US-Firmen in Deutschland fürchten hohe Kosten der Energiewende

Die US-Untenehmen in Deutschland fürchten eine Explosion der Kosten durch die Energiewende. Dies könne ein erheblicher Nachteil für den Industrie-Standort Deutschland sein. Doch trotz der Unsicherheit bleibt Deutschland bei US-Investoren das beliebteste Ziel in Europa.

Die US-Unternehmen in Deutschland sorgen sich wegen der Energiewende um ihr Geschäft. 71 Prozent sehen in steigenden Energiekosten ein Risiko für die Attraktivität des Standorts, teilte die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) am Dienstag zu ihrer Umfrage mit. Kritisch bewerten die Firmen auch die Höhe der Arbeitskosten: Nur elf Prozent bewerten sie als gut oder sehr gut. Jeder fünfte Top-Manager befürchtet, dass sich die Standortbedingungen hierzulande in den kommenden Jahren eher verschlechtern werden.

„Diese Skepsis ist ein Warnsignal“, sagte AmCham-Präsident Bernhard Mattes. „Der Standort Deutschland sollte nicht noch teurer werden.“ Deutschlands weiße Weste bekomme durch die hohen Energiekosten „einen hässlichen Fleck“, sagte auch AmCham-Vize-Präsident Ralf Brinkmann, im Hauptberuf Chef der deutschen Tochter des Chemie-Riesen Dow Chemical. Anderswo könne Gas zu einem Drittel der Kosten bezogen werden, Strom für die Hälfte.

Dennoch wollen die Unternehmen ihr Engagement in Deutschland ausbauen. Fast 80 Prozent rechnen in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen. Fast jedes zweite Unternehmen will deshalb verstärkt investieren, 41 Prozent planen Neueinstellungen. „Die US-Unternehmen am Standort blicken mit großer Zuversicht in die Zukunft“, sagte Mattes. „Unsere Umfrage zeigt, dass Deutschland bei US-Investoren beliebt bleibt.“ Fast 60 Prozent wollen ihre Aktivitäten in den kommenden drei bis vier Jahren ausbauen. Gelobt wird vor allem die Qualität der Mitarbeiter, die von 98 Prozent der Firmen als gut oder sehr gut bezeichnet wird.

Trotz der Unsicherheit wegen der Energiewende bleibt Deutschland der mit Abstand beliebteste Standort in Europa. Für fast jede dritte amerikanische Firma ist es die Nummer eins, weit vor Großbritannien (17 Prozent) und Polen (12 Prozent). Allerdings glauben auch drei Viertel der Manager, dass Asien in den kommenden zehn Jahren Europa abhängen und sich zum wichtigsten Industriestandort weltweit entwickeln wird.

Große Hoffnungen setzen die US-Unternehmen auf die geplante transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft. Rund 70 Prozent erwarten dadurch einen Wachstumsschub. „Wenn sich jetzt die zwei größten Wirtschaftsräume der Welt auf eine umfassende Partnerschaft einigen, können wir global Maßstäbe setzen“, sagte Mattes. „Der Ausbau unserer Beziehungen ist notwendig um den Industriestandort Deutschland und Europa zu sichern.“

An der Umfrage beteiligten sich Top-Manager von 44 US-Unternehmen in Deutschland, von Amazon bis Proctor & Gamble. Sie stehen für einen Jahresumsatz von mehr als 92 Milliarden Euro und beschäftigen hierzulande gut 177.000 Mitarbeiter.

Kommentare

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  1. Sarah sagt:

    Facility Management sorgt für einen langfristigen Erhalt oder eine Erhöhung der Vermögenswerte von Unternehmen in Form von Bausubstanz, Anlagen und Einrichtungen (Facilities). Durch den sparsamen und gezielten Einsatz von Ressourcen begrenzt und verringert FM die gebäude- und servicebedingten Kosten über den gesamten Lebenszyklus. FM schafft Transparenz in Randbereichen eines Unternehmens und entlastet Management und Mitarbeiter in Sekundärprozessen. Durch eine optimale Arbeitsplatzgestaltung sorgt FM für erhöhtes Wohlempfinden bei den Mitarbeitern und steigert so indirekt die Produktivität. Somit leistet FM einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg.

    VG
    Sarah

  2. Jürgen Kunz sagt:

    Hoffentlich wirkt das bei Merkel und Co.
    Wenn deutsche Klein- und Mittelbetriebe oder Privatleute, ohne Solar auf dem Dach,
    dies sagen, dann ist das alles nicht wahr.
    Der Ausstieg aus der teuren und in früheren Jahrzehnten mit Milliarden Steuergeldern bezuschussten Atomwirtschaft war richtig.
    Aber der Umstieg von Öl, Gas und Kohle ist falsch und zu teuer.
    Das macht in Europa und weltweit kein Staat, das macht nur Deutschland.
    Die Physikerin Merkel hätte besser, statt sich nach 1989 der CDU an den Hals zu werfen,
    Betriebswirtschaft studieren sollen.

  3. DWN sagt:

    @Redaktion

    Sind die DWN nicht mehr erreichbar?

  4. rundertischdgf sagt:

    RWE und Wintershall sichern sich schon mit Milliardengeschäften mit Oligarchen und Gazprom ab. Denen ist doch egal ob das die deutsche Wirtschaft und den deutschen Verbraucher zukünftig schadet, wichtig ist die Bilanz des eigenen Vorstandes. Moral ehrlicher Kaufleute das gibt es nicht, Hauptsache der Rubel rollt.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2014/03/18/das-milliardengeschaft-zwischen-rwe-und-einem-russischen-oligarchen/

  5. Matthes sagt:

    Diese Energiewende ist so nicht finanzierbar. Also sollten wir sie schnellstens vergessen. Ohne vorheriges Konzept sollte man eben solch grundlegende Änderungen nicht beschließen.

    • joooo sagt:

      @mattes: die wende ist sehr gut bezahlbar. Michel bezahlt schon jetzt die hälfte des spritpreises an mineralölstuer. Warum sollte denn das nicht auch mit dem strom so gehen.
      Michel wird zwar heimlich jammern, aber doch nicht wirklich was sagen.

      Für dieses freundliche verhalten ist Michel doch weltbekannt.