Österreichs Unternehmen stoppen Engagement in Russland

Die ökonomische Folgen des Krim-Konfliktes sind auch ohne Wirtschafts-Sanktionen zu spüren. In Österreich haben viele Große Unternehmen die Geschäftsbeziehungen zu Russland auf Eis gelegt.

Der österreichische Erdöl- und Gaskonzern OMV hat seine Explorationspläne südwestlich der Halbinsel Krim auf Eis gelegt. „Das Projekt Skifska ist on hold“, sagte ein OMV-Sprecher am Mittwoch. Die rumänische OMV-Tochter Petrom gehört einem vom US-Konzern ExxonMobil angeführten Konsortium an, das sich vor den Unruhen in der Ukraine Förderrechte für das Schwarzmeer-Gasfeld Skifska gesichert hatte. Das Gasfeld liegt im Gebiet zwischen der ukrainisch-rumänischen Grenze und der Halbinsel Krim. In dieser Region wird erhebliches Potenzial an Öl- und Gasressourcen vermutet. Die geplanten Investitionen sind wegen der Krise nun in Gefahr. Auch die großen Öl- und Gaskonzerne, wie ExxonMobil, Royal Dutch Shell und Eni haben ihre Aktivitäten in der Region gestoppt.

Auch der Baukonzern Strabag nimmt von einem geplanten Engagements in Form eines Gemeinschaftsunternehmens in Russland Abstand. Der anvisierte Einstieg bei der russischen Baufirma Transstroy des Unternehmers Oleg Deripaska liege auf Eis, sagte Strabag-Chef Thomas Birtel dem Wirtschaftsblatt. „Wir haben die Due Dilligence abgebrochen, bleiben aber im Gespräch“, sagte der Manager. Strabag hatte sich bereits vor Jahren eine Option zur Übernahme von 26 Prozent an der russischen Firma für 70 Millionen Euro gesichert. Sollte der österreichische Konzern diese Option nicht bis Juli ziehen, erhalte er die 70 Millionen Euro zurück, sagte eine Sprecherin. Mit der Krim-Krise und den drohenden Sanktionen gegen Russland habe das nichts zu tun.

Die bloße Androhung von Wirtschafts-Sanktionen genügt also bereits, um Geschäftsbeziehungen nach Russland zu stoppen. Österreich will im Krim-Konflikt als neutrales Land zwischen Russland und dem Westen vermitteln. Bundeskanzler Werner Faymann sagte, Österreich werde sich den von der EU beschlossenen Sanktionen zwar anschließen. Er warnte aber vor übertriebenen Erwartungen. „Sanktionen lösen kein Problem. Die Lösung kann nur sein, zu Verhandlungen zu kommen“, betonte Faymann.

Sollte es zu Wirtschafts-Sanktionen kommen, wäre Österreich – besonders im Finanzsektor – besonders betroffen. Raiffeisen Bank International und UniCredit haben hohe offene Forderungen in Russland, berichtet der Standard. Derzeit ziehen offenbar russische Firmenkunden ihr Geld aus dem Ausland ab. Die RBI verzeichne in Russland derzeit „starke Zuflüsse“, erklärte eine Sprecherin der Bank.

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  1. ratlos sagt:

    Hat die Bundesregierung mithilfe des BND ihre Hände bei der Ukraine im Spiel? Ein informativer und zum Nachdenken anregender Newsletter von Heiko Schrang: http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/185/unterstuetzt-der-deutsche-geheimdienst-bnd-die-ukrainischen-.php