An den Sozialkassen vorbei: Schwarzarbeit nimmt deutlich zu

Schwarzarbeit verursachte 2013 Schäden im Volumen von gut 777 Millionen Euro, mehr als noch im Jahr zuvor. Die Gewerkschaften fürchten, dass durch die Einführung des Mindestlohns 2015 die Schwarzarbeit noch schneller wächst.

Die deutschen Behörden kommen immer mehr Schwarzarbeitern auf die Spur. Der Zoll entdeckte 2013 volkswirtschaftliche Schäden – etwa durch nicht gezahlte Steuern oder Sozialbeiträge – von gut 777 Millionen Euro, wie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Freitag in Berlin bei der Vorlage der Zollstatistik sagte. Dies ist etwas mehr als die rund 752 Millionen Euro aus dem Jahr 2012.

Die Gewerkschaft IG Bau befürchtet einen weiteren Anstieg der Schwarzarbeit, wenn Anfang 2015 der gesetzliche Mindestlohn eingeführt wird, und fordert mehr Personal. IG Bau-Chef Robert Feiger mahnte, die Zahl der 6700 Schwarzarbeit-Kontrolleure beim Zoll müsse mindestens auf 10.000 erhöht werden.

Schäuble lehnte dies ab. Ein deutlicher Stellenaufbau sei illusorisch. Der Zoll habe auch in der Vergangenheit bei einer ähnlichen Zahl von Beschäftigten zusätzliche Aufgaben gut geschultert. Mit Einführung des Mindestlohns müsse man sehen, ob man Schwerpunkte anders setzen und „wie man das stellenmäßig unterlegen“ müsse, sagte der CDU-Minister.

Schwarzarbeit zieht sich fast durch alle Branchen, wie Experte Jörg Helmig vom Hauptzollamt Dortmund betonte. Stark betroffen seien die Bauwirtschaft, das Speditions- und Transportgewerbe, die Logistik und die Gastronomie.

Motor mit flüssigem Kokain

Insgesamt gibt es etwa 39.000 Zöllner in Deutschland, ihr oberster Dienstherr ist Schäuble. Im Kampf gegen Marken- und Produktpiraterie stellten die Beamten im Vorjahr fast vier Millionen gefälschte Waren im Wert von 134 Millionen Euro bei der Einfuhr sicher. Am häufigsten geschmuggelt wurden Taschen, Sonnenbrillen, Uhren, Schmuck, Schuhe und Bekleidung. Drei Viertel der Plagiate kamen aus China und Hongkong.

Außerdem beschlagnahmte der Zoll 22 Tonnen Rauschgift. Ein spektakulärer Fund gelang den norddeutschen Behörden: In einem Container fanden sie einen sogenannten Sternmotor, wie er oft bei Flugzeugen verwendet wird. Statt Schmiermitteln entdeckten die Fahnder im Motor flüssiges Kokain, aus dem rund 30 bis 40 Kilogramm Drogen gemacht werden sollten. Der Zoll verhinderte 2013 auch, dass geschmuggelte Zigaretten im Wert von 147 Millionen Euro auf den deutschen Schwarzmarkt gelangten.

Kommentare

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  1. Weedy sagt:

    Diew groessten Schmuggler sind die Geheimdienste, muss man nur mal im Netz nach Mena Connection (Clinton’s Koksgeschaefte) suchen. Das ist hier auch nicht anders, deswegen wird ja auch nur so wenig gefunden und die BW samt Konsorten bewacht die Opiumfelder in Afghanistan.

  2. hemake sagt:

    Die schaffen wenigstens mit ihrer Arbeit Sachwerte, die anderen Schwarzen bescheissen die Menschen, um sich ihre Taschen zu füllen. Und die Roten machen bei diesem Bescheissen fleissig mit, obwohl die sich noch mit Arbeiterpartei anführen lassen.

  3. bate77 sagt:

    Das ist Notwehr gegen einen menschenfeindlichen bankenfreundlichen ESM-Nichtstaat!

  4. hugin sagt:

    DER STAAT ZWINGT ZU SCHWARZARBEIT !
    Wenn ein Handwerker eine eine Stunde arbeitet, erhält er eine Stunde Lohn. Wenn er die gleiche Leistung offiziell machen lässt, muss er 5-7 Stunden Nettolohn aufwenden, um diese eine Stunde zu bezahlen ! Diese Ungleichheit resultiert im Wesentlichen durch Steuern, Sozialabgaben und Bankzinsen.

  5. uwe krammer sagt:

    ……wen wundert´s?…von Ehrlichkeit und der Arbeit seiner Hände wird niemand mehr reich sondern verlacht, und das, was “ die da oben “ vorleben, und das was durchsickert, ist ja nur die Spitze eines Eisberges…..soll des Michel´s Engagement fördern?

  6. Ich sagt:

    Wenn die Steuer die Bürger erstickt, ist die Steuer schädlich und Schwarzarbeit die Befreiung, also etwas Gutes.

    Wo ist die Grenze? Wer legt das fest? Für wen? Für alle gleich?
    Selbstbestimmungsrecht?

  7. otto f. krammer sagt:

    Die Raublust der öffentlichen Verschwender wird auch bald das Nasenbohren besteuern um damit der Verschwendung und weiterem Schuldenmachen Tür und Tor zu öffnen.
    Aber die deutsche Kartoffel wählt sie trotzdem und jammert und jammert!

  8. Joe sagt:

    Das sind tatsächlich rund 3.500.- Euro pro Zöllner an Waren, die sie.beschlagnahmt haben! Das heisst der Schaden, den der Zoll VERURSACHT Durchpersonalkosten ist mindestens 15 bis 18 mal so hoch für den Steuerzahler!!!! Skandal!!!!!