Rabattschlacht belebt europäischen Automarkt

Der Verkauf von Neuwagen in Europa hat im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent zugelegt. Grund für die Erholung sind vor allem Preisabschläge beim Pkw-Verkauf. Doch der Aufschwung ist teuer erkauft: die Rabattschlachten führen zu sinkenden Profitmargen.

Auf dem europäischen Automarkt geht es wieder aufwärts. Im Februar kamen 861.000 Fahrzeuge neu auf die Straßen in der Europäischen Union, das sind acht Prozent mehr als vor einem Jahr. Bis auf Frankreich wuchsen die Verkäufe in allen großen Ländern. Angetrieben durch Preisabschläge legte die Pkw-Nachfrage den sechsten Monat in Folge zu. Nach jahrelanger Stagnation ist der Markt damit aber noch nicht über den Berg: Trotz der Steigerung sei der vergangene Monat immer noch der zweitschlechteste Februar seit gut zehn Jahren gewesen, teilte der Herstellerverband ACEA am Dienstag mit.

Der Anstieg sei teuer erkauft, sagte Peter Fuß von Ernst & Young. So halte Spanien den Markt durch eine Abwrackprämie künstlich auf hohen Niveau. In Deutschland sorge eine ruinöse Rabattschlacht zwar für steigende Verkäufe, die Margen sänken jedoch, fügte der Automobilexperte und Partner der Unternehmensberatung hinzu. Angeheizt werde der Preiskampf noch durch den Ausverkauf von Chevrolet. Der amerikanische Mutterkonzern General Motors hatte unlängst den Rückzug der US-Ikone aus Europa beschlossen, um seiner Europatochter Opel mehr Freiraum zum Überleben zu geben. Opel nutzte diese Vorlage und verkaufte zusammen mit der britischen Schwester Vauxhall im Februar 16 Prozent mehr Autos als vor Jahresfrist. Bei Chevrolet schrumpfte der Absatz dagegen um sechs Prozent.

Die Erholung des Marktes kommt nach Meinung von Analysten für viele Massenhersteller noch rechtzeitig. Diese könnten sich nun aus dem Überlebensmodus lösen und erhielten wieder mehr Spielraum, sagte Carlos Da Silva von IHS Automotive. Allerdings komme der Anstieg auch deshalb zustande, weil die Pkw-Nachfrage zuvor so tief in den Keller gerutscht sei.

Von der Erholung konnten nicht alle Marken gleichermaßen profitieren. Der angeschlagene Hersteller Peugeot etwa schraubte die Verkaufszahlen seiner Kernmarke mit dem Löwen zwar um knapp sieben Prozent nach oben. Die Schwestermarke Citroen schrumpfte jedoch leicht. Beim französischen Lokalrivalen Renault profitierte vor allem die Billigtochter Dacia. Deren Neuzulassungen schnellten um 34 Prozent empor. Renault selbst konnte seine Verkäufe nur um knapp vier Prozent steigern.

Als einzige große Marke verkaufte VW im Februar weniger Fahrzeuge. Allerdings hielt sich das Minus mit 0,6 Prozent in Grenzen. Dank Zuwächsen bei Audi, Seat und Skoda steigerte der Wolfsburger Volkswagen-Konzern den Absatz insgesamt um acht Prozent. Ford brachte zwölf Prozent mehr von seinen Wagen an die Kunden als vor einem Jahr. Die Premiumhersteller BMW und Daimler legten ebenfalls zu, jedoch nicht so stark wie einige Massenhersteller.

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