Mindestgrenze zeigt Wirkung: SNB stärkt Export der Schweiz

Die Schweizerische Nationalbank hält am Mindestkurs zum Euro fest. Einer wissenschaftlichen Studie zufolge hat diese Strategie tatsächlich Wirkung gezeigt. Hätte die SNB sich rausgehalten, wäre der Wert des Franken weiter gestiegen. So bewahrte die SNB in den vergangenen zweieinhalb Jahren die Exportunternehmen des Landes vor Verlusten.

Die Schweizer Notenbank (SNB) hält an ihrem Erfolgsrezept fest. Der im September 2011 eingeführte Mindestkurs von 1,20 Franken für den Euro gilt weiterhin, wie SNB am Donnerstag mitteilte. Der Franken sei nach wie vor hoch bewertet. „Die Nationalbank steht bereit, den Mindestkurs wenn nötig durch den Kauf von Devisen in unbeschränkter Höhe durchzusetzen und bei Bedarf weitere Maßnahmen zu ergreifen“, erklärte die SNB wortgleich zu ihrem Statement vom Dezember. Die Stützung des Exportsektors wird weiter verfolgt.

Die Währungshüter rechnen dieses Jahr wie bisher mit einem Wirtschaftswachstum von „rund zwei Prozent“. Ihre Inflationsprognose nahm die SNB leicht zurück. Die Teuerung dürfte dieses Jahr bei null Prozent liegen. Für das nächste Jahr erwartet die SNB eine Inflationsrate von 0,4 Prozent. 2016 dürfte die Teuerung dann auf ein Prozent steigen (mehr zu Deflationsängsten in Europa – hier).

Was wäre mit dem Euro-Franken-Kurs geschehen, hätte die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Jahr 2011 nicht eingegriffen, als die Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro für die Schweizer Wirtschaft immer prekärer zu werden drohte? Dieser Frage ging eine Studie der Universität Liechtenstein, der Universität Kopenhagen und der Technischen Universität Dänemark nach.

Die Schweizer Nationalbank war am 6. September 2011 zur Tat geschritten, nachdem der Franken im August fast Parität zum Euro erreicht hatte. Die SNB legte einen Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro fest und erklärte, dass sie bereit sei, zur Erreichung dieses Ziels unbeschränkt Devisen zu kaufen. Dies um die Schweizer Wirtschaft zu schützen. Eine Strategie, die sich als erfolgreich erwiesen hat.

Um die Frage nach der Entwicklung von Euro und Franken ohne Intervention der SNB beantworten zu können, verwendeten die Experten für ihre Studie ein Modell aus dem Bereich der Optionsbewertung, mit dem unter anderem der latente, das heißt unbeobachtbare Wechselkurs geschätzt wurde, der ohne die Mindestkurspolitik der SNB vorherrschen würde. Dabei wurde indirekt auch die Markteinschätzung hinsichtlich der erwarteten Dauer dieser Maßnahme als Faktor miteinbezogen und aus beobachtbaren Marktdaten ermittelt.

Zunächst einmal zeigte sich, dass der latente Wechselkurs im Vergleich zum tatsächlich beobachteten Wechselkurs nach dem SNB-Entscheid zwar ebenfalls angestiegen, Ende 2011 jedoch bis auf 1.10 Franken gefallen wäre. Im Jahr 2012 wäre der Wechselkurs ohne die SNB-Intervention zwischen 1.05 Franken und 1.10 Franken gelegen, also ständig unter der Grenze von 1.20 Franken. 2013 war ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen, bis hinauf auf 1.15 Franken. Auf diesem Niveau hätte sich der Wechselkurs dann im zweiten Halbjahr 2013 stabilisiert.

Wie beim beobachtbaren Wechselkurs sind auch im Verlauf des in der Studie ermittelten latenten Wechselkurses verschiedene Ereignisse in der Eurozone gut erkennbar. Dazu gehören die negativen Entwicklungen in Griechenland und Italien Ende 2011, gefolgt von der Zurückstufung des Ratings von neun Euro-Ländern durch die Ratingagentur Standard & Poor’s. Das damit zum Ausdruck gebrachte fehlende Vertrauen der Finanzmärkte in die Lösungskompetenz der europäischen Institutionen drückte den Wechselkurs gegen die Untergrenze von 1.20, von wo er sich im 2. und 3. Quartal 2012 kaum wegbewegte. In ähnlicher Weise wurde der Wechselkurs Euro-Franken im gesamten Untersuchungszeitraum vorwiegend von den Geschehnissen im Euroraum beeinflusst und getrieben.

