Merkel fordert von EU Unterstützung für IT-Unternehmen

Die IT-Branche Europas muss wieder an Relevanz gewinnen. Unternehmen leiden unter bürokratischen Hürden. Deutsche Internetdienste und Sicherheitslösungen gewinnen an Bedeutung. Sie müssen den steigenden Bedarf an IT-Sicherheits-Produkten ausnutzen und Nischen besetzen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dazu aufgefordert, die Anstrengungen in der technologischen Aufholjagd „zu verdreifachen. Europa muss wieder aufholen, wo wir nicht Weltspitze sind“, sagte sie mit Blick auf die Informationstechnologie und den Bereich Energie in Brüssel. Deshalb müsse auf dem Frühjahrsgipfel der EU eine ehrliche Diskussion geführt werden, wo Europa stehe und wo die Probleme lägen. Es gebe zwar schon gute Ansätze etwa mit der Entbürokratisierungs-Initiative der EU-Kommission oder dem Versuch, den digitalen Binnenmarkt zu vollenden. „Aber wir müssen unsere Anstrengungen hier verdoppeln und verdreifachen. Denn die Welt schläft nicht“, sagte Merkel (mehr zum Bedeutungsverlust der europäischen IT-Wirtschaft – hier).

Merkel warnt seit einigen Monaten immer deutlicher, dass die EU gerade in der IT-Technologie weit hinter andere Wirtschafträume wie Nordamerika oder Asien zurückgefallen sei (mehr zum IT-Boom – hier). Auslöser war unter anderem die NSA-Affäre. Etlichen EU-Regierungen wurde klar, dass die Europäer nicht mehr über die technologischen Fähigkeiten verfügen, sich gegen Spionage der Amerikaner überhaupt wehren zu können.

Unternehmen müssen diesen Nachholbedarf als Chance nutzen (mehr zum steigenden Bedarf an IT-Sicherheitsprodukten – hier). Die Bedeutung deutscher Internetdienste und Sicherheitslösungen wird in diesem Jahr stark zunehmen. Dies geht aus dem aktuellen Report „Internetwirtschaft 2014“ hervor, den der eco–Verband der deutschen Internetwirtschaft unter 170 Experten aus der IT-Branche durchgeführt hat. Demnach gehen 77 Prozent der Befragten von einer Bedeutungszunahme aus. 79 Prozent der IT-Experten sind der Meinung, dass das Bewusstsein für IT-Sicherheit und Schutzmaßnahmen in der deutschen Wirtschaft seit den jüngsten Überwachungsaffären stark angestiegen ist.

Deutsche Anbieter bieten Schutz vor Wirtschaftsspionage

Aufgrund des gestiegenen Sicherheitsbewusstseins sieht Markus Schaffrin, Sicherheitsexperte im eco Verband, deutsche Anbieter im Aufwind. „Mehr denn je sind zurzeit zuverlässige Dienstleister gefragt, die Schutzmaßnahmen bieten, um unbefugte Datenzugriffe Dritter zu verhindern oder zumindest zu erschweren.“ Einen wirksamen Schutz vor Wirtschaftsspionage könne man laut Schaffrin vor allem bei deutschen Anbietern erwarten, da sie einer der weltweit strengsten rechtlichen Regelungen für den Datenschutz unterliegen (mehr zur Bedrohung durch Wirtschafts-Spionage und Cyber-Crimehier).

„Um langfristig international wettbewerbsfähig zu bleiben und sich vor Spionage zu schützen, braucht die europäische Wirtschaft einheitliche Datenschutz- und Sicherheitsrichtlinien“, davon ist Schaffrin überzeugt. Dies sehen dem Report zufolge auch 77 Prozent der befragten IT-Experten. Bisher sind noch keine europaweit einheitlichen Datenschutzregelungen festgelegt worden. Vorbild hierfür können laut Schaffrin die hohen deutschen Standards sein.

 

 

Kommentare

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  1. Peter G. sagt:

    Wenn sie ernsthaft wollte, könnte sie in D. beginnen. Oder muss sie befürchten, dass die NSA jeden Versuch mittels selbst entwickelter Betriebssysteme die Dominanz von MS samt den dadurch gegebenen Überwachungsmöglichkeiten zu brechen verhindern würde?

  2. Frank sagt:

    Tja Frau Merkel, ist eben alles noch Neuland, gelle ….

    Außerdem – warum wollen sie es den amerikanischen Freunden so schwer machen, uns zu überwachen? Wir haben doch nichts zu verbergen.

  3. joooooooo sagt:

    weiss denn unsere staatsratsvorsitzende überhaupt was IT heisst?

    Ich denke die wiess nur, dass nach dem jeder seine 5 computer zuhause rumliegen hat, man diesen leuten nun je für hunderte – am betsen tausdende – von euros sicherheitssoftwre verkaufen muss.
    Dass das völlig sinnlos ist, dürften die meisten Michels nicht verstehen.