Industriestrom: Stahlbranche muss 50 Millionen Euro pro Jahr mehr zahlen

Die Neuregelung der Industriestrom-Rabatte wird der Stahlbranche 50 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich kosten. In dem Betrag sind eventuelle Rückzahlungen nicht mit eingerechnet.

Die Stahlbranche hat einen weitgehend ausgehandelten Kompromiss zwischen EU und Bundesregierung zu den Industriestrom-Rabatten beanstandet. „Das lässt uns überhaupt nicht ruhig schlafen“, sagte der Präsident des Wirtschaftsverbandes Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Mittwoch in Berlin. „Für eine Branche, die an der Belastungsgrenze steht, ist das überhaupt nicht akzeptabel.“ Die derzeitigen Pläne würden für die Branche eine jährliche Mehrbelastung von 50 Millionen Euro und damit rund 15 Prozent mehr als die bisherigen Kosten für die Ökostrom-Förderung bedeuteten. Für manche Betriebe würden sich die Abgaben aber auch verzehnfachen, rechnete Kerkhoff vor.

Energieintensive Branchen wie Stahl sind bislang von der Ökostrom-Umlage weitgehend befreit, damit sie im Zuge der Energiewende in Deutschland keine Nachteile im internationalen Wettbewerb erleiden. Die EU-Kommission sieht darin aber illegale Beihilfen und hat ein Verfahren gegen Deutschland eingeleitet. Nach Reuters-Information aus Regierungs- und Industriekreisen hat sich Deutschland mit der EU-Kommission weitgehend verständigt – mit Ausnahme der Frage möglicher Rückzahlungen der Rabatte seit 2012. Dies deckt sich mit einem neuen Entwurf von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia zur Förderung Erneuerbarer Energien.

Demnach soll die Industrie zunächst mindestens 20 Prozent der Umlage, die derzeit 6,24 Cent pro Kilowattstunde beträgt, zahlen. Für besonders energieintensive Branchen soll dies maximal bis zu 2,5 Prozent ihrer Bruttowertschöpfung betragen, also dem Wert produzierter Waren, von dem die Vorleistungen abgezogen werden. Weniger energieintensive Betriebe sollen bis zu 5 Prozent der Bruttowertschöpfung zahlen.

Kommentare

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  1. joooooooo sagt:

    50 Mio???? dann muss ja die gesamte stahlbranche insolvenz anmelden… oder? Das ist ja unglaublich viel geld.

  2. Alfons sagt:

    Warum sollten die Stahlbrutzler mehr zahlen?

    In den USA und China lässt es sich wesentlich günstiger produzieren.
    Was den Chemieunternehmen recht ist, wird den Stahlbrutzlern billig sein; folgen werden sukzessiv alle energieintensiven Unternehmen.

    Die Heilsbotschaft des Ökologismus zusammen mit dem Euro frisst seine Kinder und hinterlassen Elend, Hunger und Verzweiflung.

    • joooooooo sagt:

      Dazu als erstes Goldschmied fabian gucken. Dann prof. bernd senf „tiefere ursachen der weltfinanzkrise“, andreas popp „danistakratie“ und mario fleischmann „das zwangsgeldsystem“. Wenn mans dann verstanden hat, findet man noch unzähliges im www dazu, wie z.b. gugeln -> „sklaven ohne ketten opel“ Wer dann noch richtig schmunzeln möchte zieht sich noch die exportdaten in bezug auf den momentanen Target II saldo rein.——–