden.

„Wir wollen den digitalen SKT als Routineuntersuchung in Krankenhäusern für Patienten über 65 Jahren etablieren. Da  ist es natürlich von Vorteil, dass Tablets im Bett liegend gehalten und bedient werden können.“, so Prof. Stemmler. Bevor die digitale Version jedoch die Marktreife erlangt, muss noch umfangreiches Datenmaterial erhoben werden. Besonderes Interesse haben die Forscher dabei für das Nutzerverhalten der Probanden.

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