Michael Hanke von der Universität Liechtenstein, einer der drei Verfasser der Studie, bringt die Entwicklung auf einen Nenner: „Ohne die Intervention der SNB wäre das Jahr 2012 für viele exportorientierte Unternehmen noch viel schwieriger geworden, als es ohnehin war.“

Wie die Studie weiter ergab, veränderte sich die Markteinschätzung hinsichtlich der erwarteten Dauer der SNB-Mindestkurspolitik im Untersuchungszeitraum merklich. Lag die erwartete Restlaufzeit der SNB-Intervention im November 2011 noch bei 5 Monaten, stieg diese Ende 2013 bereits auf 9 Monate an. Dies spiegelt das zunehmende Vertrauen des Marktes in das Engagement der SNB wider. „Das Vertrauen der Marktteilnehmer in die Fähigkeit der SNB, die angekündigte Untergrenze von 1.20 zu halten, ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg dieser Maßnahme“, so Hanke

Kommentare

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  1. Peter sagt:

    Wie meinst d das genau wie stützen wir den Euro? Also wie macht eigentlich die SNB das anpasseb an den euro? Sie kauft devisen ist das alles? Mach mich mal schlau über Devisen villeicht beantworten sich dann die andern Fragen von selber xD

    • Peter sagt:

      Sie kauft also einfach Devisen in Euro damit der Franken Kurs tiefer und der Euro höher ist. Dann ist „Logisch“.

  2. Alfons sagt:

    Die Kehrseite der Medaille ist, dass somit alle Schweizer den bankrotten Euro stützen.

    Es kommt auf die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft an, und die hätte eine weitere Aufwertung durchaus vertragen können.

    Also eine Frage der Abwägung der Schäden: Subventionierung einer kollabierenden Währung um den Preis der Erhaltung einiger Arbeitsplätze.

    Da der Zusammenbruch des Euro nicht aufgehalten werden kann, sondern nur verzögert werden kann, befindet sich die SNB in einem Lauf von Hase und Igel; sie kann nur verlieren (und mit ihr die Schweizer Bürger).

    • Hans von Atzigen sagt:

      Sehr treffend dargelegt.
      Die EU glaubt sie müsste die Deutschen bis zum Kotzen zur Rettung des EURO und des Grossmachtwahngebildes EUDSSR faktisch drängen bis erpressen. Hi und die Schweizer Eliten (im wesentlichen nur die) glauben sie müssten bis zur Schmerzgrenze auf Teufel komm raus mithelfen den absaufenden EURO das schleichend zerbröselnde EUDSSR Imperium mit retten. Die EU Strategen sind schlicht und einfach nur noch Grossmachtwahnbesoffen. Jede menge Schrotthaufen innerhalb der bestehenden EU, und was spielen die hi hi hi ???Irrenhäusler!!! die wollen ganz offen noch einen Schrotthaufen dazu (die Ukraine). Die Russen sind ganz einfach die nüchterneren Strategen. Die müssen nur abwarten bis die EU Wirtschaftlich weiter absäuft dann bekommen die den Osten der Ukraine auch noch ohne Blutvergiessen zurück. Mal abwarten wie stark deren Nerven sind??? Sollte der Westen mit seiner massiven Wirtschaftsmisere im Nacken den steigenden inneren Druck auch noch Militärisch gegen Russland ablassen, wird es verdammt eng. Das währe das fatale Signal für Russland zum Präventivschlag auszuholen.
      Die EU mit USA pokern hoch, verflucht hoch.
      Die Russen sind, das haben die insbesondere in den letzten 100 Jahren ,auch in den vorangegangenen Jahrhunderten ,immer wieder, wenn es sein muss, vorgelebt, enorm leidensfähig.
      Freundliche Grüsse

    • Susi sagt:

      @ Alfons

      genau so sehe ich es auch.
      Hildebrand und auch Jordan haben beide die „Bilderberger-Konferenz“ besucht, auch noch andere von unserer Regierung. Sagt mir alles.

      Auch der Schweizer Franken wird zusammen mit dem USD und Euro
      unter gehen wenn die SNB an dem Kurs von Fr. 1.20 am Euro festhält.